Fahrgeschäfte müssen sogar zum Röntgen
Artikel Offenbach Post
Fahrgeschäfte müssen sogar zum Röntgen
Offenbach (bp) Der Feuer-Unfall im Phantasialand war für die Opfer ein Trauma und für die Schaustellerbranche ein schwerer Schlag. Der örtliche Schaustellerverein ist allerdings der Auffassung, dass sich ein solches Unglück auf modernen Festplätzen nicht wiederholen wird. Die Achterbahn in Brühl sei zwar keineswegs veraltet gewesen, aber vermutlich das Material der Verkleidung. "Solche Baustoffe werden in unserem Gewerbe heute aus Brandschutzgründen gar nicht mehr verwendet", versichert Schausteller-Chef Horst Ferling.
Seit Donnerstag bauen Ferling und seine Kollegen am Mainufer ihre Fahrgeschäfte für das heute beginnende Volksfest auf. Bevor sie in Betrieb gehen dürfen, muss ein Mitarbeiter des städtischen Bauamts die Karussells, Jaguarbahnen . . . abnehmen.
Dies ist nicht die einzige Sicherheitsprüfung, bei der die Maschinen auf Antrieb und Schrauben geprüft werden. Der TÜV erteilt für besonders schnelle Fahrgeschäfte die Betriebserlaubnis nur für ein einziges Jahr. Erst nach einer erneuten Prüfung wird sie um weitere zwölf Monate verlängert. Auto-Scooter sind alle zwei Jahre reif für den TÜV, Kinderkarussells alle drei.
Gemäß einer neuen Verordnung müssen Fahrgeschäfte, die älter als zwölf Jahre sind, zusätzlich zu den herkömmlichen Checks alle vier Jahre eine besonders intensive Kontrolle absolvieren.
"Die dynamisch hochbelasteten Bauteile, wie zum Beispiel die Lagerung der Gondeln oder Hub-Arme, werden geröntgt, um Haarrisse erkennen zu können", sagt Schausteller Wolf Clauß. Er ist als Mitglied des Schaustellervereins München Fachberater in Sicherheitsfragen. "Bei uns wird erheblich mehr geprüft, als bei allen anderen Betrieben. Die gucken sich jede Schraube an."
Auch die Feuerwehr hat in Sachen Sicherheit auf Juxplätzen ein Wort mitzureden. "Jeder Betrieb muss mindestens einen Feuerlöscher haben", berichtet Ferling.
Das Volksfest beginnt heute, 17 Uhr, mit dem traditionellen Freibieranstich und einem Platzkonzert. Die etwa 50 Schausteller laden bereits zum zweiten Mal die Offenbacher Kindertagesstätten zum kostenlosen Besuch ein: von Montag bis Mittwoch darf sich der Nachwuchs auf der Kirmes vergnügen. 600 Bummelpässe mit Freifahrten und Wertgutscheinen im Wert von je 25 Mark werden an die Kinder ausgegeben.
An beiden Samstagen findet um 22 Uhr ein Feuerwerk statt. Am Dienstag, 22. Mai, ist Familientag angesagt mit Ermäßigungen und Sonderangeboten. Mittwoch, 23. Mai, ist der Tag der Kinder: mit Puppenspiel und Spielen um Freikarten.
Am Eröffnungssamstag und am Donnerstag, 24. Mai (Himmelfahrtstag), wird auf dem Festplatz eine Unterhaltungsfamilienschau veranstaltet mit Clownerie und Artistik. Öffnungszeiten des Volksfestes: samstags von 14 bis 24 Uhr, sonntags zwischen 14 und 23 Uhr, werktags von 14 bis 22 Uhr.
Jens Uwe Kupka
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Fahrgeschäfte müssen sogar zum Röntgen
Offenbach (bp) Der Feuer-Unfall im Phantasialand war für die Opfer ein Trauma und für die Schaustellerbranche ein schwerer Schlag. Der örtliche Schaustellerverein ist allerdings der Auffassung, dass sich ein solches Unglück auf modernen Festplätzen nicht wiederholen wird. Die Achterbahn in Brühl sei zwar keineswegs veraltet gewesen, aber vermutlich das Material der Verkleidung. "Solche Baustoffe werden in unserem Gewerbe heute aus Brandschutzgründen gar nicht mehr verwendet", versichert Schausteller-Chef Horst Ferling.
Seit Donnerstag bauen Ferling und seine Kollegen am Mainufer ihre Fahrgeschäfte für das heute beginnende Volksfest auf. Bevor sie in Betrieb gehen dürfen, muss ein Mitarbeiter des städtischen Bauamts die Karussells, Jaguarbahnen . . . abnehmen.
Dies ist nicht die einzige Sicherheitsprüfung, bei der die Maschinen auf Antrieb und Schrauben geprüft werden. Der TÜV erteilt für besonders schnelle Fahrgeschäfte die Betriebserlaubnis nur für ein einziges Jahr. Erst nach einer erneuten Prüfung wird sie um weitere zwölf Monate verlängert. Auto-Scooter sind alle zwei Jahre reif für den TÜV, Kinderkarussells alle drei.
Gemäß einer neuen Verordnung müssen Fahrgeschäfte, die älter als zwölf Jahre sind, zusätzlich zu den herkömmlichen Checks alle vier Jahre eine besonders intensive Kontrolle absolvieren.
"Die dynamisch hochbelasteten Bauteile, wie zum Beispiel die Lagerung der Gondeln oder Hub-Arme, werden geröntgt, um Haarrisse erkennen zu können", sagt Schausteller Wolf Clauß. Er ist als Mitglied des Schaustellervereins München Fachberater in Sicherheitsfragen. "Bei uns wird erheblich mehr geprüft, als bei allen anderen Betrieben. Die gucken sich jede Schraube an."
Auch die Feuerwehr hat in Sachen Sicherheit auf Juxplätzen ein Wort mitzureden. "Jeder Betrieb muss mindestens einen Feuerlöscher haben", berichtet Ferling.
Das Volksfest beginnt heute, 17 Uhr, mit dem traditionellen Freibieranstich und einem Platzkonzert. Die etwa 50 Schausteller laden bereits zum zweiten Mal die Offenbacher Kindertagesstätten zum kostenlosen Besuch ein: von Montag bis Mittwoch darf sich der Nachwuchs auf der Kirmes vergnügen. 600 Bummelpässe mit Freifahrten und Wertgutscheinen im Wert von je 25 Mark werden an die Kinder ausgegeben.
An beiden Samstagen findet um 22 Uhr ein Feuerwerk statt. Am Dienstag, 22. Mai, ist Familientag angesagt mit Ermäßigungen und Sonderangeboten. Mittwoch, 23. Mai, ist der Tag der Kinder: mit Puppenspiel und Spielen um Freikarten.
Am Eröffnungssamstag und am Donnerstag, 24. Mai (Himmelfahrtstag), wird auf dem Festplatz eine Unterhaltungsfamilienschau veranstaltet mit Clownerie und Artistik. Öffnungszeiten des Volksfestes: samstags von 14 bis 24 Uhr, sonntags zwischen 14 und 23 Uhr, werktags von 14 bis 22 Uhr.
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