Desaster mit "Fahrt zur Hölle"
"Fahrt zur Hölle" fährt zurück
Geisterbahn bleibt bis Plärrer- Schluss zu und kommt danach wieder ins italienische Werk
(vot). Heinz Jollberg ist nervlich am Ende. Unter Menschen und Kollegen will er schon seit Tagen nicht mehr gehen obwohl sein Job genau das fordert: Jollberg ist Schausteller auf dem Osterplärrer. Aber seit Beginn des Volksfestes hat er ein Problem: Seine neue Geisterbahn, die "Fahrt zur Hölle", will nicht fahren. Schuld ist angeblich die Elektronik. Das Schlimme für Jollberg: Schausteller- Kollegen und Festbesucher sprechen ihn regelmäßig darauf an. Jollberg: "Ich entschuldige mich bei allen, kann aber nichts dafür."
Der 56- Jährige wirkt gestresst beim Gespräch, gibt nur kurze Antworten, hat keine Lust zu reden. "Ich bin mit meinen Nerven am Ende", sagt er fast entschuldigend. Kein Wunder: Seit Ostersonntag läuft der Plärrer, die als Weltneuheit angekündigte Geisterbahn seither abgesehen von drei Stunden gar nicht. Und selbst da war es mehr schlecht als recht: Wie von (ungewollter) Geisterhand gesteuert hielten die mit Menschen besetzten Gondeln wegen Elektronik- Problemen an, der Geister-Spaß kam bei den meisten zu kurz. "Das war alles sehr peinlich. Und meine Frau hat sich allerlei Beschimpfungen anhören müssen", bedauert Jollberg, der seit 40 Jahren mit Geisterbahnen auf Festplätzen unterwegs ist.
Für Beschwerden hat der 56- Jährige aber Verständnis: Wer bezahlt, habe ein Recht auf eine einwandfreie Fahrt. Folge: Einigen habe man das Geld wieder ausbezahlt, andere nochmal fahren lassen. Ein Fahrgast habe wegen angeblicher Freiheitsberaubung mit rechtlichen Schritten gedroht weil er fünf Minuten in der verschlossenen Gondel im Geisterhaus festgesessen sei.
Jetzt ist endgültig Schluss: Bis zum Ende des Plärrers am 1. Mai will Jollberg die Bahn komplett ruhen lassen, lediglich abends die Außenfassade beleuchten. "Anschließend wird sie wieder ins Werk nach Italien gebracht", so Jollberg, "und dann in aller Ruhe repariert."
Zwar seien von Anfang an Ingenieure und Elektriker aus Italien vor Ort gewesen, um lange Ausfallzeiten zu vermeiden. Elektronik- Teile wurden ausgewechselt, das Steuerungssystem teilweise umprogrammiert, immer wieder Testfahrten gemacht. "Das war aber reine Flickschusterei", glaubt Jollberg. Seit gestern seien nun auch die Techniker mit ihrer Weisheit am Ende. Folge: Die Bahn, deren Produktion Jollberg vor etwa acht Monaten in Auftrag gegeben hatte, müsse zurück nach Treviso.
Jollberg ist davon überzeugt, dass "die komplette Steuerungselektronik falsch geplant war" dem Werk macht er aber keinen Vorwurf: "Hätte es von den Problemen gewusst, hätten sie die Bahn nicht geliefert." Und weil der Münchner TÜV die "Fahrt zur Hölle" direkt im Werk abgenommen hat, ist das Ganze für den 56- Jährigen auch ein Rätsel: "Dort hat die Bahn funktioniert, hier tut sie es nicht."
Was für Jollberg bedeutet, dass er auf dem Plärrer kaum Einnahmen hatte. "Meinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber der Bank kann ich jetzt nicht mehr nachkommen." Allein die neue Geisterbahn koste ihn 2,5 Millionen Mark; seine alte habe er dem Werk "für einen Spottpreis" in Zahlung gegeben. Neben der einjährigen Garantie auf das Fahrgeschäft habe er auch Anspruch auf 15000 Mark vom Werk, weil die Bahn nicht am Starttag des Plärrers funktionsfähig war. "Das ist gar nichts im Vergleich zu den entgangenen Einnahmen", so Jollberg. Schließlich müsse er für seine vierköpfige Familie aufkommen und für vier Mitarbeiter. Jetzt bleibe zu hoffen, dass sich das Werk finanziell am Ausfall beteilige.
Weiteres Problem: Bereits in drei Wochen ist Jollberg auf dem Volksfest in Kempten dann aber wohl mit seiner alten Bahn. Die will er wieder aus Italien mitbringen. Sohn Peter (16) freut sich aber schon jetzt auf die reparierte "Fahrt zur Hölle": "Die ist super, wenn sie läuft. Und sie wird laufen..."
Artikel Augsburger Allgemeine
Jens Uwe Kupka
http://www.henson.com/cards/images/everyday_06s.gif
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http://www.hansaparkfan.de
Geisterbahn bleibt bis Plärrer- Schluss zu und kommt danach wieder ins italienische Werk
(vot). Heinz Jollberg ist nervlich am Ende. Unter Menschen und Kollegen will er schon seit Tagen nicht mehr gehen obwohl sein Job genau das fordert: Jollberg ist Schausteller auf dem Osterplärrer. Aber seit Beginn des Volksfestes hat er ein Problem: Seine neue Geisterbahn, die "Fahrt zur Hölle", will nicht fahren. Schuld ist angeblich die Elektronik. Das Schlimme für Jollberg: Schausteller- Kollegen und Festbesucher sprechen ihn regelmäßig darauf an. Jollberg: "Ich entschuldige mich bei allen, kann aber nichts dafür."
Der 56- Jährige wirkt gestresst beim Gespräch, gibt nur kurze Antworten, hat keine Lust zu reden. "Ich bin mit meinen Nerven am Ende", sagt er fast entschuldigend. Kein Wunder: Seit Ostersonntag läuft der Plärrer, die als Weltneuheit angekündigte Geisterbahn seither abgesehen von drei Stunden gar nicht. Und selbst da war es mehr schlecht als recht: Wie von (ungewollter) Geisterhand gesteuert hielten die mit Menschen besetzten Gondeln wegen Elektronik- Problemen an, der Geister-Spaß kam bei den meisten zu kurz. "Das war alles sehr peinlich. Und meine Frau hat sich allerlei Beschimpfungen anhören müssen", bedauert Jollberg, der seit 40 Jahren mit Geisterbahnen auf Festplätzen unterwegs ist.
Für Beschwerden hat der 56- Jährige aber Verständnis: Wer bezahlt, habe ein Recht auf eine einwandfreie Fahrt. Folge: Einigen habe man das Geld wieder ausbezahlt, andere nochmal fahren lassen. Ein Fahrgast habe wegen angeblicher Freiheitsberaubung mit rechtlichen Schritten gedroht weil er fünf Minuten in der verschlossenen Gondel im Geisterhaus festgesessen sei.
Jetzt ist endgültig Schluss: Bis zum Ende des Plärrers am 1. Mai will Jollberg die Bahn komplett ruhen lassen, lediglich abends die Außenfassade beleuchten. "Anschließend wird sie wieder ins Werk nach Italien gebracht", so Jollberg, "und dann in aller Ruhe repariert."
Zwar seien von Anfang an Ingenieure und Elektriker aus Italien vor Ort gewesen, um lange Ausfallzeiten zu vermeiden. Elektronik- Teile wurden ausgewechselt, das Steuerungssystem teilweise umprogrammiert, immer wieder Testfahrten gemacht. "Das war aber reine Flickschusterei", glaubt Jollberg. Seit gestern seien nun auch die Techniker mit ihrer Weisheit am Ende. Folge: Die Bahn, deren Produktion Jollberg vor etwa acht Monaten in Auftrag gegeben hatte, müsse zurück nach Treviso.
Jollberg ist davon überzeugt, dass "die komplette Steuerungselektronik falsch geplant war" dem Werk macht er aber keinen Vorwurf: "Hätte es von den Problemen gewusst, hätten sie die Bahn nicht geliefert." Und weil der Münchner TÜV die "Fahrt zur Hölle" direkt im Werk abgenommen hat, ist das Ganze für den 56- Jährigen auch ein Rätsel: "Dort hat die Bahn funktioniert, hier tut sie es nicht."
Was für Jollberg bedeutet, dass er auf dem Plärrer kaum Einnahmen hatte. "Meinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber der Bank kann ich jetzt nicht mehr nachkommen." Allein die neue Geisterbahn koste ihn 2,5 Millionen Mark; seine alte habe er dem Werk "für einen Spottpreis" in Zahlung gegeben. Neben der einjährigen Garantie auf das Fahrgeschäft habe er auch Anspruch auf 15000 Mark vom Werk, weil die Bahn nicht am Starttag des Plärrers funktionsfähig war. "Das ist gar nichts im Vergleich zu den entgangenen Einnahmen", so Jollberg. Schließlich müsse er für seine vierköpfige Familie aufkommen und für vier Mitarbeiter. Jetzt bleibe zu hoffen, dass sich das Werk finanziell am Ausfall beteilige.
Weiteres Problem: Bereits in drei Wochen ist Jollberg auf dem Volksfest in Kempten dann aber wohl mit seiner alten Bahn. Die will er wieder aus Italien mitbringen. Sohn Peter (16) freut sich aber schon jetzt auf die reparierte "Fahrt zur Hölle": "Die ist super, wenn sie läuft. Und sie wird laufen..."
Artikel Augsburger Allgemeine
Jens Uwe Kupka
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