Neue Geister auf Geisterbahn

#1

Neue Geister auf Geisterbahn

Frühjahrsbend 2001: Horrorpersonal frisch aus der Fabrik

Die neuen Gesichter des Grauens

Aachen (an-o). "Uaaahhh" - durch Mark und Bein geht das Gejaule und Geschrei. Am Samstag zogen drei neue Geister in die Geisterbahn auf dem Bend ein. Nun treiben dort 16 Gespenster ihr Unwesen. Und versetzen noch bis Dienstag die Öcher in Angst und Schrecken.

Da meint jeder, Gespenster seien unendlich alt - aber denkste, auch die restlichen Horrorgestalten der Geisterbahn sind erst seit dem 31. März in Aktion. Frisch aus der "Geisterfabrik", kostet so ein Schreckgebilde um die 15.000 Mark. Und muss täglich rund zwölf Stunden "arbeiten". "Da wundert der Preis nicht mehr, schließlich sind meine Figuren voller Technik, der Korpus ist aus Stahl, Polyester und Holz, alles mit Latex überzogen, um eine gewisse Haut-Echtheit zu zeigen", erklärt Geisterbahn-Besitzer Rudolf Schütze (36).

Ausgefeilte Technik macht die mannshohen Figuren mobil. Die große Neuheit: Der am Wochenende angekommene "Frankenstein" bewegt seine Lippen synchron zum Text, der schnarrend, bedrohlich und laut von der Endloskassette kommt. "Kommen Sie mit mir in die Hölle", lädt "Frankenstein" grimmig die Rummel-Bummler zur zweiminütigen Horror-Fahrt auf der doppelstöckigen Geisterbahn ein.

Jeder Handgriff sitzt

Der dreifache Familienvater Rudolf Schütze betreibt in der fünften Generation Geisterbahnen. "Wir sind Deutschlands ältestes Geschäft", erzählt Schütze stolz bei einer Tasse Kaffee in seinem Eigenheim - einem Wohnwagen mit allen Schikanen und Panoramaauszug fürs Wohnzimmer, der gleich hinter der Geisterbahn steht. Und lässt seine Reisen quer durch Deutschland Revue passieren, die nächste Station ist Krefeld.

Eine Kirmes zwei Mal hintereinander mit derselben Geisterbahn zu beglücken, "das geht nicht, weil sonst der Reiz des Neuen weg ist." Trotzdem war Schütze auch auf dem Osterbend des vergangenen Jahres in Aachen, mit seinem "Schloss Dracula", "mein jetziges Geschäft habe ich erst vor kurzem gekauft und rundum erneuert."

Mit einem Stammpersonal von vier jungen Männern reist die Familie Schütze durch die Lande, beim Ab- und Aufbau helfen vom Arbeitsamt vermittelte Aushilfskräfte zusätzlich mit. Und dabei muss jeder Handgriff sitzen, "schließlich darf nie die Sicherheit der Gäste gefährdet sein", sagt der Schausteller.

Kirmesbegeisterte Öcher

Schütze lobt den Bend und die Aachener: "Ein tolles Publikum, irgendwann haben sich die Öcher auch auf den Dauerregen eingestellt und sind gekommen. Die Aachener sind kirmesbegeistert." Und der Bend sei eine Spitzenveranstaltung, versichert der Oberhausener.

Georg Dünnwald / Aachener Nachrichten



Jens Uwe Kupka
http://www.henson.com/cards/images/everyday_06s.gif

http://212.227.177.77/JUK/hp_banner.jpg
http://www.hansaparkfan.de

Reaktion auswählen