Ein Schiff wird kommen ... (ZDF Medienpark)

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Ein Schiff wird kommen ... (ZDF Medienpark)

Vertrag für ZDF-Medienpark am Freitag unterzeichnet - Stadtrat stimmt zu

MAINZ (rak) - Geht es nach dem Willen der Vertragspartner ZDF, Stadt Mainz und der MPEG sowie der Abstimmungsmehrheit des Mainzer Stadtrates vom Freitag vergangener Woche, dann wird der in den Anliegergemeinden durchaus umstrittene Medienpark des ZDF bis voraussichtlich 2004 Realität. Wo jetzt noch Acker und Wiesen sind, geht dann das Traumschiff vor Anker.

Das Hin und Her um die Realisierung des ZDF-Medienparks dürfte vorerst beendet sein. In umgekehrter Reihenfolge wurden vergangenen Freitag die notwendigen Schritte unternommen, um das 250 Millionen "schwere" Kind auf seine restlichen Beine zu stellen. Zuerst wurde der Vertrag zwischen ZDF, Stadt und MPEG unterschrieben, dann, am späten Nachmittag, mit 39 zu 18 Stimmen auch seitens des Stadtrates grünes Licht gegeben.

Sichtlich zufrieden und entspannt präsentieren sich die Vertragspartner. ZDF Intendant Stolte betonte, daß die Mainzer stolz auf dieses Projekt sein könnten, das so einzig in Europa dastehen dürfte und beileibe kein Rummel- oder Vergnügungspark sein werde. Er sei sich jedoch bewußt, daß nicht alle Bürger seine Einsicht teilten.

Daß trotz aller Bedenken die Mehrheit der Mainzer das Vorhaben Medienpark begrüße, davon zeigte sich Oberbügermeister Jens Beutel überzeugt. Hinsichtlich der nicht abreißenden Kritik wies er darauf hin, daß die "Interessen der Anwohner sehr ernst genommen (werden)". Entspechend enthalte der Vertrag zwischen ZDF, Stadt und Medienpark-Entwicklungsgesellschafft (MPEG) viele Punkte, die den Anwohnern Vorteile brächten.

Daß seitens des Stadtrates Vertrag und Medienpark nicht unisono begrüßt wurden, zeigte die Abstimmung am Freitag. Zwar fand sich eine große Mehrheit - aber aus den Reihen von SPD (3) und CDU (7) kamen Gegenstimmen. CDU-Fraktionsvorsitzender Dreibus indes sieht in dem Vertrag eine Sicherung des Wirtschaftsstandorts Mainz und eine festere Bindung des ZDF an die Stadt. SPD-Fraktionschef Kurt Merkator mahnte, auch weiterhin ein Auge auf die Vertragsumsetzung zu haben und nannte dabei die Einhaltung des Schwerpunktes Medien sowie die Verkehrssituation rund um den zukünftigen Medienpark. Ferner sei der Dialog mit den Parkanrainern notwendig, damit keine Gräben entstünden.

Daß diese jedoch offensichtlich schon bestehen, signalisierte im Laufe der vergangenen Woch das Abstimmungsverhalten in den Ortsbeiräten Lerchenberg und Drais - beide votierten einstimmig gegen das Vorhaben. Die Kritik beschränkte sich jedoch nicht allein auf das Konzept, sondern auch auf den Zeitdruck. Wie der Lerchenberger CDU-Ortsbeirat Hannsgeorg Schönig es auf den Punkt brachte, sei es für die "ehrenamtlichen Freizeitpolitiker unmöglich", das 2000 Seiten starke Dokument in vier Wochen "zu lesen, zu verstehen, zu beraten und zu würdigen".

Den Draisern stößt neben manch anderem sauer auf, daß von 18 zugestandenen "lauten" Tagen für Veranstaltungen im Stadtteil dem Medienpark bis zu 14 "überlassen" werden sollen. Für den Mainzer Stadtteil blieben so nur noch vier - und "allein die Kerb dauert drei Tage", wie Ortsvorsteher Norbert Solbach (CDU) betonte. Auch auf den Immobilienmarkt in den Anrainergemeinden sehen die Ortsbeiräte schwere Zeiten zu kommen.

Indes rüsten die in der Bürgerinitiative Medienpark organisierten Gegner zum juristischen Schlagabtausch. Bis dies jedoch möglich wird muß abgewartet werden, bis der Bebauungsplan Rechtskraft erhält. Dies dürfte voraussichtlich am 27. Juni der Fall sein, wenn nach Abschluß der zweiten Offenlage und der abschließenden Beratung in den Gremien der Stadtrat den Bebauungsplan endgültig beschließen und damit Baurecht schaffen wird. So lange dürften denn auch die Spekulationen um den Investor weitergehen, der erst dann sein Inkognto lüften will.

Quelle: Mainzer Wochenblatt vom 3.5.2001

CU in PL ! [tm]
Alex (Meenz).
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