Lego News: Ein Aussichtsturm für Günzburg ?!
Gute Aussichten für Lego- Gäste
Dänen wollen einen 67 Meter hohen Turm bauen Kritik an geplanten Mobilfunk- Antennen
Von unserem Redaktionsmitglied Holger Sabinsky
Günzburg. Dass Lego mit seinen Freizeitpark- Plänen hoch hinaus will, ist inzwischen kein Geheimnis mehr. Nun aber wollen es die dänischen Spielzeug-Hersteller auf die Spitze treiben. Die sitzt in 67 Meter Höhe und ist Abschluss eines spektakulären Aussichtsturms mit einer drehbaren Fahrgast- Kabine aus Glas. Die zusätzliche Park-Attraktion stößt aber auch auf Kritik, denn im oberen Bereich des Turms sollen eine Reihe von Mobilfunk- Antennen angebracht werden. Der geplante Turm sorgt schon im Vorfeld bei vielen für einen gewissen Weitblick: Mit seiner gewaltigen Höhe von 67 Metern (zum Vergleich: Die Günzburger Frauenkirche ist nur gut 50 Meter hoch) wird er die Baumkronen des Grüngürtels weit überragen und soll einen prächtigen Rundblick bieten: nach Günzburg, in den Schwäbischen Barockwinkel und auch über den Park selbst.
Eine Aussicht, die den Mitgliedern des Günzburger Bauausschusses durchaus gefiel. Der Turm im Lego- Teilbereich "Imagination" soll aus einem Masten bestehen und einer sich drehenden Fahrgast- Kabine, die gleichzeitig die Besucher mittels eines Motors wie ein Aufzug nach oben und unten befördert. Rund 1 200 Besucher könnten theoretisch innerhalb einer Stunde mit der "Gondel" in einer Höhe von gut 50 Meter den Ausblick genießen. In der Praxis werden es wohl einige weniger sein. Wenn der Park und damit der Aussichtsturm stillsteht, soll die Kabine laut Lego zu Boden gefahren werden.
Nur 45 Meter zugelassen
Worum es nun im Bauausschuss eigentlich ging, war die mächtige Höhe des Bauwerks. Der Bebauungsplan lässt für das Gebiet maximal sechs Spiel- oder Aussichtstürme mit einer Höhe bis zu jeweils 45 Metern zu. Von dieser Planung war seinerzeit ausgegangen worden, als die Gestalt des Innerparks noch nicht konkret war. Entschieden werden sollte jetzt, ob Lego eine Befreiung von dieser Regelung erhält und ob den Dänen eine Baugenehmigung für den einen hohen Turm in Aussicht gestellt werden soll.
Lego hatte zwar vergangene Woche zu Testzwecken eigens einen Kran auf die entsprechende Höhe fahren lassen, doch die große Turmhöhe war nur am Rande ein Thema. Kritik entzündete sich vielmehr an der Tatsache, dass im Kopfbereich des Turms mehrere Mobilfunk- Antennen angebracht werden sollen. Die Wirkung der Kurzwellen auf Menschen, so die Befürchtung, sei wissenschaftlich noch nicht genügend erforscht. Gesundheitsgefährdungen könnten somit nicht ausgeschlossen werden.
Doch wo andernorts die Menschen in Bürgerinitiativen auf die Barrikaden gehen, regte sich bei den Günzburger Bauausschuss- Mitgliedern nur zaghafter Widerstand. Zumal Oberbürgermeister Dr. Rudolf Köppler (SPD) ein Alternativ-Szenario malte, bei dem statt des einen hohen Turms mehrere kleine ihre Mobilfunk- Dienste tun müssten. Die wären dann zum einen nicht genehmigungspflichtig. Zum anderen würden sie ihre möglicherweise schädliche Strahlung näher am Boden und damit näher an den Menschen abgeben.
Dietmar Mettler, Lego- Bauprojektleiter, schilderte die Thematik aus Sicht der Dänen als "Zwickmühle". Einerseits wolle und müsse man den Park- Besuchern Handy-Empfang bieten, andererseits wachse die Sorge um gesundheitliche Risiken durch so genannten Elektro- Smog. Ein hoher Turm sei ein halbwegs vernünftiger Kompromiss. Es gebe auch noch eine "entschärfte" Variante von 53 Meter Höhe. Schützenhilfe gab es von Dr. Thomas Ermer (CSU): Man solle nicht so tun, als ob ein Mobilfunk- Turm etwas Neues wäre. Immerhin gebe es davon schon rund ein Dutzend in Günzburg. Johann Briegel (FWG) brachte es auf den Punkt: "Jeder telefoniert mit dem Handy, aber keiner will die Strahlung der Masten."
Schlechte Aussichten hatte Karsten Schultz- Ninow (GBL), der klar gegen den hohen Aussichtsturm argumentierte, aber schließlich als einziger auch dagegen stimmte. Der Turm müsse nicht so hoch sein. Man müsse nach derzeitigem Forschungsstand davon ausgehen, dass die Kurzwellen-Strahlung für den Menschen schädlich ist, so Schultz- Ninow. Außerdem gebe es keine Entlastung für die umliegenden Gemeinden weitere Handy-Masten müssten schon in kurzer Entfernung errichtet werden. Und letztendlich: "Es wird auch gut daran verdient sein."
Günzburger Zeitung
Jens Uwe Kupka
http://www.henson.com/cards/images/everyday_06s.gif
http://212.227.177.77/JUK/hp_banner.jpg
http://www.hansaparkfan.de
Dänen wollen einen 67 Meter hohen Turm bauen Kritik an geplanten Mobilfunk- Antennen
Von unserem Redaktionsmitglied Holger Sabinsky
Günzburg. Dass Lego mit seinen Freizeitpark- Plänen hoch hinaus will, ist inzwischen kein Geheimnis mehr. Nun aber wollen es die dänischen Spielzeug-Hersteller auf die Spitze treiben. Die sitzt in 67 Meter Höhe und ist Abschluss eines spektakulären Aussichtsturms mit einer drehbaren Fahrgast- Kabine aus Glas. Die zusätzliche Park-Attraktion stößt aber auch auf Kritik, denn im oberen Bereich des Turms sollen eine Reihe von Mobilfunk- Antennen angebracht werden. Der geplante Turm sorgt schon im Vorfeld bei vielen für einen gewissen Weitblick: Mit seiner gewaltigen Höhe von 67 Metern (zum Vergleich: Die Günzburger Frauenkirche ist nur gut 50 Meter hoch) wird er die Baumkronen des Grüngürtels weit überragen und soll einen prächtigen Rundblick bieten: nach Günzburg, in den Schwäbischen Barockwinkel und auch über den Park selbst.
Eine Aussicht, die den Mitgliedern des Günzburger Bauausschusses durchaus gefiel. Der Turm im Lego- Teilbereich "Imagination" soll aus einem Masten bestehen und einer sich drehenden Fahrgast- Kabine, die gleichzeitig die Besucher mittels eines Motors wie ein Aufzug nach oben und unten befördert. Rund 1 200 Besucher könnten theoretisch innerhalb einer Stunde mit der "Gondel" in einer Höhe von gut 50 Meter den Ausblick genießen. In der Praxis werden es wohl einige weniger sein. Wenn der Park und damit der Aussichtsturm stillsteht, soll die Kabine laut Lego zu Boden gefahren werden.
Nur 45 Meter zugelassen
Worum es nun im Bauausschuss eigentlich ging, war die mächtige Höhe des Bauwerks. Der Bebauungsplan lässt für das Gebiet maximal sechs Spiel- oder Aussichtstürme mit einer Höhe bis zu jeweils 45 Metern zu. Von dieser Planung war seinerzeit ausgegangen worden, als die Gestalt des Innerparks noch nicht konkret war. Entschieden werden sollte jetzt, ob Lego eine Befreiung von dieser Regelung erhält und ob den Dänen eine Baugenehmigung für den einen hohen Turm in Aussicht gestellt werden soll.
Lego hatte zwar vergangene Woche zu Testzwecken eigens einen Kran auf die entsprechende Höhe fahren lassen, doch die große Turmhöhe war nur am Rande ein Thema. Kritik entzündete sich vielmehr an der Tatsache, dass im Kopfbereich des Turms mehrere Mobilfunk- Antennen angebracht werden sollen. Die Wirkung der Kurzwellen auf Menschen, so die Befürchtung, sei wissenschaftlich noch nicht genügend erforscht. Gesundheitsgefährdungen könnten somit nicht ausgeschlossen werden.
Doch wo andernorts die Menschen in Bürgerinitiativen auf die Barrikaden gehen, regte sich bei den Günzburger Bauausschuss- Mitgliedern nur zaghafter Widerstand. Zumal Oberbürgermeister Dr. Rudolf Köppler (SPD) ein Alternativ-Szenario malte, bei dem statt des einen hohen Turms mehrere kleine ihre Mobilfunk- Dienste tun müssten. Die wären dann zum einen nicht genehmigungspflichtig. Zum anderen würden sie ihre möglicherweise schädliche Strahlung näher am Boden und damit näher an den Menschen abgeben.
Dietmar Mettler, Lego- Bauprojektleiter, schilderte die Thematik aus Sicht der Dänen als "Zwickmühle". Einerseits wolle und müsse man den Park- Besuchern Handy-Empfang bieten, andererseits wachse die Sorge um gesundheitliche Risiken durch so genannten Elektro- Smog. Ein hoher Turm sei ein halbwegs vernünftiger Kompromiss. Es gebe auch noch eine "entschärfte" Variante von 53 Meter Höhe. Schützenhilfe gab es von Dr. Thomas Ermer (CSU): Man solle nicht so tun, als ob ein Mobilfunk- Turm etwas Neues wäre. Immerhin gebe es davon schon rund ein Dutzend in Günzburg. Johann Briegel (FWG) brachte es auf den Punkt: "Jeder telefoniert mit dem Handy, aber keiner will die Strahlung der Masten."
Schlechte Aussichten hatte Karsten Schultz- Ninow (GBL), der klar gegen den hohen Aussichtsturm argumentierte, aber schließlich als einziger auch dagegen stimmte. Der Turm müsse nicht so hoch sein. Man müsse nach derzeitigem Forschungsstand davon ausgehen, dass die Kurzwellen-Strahlung für den Menschen schädlich ist, so Schultz- Ninow. Außerdem gebe es keine Entlastung für die umliegenden Gemeinden weitere Handy-Masten müssten schon in kurzer Entfernung errichtet werden. Und letztendlich: "Es wird auch gut daran verdient sein."
Günzburger Zeitung
Jens Uwe Kupka
http://www.henson.com/cards/images/everyday_06s.gif
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