Dem Spreepark ist es ernst !!!

#1

Dem Spreepark ist es ernst !!!

Zieht das Riesenrad aufs Armeegelände?
Der Spreepark will den Plänterwald verlassen
Karin Schmidl

Wo über 40 Jahre lang die sowjetische Armee ihr Hauptquartier hatte, könnten sich möglicherweise bald Riesenrad, Achterbahn und Kettenkarussell drehen. Im Bezirk gibt es Pläne, den Spreepark - Berlins einzigen ständigen Vergnügungspark - aus dem Plänterwald an die Wuhlheide umzusiedeln.
"Ich halte dies für eine gute Idee", sagt Baustadtrat Dieter Schmitz (SPD). Auf dem ehemaligen Kasernengelände an der Treskowallee hätte der Freizeipark endlich, wofür er im Plänterwald seit Jahren vergeblich streitet: Parkplätze für Besucher. Im Landschaftsschutzgebiet, sagt Schmitz, würden diese nie genehmigt. Noch gibt es keinen offiziellen Umzugsbeschluss, und noch werden der Öffentlichkeit Pläne präsentiert, nach denen aus dem Militärgelände eine Grünfläche mit Spiel- und Liegewiesen werden soll. Doch zumindest unter den SPD- und CDU-Politikern im Bezirk herrscht Einvernehmen: Das ist die optimale Fläche für den Spreepark. Stadtrat Schmitz: "Planungen können verändert werden."

Spätestens am 30. Mai wird die Idee offiziell: Auf der Bezirksverordentenversammlung an diesem Tag wollen CDU und SPD das Bezirksamt damit beauftragen, nach einem Alternativ-Standort für den Freizeitpark zu suchen. Begründung: Der Spreepark sei in seiner Existenz bedroht, da seine Interessen mit denen des Landschaftsschutzes dauerhaft kollidierten. Man wolle jetzt ein Zeichen vom Bezirksamt, sagt CDU-Fraktionschef Carsten Wilke.

"Das mit dem Umzug wäre für alle die beste Lösung", sagt auch Spreepark-Chef Norbert Witte. Sein Park hat mit Besucherschwund zu kämpfen. "Knapp 500 000 Besucher im Jahr reichen nicht für die Existenz, und mehr kommen nicht, weil sie nicht parken können." Den Kampf mit den Behörden hat er längst satt.

Naturschützer sind für Umzug

Dennoch musste er sich mit dem Umzugs-Gedanken erst anfreunden. "Zuerst dachte ich, die wollen mich auf den Russenplatz abschieben", sagt er. Doch mittlerweile ist er von den Vorteilen des neuen Standortes überzeugt: "Dort gibt es kein Parkplatzproblem, und dort halten Bus und Straßenbahn vor der Tür" sagt er. Witte träumt bereits von einem Jugendhotel sowie von einer Kooperation mit der Trabrennbahn und dem Filmpark Babelsberg. Seine 22 Schaustellerfamilien hat er überzeugt, auf der anderen Spreeseite noch einmal neu anzufangen.

Auch in der Stadtentwicklungsverwaltung des Senats sieht man die Pläne mit Sympathie: "Aus Naturschutzgründen wäre es ein Segen, wenn der Spreepark aus dem Plänterwald raus käme", sagt der für Naturschutz zuständige Referatsleiter Christian Muhs. Geprüft werden müsste, ob der Lärmschutz am neuen Standort gewahrt sei und wer das Ganze bezahlt. Die Umzugskosten schätzt Spreepark-Chef Witte auf rund 40 Millionen Mark, die seiner Meinung nach das Land bezahlen müsste. Ein Konzept will er demnächst vorlegen.

Berliner Kurier


Jens Uwe Kupka
http://www.henson.com/cards/images/everyday_06s.gif

http://212.227.177.77/JUK/hp_banner.jpg
http://www.hansaparkfan.de
#2

RE: Dem Spreepark ist es ernst !!!

Antwort auf JUK, Beitrag #1

Senat soll Umzug des Spreeparks bezahlen
Betreiber Norbert Witte will Freizeit-Gelände vom Plänterwald nach Oberschöneweide verfrachten
Von Simone Jacobius

Treptow-Köpenick - Das 45 Meter hohe Riesenrad von Berlins einzigem Freizeitpark wird sich vielleicht bald in der Wuhlheide drehen. Norbert Witte, Betreiber des Spreeparks im Plänterwald liebäugelt mit einem Umzug auf das Gelände der alten Russenkaserne an der Treskowallee. Doch um die Finanzierung werde es noch Auseinandersetzungen geben, glaubt er. Die Senatsfinanzverwaltung werde ihm wohl nicht ohne Weiteres den 40 Millionen Mark teuren Umzug bezahlen.

Wittes Finanzierungsmodell ist simpel: Er räumt das gepachtete Areal im Plänterwald. Der Senat könnte dort Stadtvillen bauen lassen. «Damit würde er bei den derzeitigen Grundstückspreisen etwa 70 bis 80 Millionen Mark Gewinn machen und mir den Umzug finanzieren können.»

Eine merkwürdige Rechnung, findet Petra Reetz, Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. «Warum sollten wir das tun?» Problematisch sei auch, dass das Gebiet im Flächennutzungsbau als «Sonderbaufläche Festplatz» ausgewiesen ist, für Wohnhäuser daher erst einmal umgewidmet werden müsste. Doch das wäre theoretisch möglich. Schwieriger sei es, Wohnungsinvestoren zu finden.

Das 27 Hektar große Areal an der Treskowallee ist ebenfalls in Landesbesitz und wird vom Bezirk verwaltet. Seit Jahren sucht der nach Investoren für die alte Russenkaserne, doch die Kosten zur Bereinigung des kontaminierten Bodens schrecken ab. «13 bis 18 Millionen Mark soll sie kosten», bestätigt Bürgermeister Klaus Ulbricht (SPD). Daher sieht auch PDS-Bezirksverordneter Jürgen Steinert die Grundstückswahl für den Spreepark skeptisch: «Die Möglichkeit eines Umzuges dorthin bestünde zwar, aber die Bodensanierung ist zu teuer.» Landschaftsschutzgebiet, Trinkwasserschutzzone und Wohnhäuser grenzten unmittelbar an. «Nur die Verkehrsanbindung ist besser», räumt er ein.

Witte ist von den Vorteilen überzeugt. Es gäbe bereits mehr als 1000 Parkplätze und keinen Landschaftsschutz für das Gelände selbst. In den fünf Wohnblöcken würde er ein preiswertes Kinderhotel einrichten. «Mit den Bezirksamtsmitgliedern habe ich bereits geredet, jetzt muss das Thema in der BVV behandelt werden», so Witte. Bürgermeister Ulbricht zeigt sich verhalten: «Ich will den Freizeitpark auf jeden Fall im Bezirk behalten. Aber mir wäre es lieber, wenn wir erst einmal versuchten, Lösungen für den Plänterwald zu bewirken.»

Berliner Morgenpost


Jens Uwe Kupka
http://www.henson.com/cards/images/everyday_06s.gif

http://212.227.177.77/JUK/hp_banner.jpg
http://www.hansaparkfan.de
#3

RE: Dem Spreepark ist es ernst !!!

Antwort auf JUK, Beitrag #2

Und ich hab da noch einen Text...

Aus diesem und dem davorigen Artikel ist ersichtlich das 22 Schausteller ihr Geld im Park stecken haben...
Angeführt von Witte. Leider sieht man den Park es an, das Schausteller dort am Werk sind.

DER SPREEPARK
Lage und Größe: Der Spreepark liegt im Norden des 110 Hektar großen Plänterwaldes. Er ist knapp 30 Hektar groß.
Historie: 1969 wurde der Kulturpark Berlin eröffnet. 1989, zum 40. DDR-Jubiläum, wurde das neue, 45 Meter hohe Riesenrad eingeweiht. Nach dem Mauerfall wurde der Park privatisiert, seit 1991 ist die Spreepark GmbH Betreiberin. 22 Schausteller betreiben mehr als 30 Fahrgeschäfte.

Das Problem: Der Plänterwald - mit Ausnahme des Spreeparkgeländes - ist seit Mitte der 90er-Jahre Landschaftsschutzgebiet. Das bedeutet, dass der Kulturpark Abstriche bei Investitionen machen musste. So gibt es seit Jahren Streit um fehlende Parkplätze.

Berliner Zeitung


Jens Uwe Kupka
http://www.henson.com/cards/images/everyday_06s.gif

http://212.227.177.77/JUK/hp_banner.jpg
http://www.hansaparkfan.de

Reaktion auswählen