Familienpark Villingen-Schwenningen

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Familienpark Villingen-Schwenningen

Ein Park lechzt seiner Eröffnung entgegen

Endspurt im Familienpark mit Stress und Hektik · Teufel eröffnet am Samstag · Tausende Besucher erwartet


Villingen-Schwenningen (es) Hektische Betriebssamkeit herrscht auf dem zwölf Hektar großen Gelände des neuen Familienparks am Villinger Klosterhof. Rund 30 Handwerker und Hilfskräfte hämmern, malern, schreinern und bauen, was das Zeug hält. Dazwischen Parkgeschäftsführer Dieter Sirringhaus, der das Geschehen dirigiert. "Alles ein bisschen chaotisch, aber macht ja nichts", weist er einem Handwerker eine neue Aufgabe zu. Der kennt das schon. Die Mannen sind, wie Sirringhaus selbst, abgekämpft und angespannt. Im Park herrscht Endspurt-Hektik. Jeder sehnt den Samstagabend herbei, wenn die feierliche Eröffnung des Familienparks über die Bühne gegangen ist. Angesichts des angesagten schönen Wetters erwarten die Parkmitarbeiter zum offiziellen Saisonstart mehrere tausend Besucher.
Bis dahin gibt es im künftigen Kinder- und Familien-Dorado noch viel zu tun. Vollständig fertig werden wird der Park ohnehin nicht. Manche Spielgeräte, Bahnen und Einrichtungen werden erst in den nächsten Wochen in Betrieb gehen: etwa die Kindereisenbahn, die Oldtimerbahn oder die geplante Kinderverkehrsschule, aus der aber auch ein Kinderspiel- und Geburtstagshaus werden könnte, wie sich Sirringhaus vor drei Tagen überlegt hat. Auch die Grünanlagen sind längst noch nicht komplett.
Doch ein Großteil der Einrichtung im Park steht oder wird auf den letzten Drücker fertig. Der Maler pinselt noch die letzten Striche am Kleinkinderspielplatz, Hilfskräfte montieren einen Holzzaun, damit kein Kind in den angrenzenden Weiher plumpst, Zirkusleute bauen routiniert ein großes Zirkuszelt auf, auf der wunderschönen Veranda des neuen Restaurants werden die Pflanzkübel an die richtige Stelle gerückt. Auch beim Affenhaus ist die Organisation auf "last minute" eingestellt. Am Samstagvormittag, wenn die ersten Besucher in den Park strömen, wird der Spender des Affenhauses, Bauunternehmer Reinhold Durler, eigens in den Freizeitpark Taunus-Wunderland fahren, um eine Berberaffenfamilie nach Villingen zu überführen.
Die gesamte Anlage bietet trotz mancher Unvollständigkeiten einen imposanten Eindruck und lässt erahnen, wie schön es hier werden kann, wenn alles steht und die Grünanlagen blühen. Nach allem Stress und Ärger, zuletzt auch noch der gerade abgewendete Finanzkollaps der Einrichtung (der SÜDKDURIER berichtete), erreichte Dieter Sirringhaus dieser Tage auch eine erfreuliche Mitteilung: Schirmherr Erwin Teufel will auf jeden Fall am Samstag zur Eröffnung des Parks kommen. Zuletzt war der vor einem Jahr vereinbarte Termin wegen anderweitiger Verpflichtungen des "Landesvaters" ins Wackeln geraten. Doch dann gab der Ministerpräsident höchstpersönlich bei Sirringhaus Entwarnung. Nach der Begrüßung durch Stadtoberhaupt Manfred Matusza am morgigen Samstag um 16 Uhr wird Teufel eine Ansprache halten. Zum offiziellen Eröffnungspart haben sich bereits 500 Ehrengäste angemeldet.


"Wir sind zu blauäugig in das Projekt eingestiegen".
Dieter Sirringhaus zu den Finanzproblemen des Familienparks

Dieter Sirringhaus wird nach der Rede des Ministerspräsidenten das Wort ergreifen und auch auf die jüngsten finanziellen Turbulenzen des Projekts eingehen. Dies verbunden mit dem Eingeständnis, dass er sich als Verantwortlicher mit dieser gewaltigen Aufgabe übernommen hatte. "Wir haben die bebaubare Fläche einfach unterschätzt", erläuterte dazu Sirringhaus im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Immerhin sei das neue Parkgelände vier Mal so groß wie der alte Park. Unter dem Arbeitsdruck der vergangenen Wochen, so räumte er selbstkritisch ein, habe er den Überblick verloren. Mit einer Leitungsgruppe von drei Verantwortlichen sei ein solches Großprojekt eigentlich gar nicht zu bewältigen, musste Sirringhaus erfahren. "Da lagen die Nerven öfters blank", gestand der Parkleiter. Nur durch die kurzfristige Erhöhung der Kreditlinie auf 1,75 Millionen Mark hat der Gemeinderat in einer Blitzentscheidung den Park vor dem Finanzkollaps bewahrt. Fazit von Sirringhaus: "Wir sind zu blauäugig in das Projekt eingestiegen".
Allerdings: Einen Familienpark zu eröffnen, in dem zwar die Wege und Plätze angelegt sind, aber mangels Geld und Zeit keine Einrichtungen und Spielgeräte stehen, diese Blöße wollte sich der Parkgeschäftsführer auch nicht geben. Sonst würden viele Besucher von auswärts nur einmal und dann nie wieder kommen.
Jetzt hat der Park etwas vorzuzeigen. Und Dieter Sirringhaus ist sich gewiss, dass die Besucher aus der ganzen Region und darüber hinaus kommen werden. "Ich hoffe, dass der Park in drei Jahren so gut läuft, dass die jetzigen Schwierigkeiten vergessen sind", sieht er mit Zuversicht nach vorne. Denn die Summe der vielen kleinen Attraktionen, die Familienfreundlichkeit und die günstigen Eintrittspreise machten die Besonderheit dieses Parks aus. Und immerhin: "Wir sind von den kleinen Parks in Deutschland einer der größten".
Siehe auch Sonderbeilage zur Parkeröffnung in der heutigen Ausgabe


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Frischer Artikel

Antwort auf JUK, Beitrag #1

freizeit / Nichtkommerzieller Familienpark in Villingen-Schwenningen


Eine Spielstadt für Groß und Klein
Villingen-Schwenningen hat einen neuen Familienpark. Die gebrauchten Fahrattraktionen dort wurden in ganz Deutschland gekauft. Zur offiziellen Eröffnung ist Ministerpräsident Erwin Teufel heute zur Fahrt in einem Boxauto eingeladen.
DIETER FRAUENHEIM

VS-Villingen· Nach zweijähriger Bauzeit wird heute in Villingen-Schwenningen ein großer Familienpark eröffnet. Er ersetzt eine 14 Jahre alte Einrichtung, die bis zu 100 000 Besucher pro Jahr zählte. Für rund fünf Millionen Mark wurde auf zwölf Hektar Gelände ein Riesenspielplatz mit Karussell, Eisenbahn, Bobbahnen, Klettergeräten, Schiffschaukel, Gokarts, einem Streichelzoo, Inlineskate-Halle und Zirkuszelt geschaffen.

¸¸Hier ist eine Spielstadt entstanden, die der Phantasie der Kinder keine Grenzen setzt'', begründet Ministerpräsident Erwin Teufel den Landeszuschuss von einer Million Mark für den einzigen nicht kommerziellen Freizeitpark im Land. Teufel ist heute ab 16 Uhr Ehrengast bei der Eröffnung.

Dieter Sirringhaus, Geschäftsführer der städtischen Familienpark GmbH, hat die im Park stehenden Fahrattraktionen zu Schnäppchenpreisen erstanden. Für eine Kindereisenbahn (Neuwert: 80000 Mark) aus dem Duisburger Zoo zahlte er gerade noch 15000 Mark. Einer Schaustellerfamilie aus Fützen, die in den Ruhestand ging, schwatzte Sirringhaus eine nostalgische Auto-scooterbahn für 40000 Mark ab.

Schwanenboote mit Tretantrieb fand er im Bayrischen und in Forli in Italien. ¸¸Wir sind der erste Recycling-Park Deutschlands'', sagt Sirringhaus. Lars Frauenheim, Diplom-Sozialpädagoge und Parkleiter, freut sich über das Beschaffungsgeschick seines Chefs. ¸¸Dank der Fahrattraktionen gibt es bei uns keine Langeweile'', verspricht er.

Für gute Unterhaltung im Park sorgen außerdem zehn Zirkusartisten und Puppenspieler aus Tula, der russischen Partnerstadt von Villingen-Schwenningen, sowie der gute alte Kasper, der ebenfalls täglich zusammen mit Seppl und dem Hund Bello zur Freude von Groß und Klein auftritt.

INFO

Der Park ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Kinder bis drei haben freien Eintritt, bis 14 Jahre zahlen sie vier Mark. Für ältere und Erwachsene kostet der Eintritt sechs Mark.

Südwest Presse


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