Erfolgreiches Pullman City

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Erfolgreiches Pullman City

Schallmauer durchbrochen
Über eine Million Besucher in Pullman City I - Lösung für Höheischweiler?
Von Götz Krämer
Eging/Höheischweiler. Gerade mal 3 700 Menschen wohnen im niederbayrischen Eging am See. Auf den ersten Blick ist der kleine Ort im Bayrischen Wald nicht gerade eine touristische Hochburg. Aber dennoch sind im letzten Jahr über eine Million Besucher in dem Dorf gezählt worden. Alle diese Gäste hatten ein gemeinsames Ziel: die Pullman-City I. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich eine Westernstadt. Dort dreht sich alles um das Leben im Amerika zur Zeit des 18. und 19. Jahrhunderts. Pullman City II liegt im Harz, Nummer III soll nächstes Jahr in Höheischweiler im ehemaligen Tivoli-Park eröffnen.

Nur wenige Kilometer nachdem der neugierige Besucher von der Autobahn zwischen Deggendorf und Passau abgefahren ist, findet er sich in einer eigenen Welt wieder. Statt Autos dienen Pferde und Kutschen als bevorzugte Fortbewegungsmittel. Für Ordnung sorgen zwischen Music Hall und Südstaatenhaus keine Polizeibeamten, sondern ein Sheriff und ein, zwar nur 99 Zentimeter kleiner, aber dennoch resoluter Marshall namens "Big Joe". Sie sorgen unter anderem dafür, dass alle "Freizeit-Wild-Westler", die beim Goldwaschen an kleinen See ein glückliches Händchen hatten, unbehelligt bleiben und ihren Fund bei einer Flasche Bier oder einem Whisky im "Black Bison Saloon" begießen können.

Wer sich nach einem erlebnisreichen Tag in der "europäischen Vaiante" des Wilden, aber gewaltfreien Westens zum Schlaf zurückziehen will hat die Qual der Wahl. Er kann wählen zwischen der komfortablen Variante im "Palace Hotel" direkt an der Hauptstraße, der Main Street, gelegen. Dort lockt unter anderem eine geräumige Suite, aber auch herkömmliche, gemütliche Doppelzimmer sind im Angebot.

Wer lieber das Original-Lebensgefühl im Amerika des 19. Jahrhunderts bevorzugt, wird sich eher für eine Blockhütte entscheiden. Dort warten in einer kleinen urigen Behausung sechs Holzpritschen auf die unerschrockenen Gäste. Wer jeglichen Hauch von moderner Zivilisation hinter sich lassen will, legt sich in einem Tipi zur Nachtruhe. Der Holzboden in den Indianerzelten ist der einzige "Luxus" in diesen Unterkünften. Während es sich im warmen Sommer problemlos in den Tipis aushalten lässt, stellt eine Übernachtung in den Zelten im Herbst oder gar im Winter eine echte Herausforderung dar und wird deshalb nur von Hartgesottenen gebucht.

Aber gerade das macht den "Freizeit-Westernhelden" ganz besonderen Spaß. Hunderte oder gar Tausende Mark stecken sie in ihre Kleidung und Ausrüstung, um zu dokumentieren, dass sie sich zu der Zeit der Cowboys und Indianer hingezogen fühlen. Cowboystiefel mit Sporen und der breitkrempige Hut gehören beinahe zur Standardausrüstung. Und wer auf dem etwa 20 Hektar großen Gelände ohne irgendwelche Accesoires aus dem Wilden Westen unterwegs ist, kommt sich so vor wie ein nicht verkleideter Norddeutscher an Rosenmontag in Köln oder Mainz.

Aber auch wer einfach nur tagsüber ein wenig Wild-West-Luft schnuppern will und abends gemütlich und komfortabel den Tag ausklingen lassen will, kann getrost nach Eging reisen. Direkt neben der Westernstadt befindet sich die "Pullman-Ferienpark-Anlage". Dort lässt es sich in schmucken Bungalows wohnen. Auch an Westernfans, die im Wohnmobil reisen, wurde gedacht. Vor den Toren des Freizeitparks, wurden etliche Stellplätze mit Stromanschluss geschaffen. Und all das soll es auch bald in Höheischweiler geben.



Zahlen überzeugen
Meinung von Götz Krämer
Rund 3,2 Millionen Besucher in vier Jahren in Eging am See und 400 000 Besucher in einer Saison in Haselfelde sprechen eine deutliche Sprache. Die Pullman Citys sind bei Westernfans beliebt und die "Freizeit-Cowboys" kommen in Scharen. Viele von ihnen sind "Wiederholungstäter". Das haben die Betreiber in Eging durch Gästebefragungen herausgefunden.
Das belegt deutlich: Die Pullman Citys sind keine Eintagsfliegen, die Faszination hält in Niederbayern bereits vier Jahre an und ein Ende scheint nicht in Sicht. Gut, dass die Betreiber als Standort für ihre dritte Westernstadt die Südwestpfalz ausgesucht haben. Jetzt sollten alle Entscheidungsträger die Gelegenheit beim Schopfe packen und dafür sorgen, dass die Pullman City III tatsächlich in Höheischweiler entsteht.

Die Bauherren von Schöffmann-Meier knien schon in den Startblöcken, um endlich mit ihren Arbeiten auf dem ehemaligen Tivoli-Park-Gelände starten zu können. Probleme bereiten momentan nur noch die Verhandlungen mit den Banken. Bei allen verständlichen Vorbehalten, die Banken von Natur aus bei Großprojekten haben sollten, bleibt zu hoffen, dass es bald eine Lösung gibt.

Sollten die Monate Mai und Juni ungenutzt verstreichen müssen die Parkbetreiber ihr Vorhaben um ein Jahr verschieben. In dieser Zeit könnte ein anderer Standort zum Zug kommen und Pirmasens beziehungsweise die Südwestpfalz mal wieder hinterherschauen. Die Landesgartenschau lässt grüßen!


"Höheischweiler ist bestens angeschlossen"
Investor lobt Infrastruktur des Tivoli-Park-Geländes - Anwohner müssen keinen Lärm fürchten
Eging/Höheischweiler. Ab Pfingsten im Jahr 2002 soll die Westernstadt Pullman City III in Höheischweiler eröffnen. Dies ist der erklärte Wille der Verantwortlichen. Damit wollen die Pullman-City Gründer Peter Meier (55 Jahre) und Josef Schöffmann (44) ihre Erfolgsstory auch in der Südwestpfalz fortsetzen. PZ-Redakteur Götz Krämer hat sich in Pullman-City I in Eging am See mit Josef Schöffmann über die Pläne auf dem ehemaligen Tivoli-Park-Gelände unterhalten.
PZ: Bisher gibt es Pullman Citys im bayrischen Eging am See und in Haselfelde im Harz. Warum wollen Sie Pullman City III in Höheischweiler bauen?

Schöffmann: "Das Gelände ist für unsere Pläne ideal und verkehrstechnisch bestens angeschlossen. Es liegt direkt an der Autobahn, hat eine eigene Zu- und Abfahrt. Außerdem hat der Standort Höheischweiler/Pirmasens ein hervorragendes Einzugsgebiet. Es liegen viele Großstädte und größere Städte in relativer Nähe. Außerdem erhoffen wir uns von der Lage im "Vier-Länder-Eck" mit Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Belgien viele Besucher. Weiterhin positiv beurteilen wir die Nähe zu Holland, wo außerhalb der USA die meisten Line-Dancer aktiv sind. Vom früheren Tivoli-Park können wir zudem noch einige Gebäude nutzen und müssen nicht alles neu bauen wie bei Pullman City I und II."


PZ: Wie sollen die Gebäude genutzt werden?

Schöffmann: "Das frühere Westerntheater soll unsere Music Hall werden. Dort finden in der Hochsaison täglich Live-Konzerte mit bekannten Country-Künstlern statt. Aus dem Wohnhaus, das zurzeit noch bewohnt wird, soll ein Südstaatenhaus werden. Außerdem sollen das Hotel und der Saloon weiter genutzt werden."

PZ:Wird sich das Konzept in Höheischweiler von Pullman City I und II unterscheiden?

Schöffmann: "Nein. Es soll sich alles um das Leben der Cowboys und Indianer im Amerika des 18. und 19. Jahrhunderts drehen. Die Besucher sollen den Alltag vergessen und möglichst authentisch in den "Wilden Westen" abtauchen können. Sie sollen eine eigene Welt in der Natur ohne Stress und Auto erleben. Dazu gehört, dass sie in einem Fort in Blockhütten oder in Tipis (Indianerzelten) übernachten können. Wer will, kann sein Pferd mitbringen und es in unseren Ställen unterstellen."


PZ: Soll es spezielle Attraktionen in Höheischweiler geben?

Schöffmann: "Ja, wir wollen in Pullman City III das größte Tipi der Welt aufstellen. Es soll einen Durchmesser von 25 Metern haben. Unter diesem großen Zeltdach sollen mehrere kleine Tipis mit Übernachtungsmöglichkeiten stehen und eine Landschaft mit einem Wasserfall gestaltet werden."


PZ: Sehen Sie im "Holiday Park" in Haßloch eine Konkurrenz?"

Schöffmann: "Nein, die beiden Parks ergänzen sich vielmehr. Pullman City ist kein Freizeitpark wie der Holiday Park, sondern ein Themenpark, bei dem sich alles um den Wilden Westen dreht. Die Touristen können ja an einem Tag zu uns kommen und am nächsten Tag den Freizeitpark besuchen."


PZ: Es gibt in den Nachbarorten von Höheischweiler einige Bedenken wegen der Pullman City. Die Anwohner haben Angst vor Lärmbelästigungen. Sind die Befürchtungen berechtigt?

Schöffmann: "Nein. Wir werden zwar in den Sommermonaten jeden Abend und ansonsten am Wochenende Live-Musik haben, aber die Konzerte finden alle in unserer "Music-Hall" statt und werden die Anwohner nicht stören. Open-Air Konzerte wird es nicht geben. Durch die eigene Zu- und Abfahrt fließt der Besucherverkehr auch nicht durch Höheischweiler. In Eging am See und in Haselfelde haben wir mit den Nachbarn keine Probleme wegen Lärmbelästigungen. Wir sind an einem guten Miteinander interessiert."


PZ: Wann wird mit den Bauarbeiten für Pullman City III begonnen?

Schöffmann: "Zurzeit stecken wir noch in Verhandlungen mit den Banken. Ich hoffe, dass wir bis Ende Mai oder Anfang Juni zu einem Abschluss kommen. Dann könnten wir zu Pfingsten 2002 in Höheischweiler öffnen.Wenn sich die Finanzierung verzögert, müssen wir unsere Pläne um ein Jahr verschieben. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass wir Pullman City III in Höheischweiler eröffnen wollen.

PZ: Wieviel Geld investieren Sie in Höheischweiler und wieviele Arbeitsplätze werden in Pullman City III entstehen?

Schöffmann: "Im ersten Bauabschnitt investieren wir etwa 25 Millionen Mark. Der spätere Bau einer Ferienanlage mit Ferienhäusern wird nochmals etliche Millionen kosten. Es werden rund 100 Arbeitsplätze im Park selbst entstehen. Außerdem wird die regionale Wirtschaft durch uns als Auftraggeber profitieren."

Pirmasenser Zeitung


Jens Uwe Kupka
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