ZDF-Medienpark
Und der Streit findet kein Ende. Auf der Internetsite einiger Zeitungen aus dem Maingebiet findet man ein Interview mit dem Sprecher der Bürgeriniative:
BI greift für Anwälte tief in die Tasche
Bürgerinitiativen-Sprecher Friedrich Begemann sieht Versäumnisse seitens der Stadtverwaltung
Vom 07.06.2001
Am kommenden Dienstag behandelt das Koblenzer Oberlandesgericht eine Wettbewerbsklage von Freizeitparks gegen den ZDF-Medienpark. Im Vorfeld sprach die AZ mit Vertretern der Stadtverwaltung, der Medienpark Projektentwicklung MPEG und der Bürgerinitiative. BI-Sprecher Professor Friedrich Begemann kündigt zum Auftakt auch rechtliche Schritte an.
AZ: Wie wird sich das Leben auf dem Lerchenberg, in Drais, Marienborn und Bretzenheim nach dem Bau des Medienparks verändern?
BEGEMANN: Viele werden die Art ihrer Sonntagserholung ändern müssen. Vor allem die Draiser nutzen gerne die Grünflächen vor der Haustür. Das wäre vorbei. Der Lärm wird in den Randlagen von Drais und Lerchenberg stark zu hören sein. Eine direkte Verkehrsbelastung für Drais und Lerchenberg sehe ich allerdings nicht, so lange die Notzufahrten zum Medienpark wirklich nur in Notfällen geöffnet werden.
AZ: Am 27.Juni behandelt der Stadtrat zwei Einwohneranträge aus den Reihen der BI, die von 4000 Bürgern unterschrieben wurden. Ein Antrag thematisiert mögliche Rückzahlungen an die Stadt für das ZDF-Gelände. Inwiefern?
BEGEMANN: In dem Kaufvertrag zwischen ZDF und der Stadt wurde in den 60er Jahren das Gelände für ein Sendezentrum zur Verfügung gestellt. Bei anderer Nutzung hätte es der Stadt zunächst zum Rückkauf angeboten werden müssen. Ein neuerlicher Verkauf würde vermutlich mehr Geld einbringen. Wir meinen, es sollte angesichts der städtischen Finanzlage von einem Zivilrechtler geprüft werden, ob die Stadt noch Ansprüche hat. Auch die Struktur- und Genehmigungsdirektion wird hier sicherlich aktiv werden.
AZ: Der zweite Antrag fordert ein Bodennutzungskonzept für das Areal, falls der Park scheitern sollte. Warum glauben Sie an ein Scheitern?
BEGEMANN: Es gibt eine Menge Anzeichen, dass man auf lange Sicht von der Spaß-Gesellschaft wegkommt. Opel-Live und das Euro-Disney sind Beispiele. So lange der Medienpark-Investor aber nicht bekannt ist, kann nur spekuliert werden, welches Finanzpolster zur Verfügung steht.
AZ: Wie lautet Ihre Kritik am Ende April abgeschlossenen städtebaulichen Vertrag zwischen MPEG, ZDF und Stadt?
BEGEMANN: Die Stadt hat immer nur so weit verhandelt, bis das ZDF ‰Nein• gesagt hat. Für mich sind die 38 Stellen, an denen angeblich mehr als das rechtlich Notwendige herausgeholt wurde, nicht ersichtlich. Gerade in den Paragrafen zum Geländeverkauf gibt es sogar Nachteile zum ursprünglichen Entwurf. Auch den 300 Meter breiten Grünstreifen kann Baudezernent Schüler nicht für sich verbuchen. Das war eine Auflage der Struktur- und Genehmigungsdirektion.
AZ: Was halten Sie von dem Naherholungskonzept in der vorgeschlagenen Form? Wo müsste nachgebessert werden?
BEGEMANN: Das vorliegende Konzept kann niemand ernst nehmen. Die 600000 Mark sollte man besser woanders nutzen, als in der Draiser Senke. Man sollte zudem Leute beauftragen, die etwas davon verstehen.
AZ: Am Dienstag wird die Berufungsklage von drei deutschen Freizeitparks in Koblenz verhandelt. Plant auch die Bürgerinitiative ihrerseits rechtliche Schritte?
BEGEMANN: Wir können nichts machen, ehe nicht die letzten Entscheidungen getroffen sind und mit der Umsetzung der Pläne begonnen wird. Es wurde aber bereits eine Gesellschaft von zwölf Personen gegründet, die dann klagen kann. Wir werden uns juristisch sicherlich den Bebauungsplan vornehmen. Auch, ob die Überplanung mit Umwelt-Gesetzen in Einklang steht, bietet einen Ansatzpunkt. Insgesamt rechnet die BI mit Anwaltskosten im sechsstelligen Bereich.
Das Interview führte
Claus Wolff
P.S. Der Vergleich mit Euro Disney verstehe ich nicht so ganz, wie so vieles aus dem Mund des Sprechers.
BI greift für Anwälte tief in die Tasche
Bürgerinitiativen-Sprecher Friedrich Begemann sieht Versäumnisse seitens der Stadtverwaltung
Vom 07.06.2001
Am kommenden Dienstag behandelt das Koblenzer Oberlandesgericht eine Wettbewerbsklage von Freizeitparks gegen den ZDF-Medienpark. Im Vorfeld sprach die AZ mit Vertretern der Stadtverwaltung, der Medienpark Projektentwicklung MPEG und der Bürgerinitiative. BI-Sprecher Professor Friedrich Begemann kündigt zum Auftakt auch rechtliche Schritte an.
AZ: Wie wird sich das Leben auf dem Lerchenberg, in Drais, Marienborn und Bretzenheim nach dem Bau des Medienparks verändern?
BEGEMANN: Viele werden die Art ihrer Sonntagserholung ändern müssen. Vor allem die Draiser nutzen gerne die Grünflächen vor der Haustür. Das wäre vorbei. Der Lärm wird in den Randlagen von Drais und Lerchenberg stark zu hören sein. Eine direkte Verkehrsbelastung für Drais und Lerchenberg sehe ich allerdings nicht, so lange die Notzufahrten zum Medienpark wirklich nur in Notfällen geöffnet werden.
AZ: Am 27.Juni behandelt der Stadtrat zwei Einwohneranträge aus den Reihen der BI, die von 4000 Bürgern unterschrieben wurden. Ein Antrag thematisiert mögliche Rückzahlungen an die Stadt für das ZDF-Gelände. Inwiefern?
BEGEMANN: In dem Kaufvertrag zwischen ZDF und der Stadt wurde in den 60er Jahren das Gelände für ein Sendezentrum zur Verfügung gestellt. Bei anderer Nutzung hätte es der Stadt zunächst zum Rückkauf angeboten werden müssen. Ein neuerlicher Verkauf würde vermutlich mehr Geld einbringen. Wir meinen, es sollte angesichts der städtischen Finanzlage von einem Zivilrechtler geprüft werden, ob die Stadt noch Ansprüche hat. Auch die Struktur- und Genehmigungsdirektion wird hier sicherlich aktiv werden.
AZ: Der zweite Antrag fordert ein Bodennutzungskonzept für das Areal, falls der Park scheitern sollte. Warum glauben Sie an ein Scheitern?
BEGEMANN: Es gibt eine Menge Anzeichen, dass man auf lange Sicht von der Spaß-Gesellschaft wegkommt. Opel-Live und das Euro-Disney sind Beispiele. So lange der Medienpark-Investor aber nicht bekannt ist, kann nur spekuliert werden, welches Finanzpolster zur Verfügung steht.
AZ: Wie lautet Ihre Kritik am Ende April abgeschlossenen städtebaulichen Vertrag zwischen MPEG, ZDF und Stadt?
BEGEMANN: Die Stadt hat immer nur so weit verhandelt, bis das ZDF ‰Nein• gesagt hat. Für mich sind die 38 Stellen, an denen angeblich mehr als das rechtlich Notwendige herausgeholt wurde, nicht ersichtlich. Gerade in den Paragrafen zum Geländeverkauf gibt es sogar Nachteile zum ursprünglichen Entwurf. Auch den 300 Meter breiten Grünstreifen kann Baudezernent Schüler nicht für sich verbuchen. Das war eine Auflage der Struktur- und Genehmigungsdirektion.
AZ: Was halten Sie von dem Naherholungskonzept in der vorgeschlagenen Form? Wo müsste nachgebessert werden?
BEGEMANN: Das vorliegende Konzept kann niemand ernst nehmen. Die 600000 Mark sollte man besser woanders nutzen, als in der Draiser Senke. Man sollte zudem Leute beauftragen, die etwas davon verstehen.
AZ: Am Dienstag wird die Berufungsklage von drei deutschen Freizeitparks in Koblenz verhandelt. Plant auch die Bürgerinitiative ihrerseits rechtliche Schritte?
BEGEMANN: Wir können nichts machen, ehe nicht die letzten Entscheidungen getroffen sind und mit der Umsetzung der Pläne begonnen wird. Es wurde aber bereits eine Gesellschaft von zwölf Personen gegründet, die dann klagen kann. Wir werden uns juristisch sicherlich den Bebauungsplan vornehmen. Auch, ob die Überplanung mit Umwelt-Gesetzen in Einklang steht, bietet einen Ansatzpunkt. Insgesamt rechnet die BI mit Anwaltskosten im sechsstelligen Bereich.
Das Interview führte
Claus Wolff
P.S. Der Vergleich mit Euro Disney verstehe ich nicht so ganz, wie so vieles aus dem Mund des Sprechers.

