Eine Abstimmung mit den Füßen
Volksfeste ziehen mehr Besucher an als der gesamte öffentliche Kulturbetrieb - 7,7 Milliarden Mark Jahresumsatz - Untersuchung in Bonn vorgestellt
Bonn. Volksfeste ziehen mehr Besucher an als der gesamte öffentliche Kulturbetrieb aus Theatern, Opern, Orchestern, Festspielen, Museen, Volkshochschulen, Musikschulen und Bibliotheken. Sie erzielen Umsätze in Milliardenhöhe und bringen den veranstaltenden Städten und Regionen zusätzliche Einkommen und Steuereinnahmen. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer am Mittwoch in Bonn veröffentlichten Untersuchung, die der Deutsche Schaustellerbund, finanziell unterstützt vom Bundeswirtschaftsministerium, angeregt hat. Befragt wurden 1 204 Volksfestbesucher in Bonn, Herne, Oldenburg und Stuttgart, 151 Schausteller bei vier großen Volksfesten sowie 40 Experten aus Stadtverwaltungen, Verkehrsbetrieben, Hotelgewerbe, Brauereien und anderen Betrieben und Organisationen.
Volksfeste - wie hier Pützchens Markt in Bonn - ziehen mehr Besucher an als Schwimmbäder, Kinos, Museen oder Fußballstadien.
"Mit der jetzt vorgelegten Marktstudie gelingt es erstmals, ein repräsentatives Datengrüst vorzulegen, durch das die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste für den Tourismus speziell für den Kurzreise-, Städte- und Event-Tourismus beziffert werden kann", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Siegmar Mosdorf. Gerade diese Touristikbereiche seien es, die derzeit am stärksten wachsen.
Der "Marktstudie zur Bedeutung des Wirtschaftsfaktors Volksfest" zufolge ziehen Volksfeste jährlich 170 Millionen Besucher an - nicht eingerechnet sind dabei die rund 50 Millionen Besucher von Weihnachtsmärkten. Statistisch betrachtet besuchen 63 Prozent der Deutschen Volksfeste, was 51,7 Millionen Personen entspricht. "Kein anderer Freizeit- und Tourismusbereich erreicht mehr Besucher. Das ist eine Abstimmung mit den Füßen für den Erhalt der Volksfeste", sagte die Tourismuspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Brunhilde Irber: "Volksfeste sind ein Grundpfeiler des Tourismus."
Und das auch aus ökonomischer Sicht: Der Untersuchung zufolge geben die Volksfestbesucher jährlich 7,7 Milliarden Mark aus, was den zusammengefassten Umsätzen von Theatern, Kinos, Bädern sowie Kulturbetrieben und Musicals entspricht. Jeder Besucher gibt den Angaben zufolge im Durchschnitt 45,37 Mark aus.
Auch die Kommunen, in denen die Schausteller gastieren, füllen ihre Stadtsäckel. Für jeden Volksfestbesucher nehmen die Kommunen eine Mark an Steuern ein. Die Nettowertschöpfung beträgt in Form von Einkommen, Löhnen und Gewinnen rund 3,6 Milliarden Mark, wobei 1,7 Milliarden Mark auf die Schausteller selbst entfallen. Den Rest teilen sich andere Branchen wie Verkehrsunternehmen, Einzelhandel und Gastgewerbe. Doch die "fahrende Zunft" nimmt nicht nur ein, sie gibt auch aus. Laut Untersuchung jährlich 1,6 Milliarden Mark an den Orten, an denen sie ihre Zelte aufschlägt.
Doch Volksfest ist freilich nicht gleich Volksfest: Einer weltweiten Umfrage des Goethe-Instituts zu Folge verbindet jeder zweite Befragte einzig "das Oktoberfest" mit Deutschland. Kleine und mittelgroße Veranstaltungen sind laut Hermann Krameyer, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, "vom Aussterben bedroht". Viele seien bereits verschwunden, so Krameyer, da die Kosten durch die Schausteller nicht mehr eingespielt werden können.
Als einen Verantwortlichen hat der Verbandspräsident die Kommunen ausgemacht, die immer mehr Konkurrenzveranstaltungen zuließen: "Wir fordern daher unbedingt die Verringerung der Zahl dieser Feste zum Schutz traditioneller Volksfeste. Und darüber hinaus auch die konkrete Einbeziehung der Volksfeste in das jeweilige Stadtmarketing."
Irber: "Volksfeste müssen erhalten bleiben. Wir müssen sie attraktiver machen. Dazu appellieren wir auch an die Kommunen, dass wir gemeinsam mit den Schaustellern dafür die entsprechenden Grundlagen schaffen."
Aus dem General-Anzeiger Bonn(25.04.2001)
Mfg.Kirmesfan
http://212.227.177.77/dcforum/User_files/3adc41d1507c3130.gif
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[http://www.seeya.at/kirmes]
Bonn. Volksfeste ziehen mehr Besucher an als der gesamte öffentliche Kulturbetrieb aus Theatern, Opern, Orchestern, Festspielen, Museen, Volkshochschulen, Musikschulen und Bibliotheken. Sie erzielen Umsätze in Milliardenhöhe und bringen den veranstaltenden Städten und Regionen zusätzliche Einkommen und Steuereinnahmen. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer am Mittwoch in Bonn veröffentlichten Untersuchung, die der Deutsche Schaustellerbund, finanziell unterstützt vom Bundeswirtschaftsministerium, angeregt hat. Befragt wurden 1 204 Volksfestbesucher in Bonn, Herne, Oldenburg und Stuttgart, 151 Schausteller bei vier großen Volksfesten sowie 40 Experten aus Stadtverwaltungen, Verkehrsbetrieben, Hotelgewerbe, Brauereien und anderen Betrieben und Organisationen.
Volksfeste - wie hier Pützchens Markt in Bonn - ziehen mehr Besucher an als Schwimmbäder, Kinos, Museen oder Fußballstadien.
"Mit der jetzt vorgelegten Marktstudie gelingt es erstmals, ein repräsentatives Datengrüst vorzulegen, durch das die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste für den Tourismus speziell für den Kurzreise-, Städte- und Event-Tourismus beziffert werden kann", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Siegmar Mosdorf. Gerade diese Touristikbereiche seien es, die derzeit am stärksten wachsen.
Der "Marktstudie zur Bedeutung des Wirtschaftsfaktors Volksfest" zufolge ziehen Volksfeste jährlich 170 Millionen Besucher an - nicht eingerechnet sind dabei die rund 50 Millionen Besucher von Weihnachtsmärkten. Statistisch betrachtet besuchen 63 Prozent der Deutschen Volksfeste, was 51,7 Millionen Personen entspricht. "Kein anderer Freizeit- und Tourismusbereich erreicht mehr Besucher. Das ist eine Abstimmung mit den Füßen für den Erhalt der Volksfeste", sagte die Tourismuspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Brunhilde Irber: "Volksfeste sind ein Grundpfeiler des Tourismus."
Und das auch aus ökonomischer Sicht: Der Untersuchung zufolge geben die Volksfestbesucher jährlich 7,7 Milliarden Mark aus, was den zusammengefassten Umsätzen von Theatern, Kinos, Bädern sowie Kulturbetrieben und Musicals entspricht. Jeder Besucher gibt den Angaben zufolge im Durchschnitt 45,37 Mark aus.
Auch die Kommunen, in denen die Schausteller gastieren, füllen ihre Stadtsäckel. Für jeden Volksfestbesucher nehmen die Kommunen eine Mark an Steuern ein. Die Nettowertschöpfung beträgt in Form von Einkommen, Löhnen und Gewinnen rund 3,6 Milliarden Mark, wobei 1,7 Milliarden Mark auf die Schausteller selbst entfallen. Den Rest teilen sich andere Branchen wie Verkehrsunternehmen, Einzelhandel und Gastgewerbe. Doch die "fahrende Zunft" nimmt nicht nur ein, sie gibt auch aus. Laut Untersuchung jährlich 1,6 Milliarden Mark an den Orten, an denen sie ihre Zelte aufschlägt.
Doch Volksfest ist freilich nicht gleich Volksfest: Einer weltweiten Umfrage des Goethe-Instituts zu Folge verbindet jeder zweite Befragte einzig "das Oktoberfest" mit Deutschland. Kleine und mittelgroße Veranstaltungen sind laut Hermann Krameyer, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, "vom Aussterben bedroht". Viele seien bereits verschwunden, so Krameyer, da die Kosten durch die Schausteller nicht mehr eingespielt werden können.
Als einen Verantwortlichen hat der Verbandspräsident die Kommunen ausgemacht, die immer mehr Konkurrenzveranstaltungen zuließen: "Wir fordern daher unbedingt die Verringerung der Zahl dieser Feste zum Schutz traditioneller Volksfeste. Und darüber hinaus auch die konkrete Einbeziehung der Volksfeste in das jeweilige Stadtmarketing."
Irber: "Volksfeste müssen erhalten bleiben. Wir müssen sie attraktiver machen. Dazu appellieren wir auch an die Kommunen, dass wir gemeinsam mit den Schaustellern dafür die entsprechenden Grundlagen schaffen."
Aus dem General-Anzeiger Bonn(25.04.2001)
Mfg.Kirmesfan
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