Schausteller Demo

#1

Schausteller Demo

Da wär ich gerne dabei gewesen...

Artikel Ostfriesische Nachrichten

Verein der Ostfriesischen Schausteller protestiert gegen das Verbot von Volksfesten in der Region

Heute Vormittag Demonstrationsfahrt durch Leer / Maul- und Klauenseuche beeinträchtigt Kirmesvergnügen
pop Leer. Der „Verein reisender Schausteller Ostfriesland“ will sich das Verbot von Volksfesten und Jahrmärkten im Landkreis Leer nicht mehr gefallen lassen. Heute Vormittag findet aus diesem Anlass eine Demonstrationsfahrt von Logabirum nach Leer statt. Gegen 12 Uhr beginnt die Abschlussveranstaltung an der Nesse. Albert Ritter, Vizepräsident der europäischen Schaustellerunion und Vorsitzender der ostfriesischen Schausteller, wird zu den Demonstranten sprechen.

Ende März war der Johannismarkt in Weener abgesagt worden. Hintergrund war die Befürchtung gewesen, durch die zu erwartenden Menschenmassen könne die in den Niederlanden grassierende Maul- und Klauenseuche eingeschleppt werden. Jonny Eden, Pressesprecher des Vereins reisender Schausteller Ostfrieslands, hatte sogar Verständnis für diese Maßnahme gehabt. „Da war MKS gerade ausgebrochen, so dass man die Vorsicht nachvollziehen konnte.“ Doch danach habe der Landkreis empfohlen, weitere Märkte abzusagen. Die ostfriesischen Schausteller mussten herbe Einnahmeverluste hinnehmen.

„In ganz Europa sind mir keine Fälle bekannt, dass ein generelles Verbot für solche Volksfeste erlassen wurde“, kann Eden die derzeitige Situation nicht mehr gutheißen. „Die Schausteller sind doch eingetragene Vereine. Wenn man so will, müsste auch der Einzelhandel geschlossen werden“, begründet er den Grund für die Demonstration.

Eden fordert, dass sich der Landkreis nicht auf Kosten der Schausteller profilieren solle. Mit Seuchenschutz habe das Verbot nämlich nichts zu tun. „Dann müsste man auch Fußballspiele absagen“, gibt Eden zu bedenken.

Auch die Bevölkerung würde unter den jetzigen Absagen leiden: „Die Gäste haben immer viel Freude.“ Eden rechnet mit einer großen Resonanz. „Das Telefon steht nicht still. Immer wieder melden sich weitere Schausteller etwa aus Osnabrück, Neumünster oder Lübeck, die dabeisein wollen.“ Mit der Teilnahme von über 120 Schaustellertransporten rechnet der Pressesprecher. Gleichzeitig solle die Kundgebung Solidarität mit den Landwirten verdeutlichen. Nach Aussagen von Eden unterstütze die Stadt Leer die Aktion.



Jens Uwe Kupka
http://www.henson.com/cards/images/everyday_06s.gif

http://212.227.177.77/JUK/hp_banner.jpg
http://www.hansaparkfan.de
#2

Und so war die Demo

Antwort auf JUK, Beitrag #1

Emder Zeitung

Schausteller: Jahrmarktsverbote wegen MKS bringen uns den Ruin

Großdemonstration in Leer mit 150 Zugmaschinen.


"An uns denkt keiner", rief erbost ein Schausteller dem Leeraner Landrat Andreas Schaeder zu. Er hatte sich mit rund 500 Berufskollegen gestern in Leer zu einer Demonstration versammelt, um auf seine missliche Lage aufmerksam zu machen. Denn den ostfriesischen Jahrmarktbeschickern geht nach eigenen Angaben bald die Luft aus. Grund: Der Landkreis Leer und das Emsland haben zahlreiche Volksfeste wegen einer möglichen Ansteckungsgefahr mit der Maul- und Klauenseuche verboten (die Emder Zeitung berichtete). Leer beruft sich dabei auf eine Vorkriegsverordnung.
"Diese Verordnung geht uns an die Existenz", sagte der Sprecher der ostfriesischen Schausteller, Jonny Eden. Deshalb hatten die Schausteller auch zu einer Großdemonstration gestern Vormittag nach Leer eingeladen. Rund 500 aus ganz Norddeutschland kamen. Fast drei Kilometer lang war nach Angaben der Polizei der Zug aus Autos und Lastwagen mit Karussells. Stundenlang war die Leeraner Innenstadt durch die Fahrzeuge blockiert.
Friedliche Demonstration
Um neun Uhr hatten sich die Jahrmarktsbeschicker in Leer-Logabirum getroffen. Um zehn Uhr setzte sich dann der friedliche Demonstrationszug in Bewegung. Gegen elf Uhr erreichten die ersten Wagen das Landkreisgebäude in der Innenstadt. Dort nahm Schaeder die Delegation der Schausteller in Empfang. Der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes und Vizepräsident der Europäischen Schaustellerunion, Albert Ritter aus Essen, unterbreitete Schae
der die Sorgen und Nöte der Schausteller. Es könne nicht angehen, dass Volksfeste als "vermeidbare Veranstaltungen" eingestuft und kurzerhand abgesagt werden, große Einkaufszentren auf der grünen Wiese jedoch zur gleichen Zeit über 10 000 Besucher bei einer Sonder-Aktion zählen.
Die Schausteller verlangen flächendeckende Impfungen gegen MKS. "Das hilft den Landwirten und uns", sagte der Vorsitzende des Vereins reisender Schausteller Ostfriesland, Karl-Heinz Langenscheidt. Er ist empört über die unterschiedlichen Bewertungen von Volksaufläufen: "Kein Fussballspiel wird wegen eines MKS-Verdachts abgesagt, keine Einkaufsstraße schließt und auch kein Einkaufszentrum, aber uns, die wir keine Versicherungen gegen solche Dinge haben, wird die Existenzgrundlage entzogen."
Langenscheidt und seine Schaustellerkollegen machten darauf aufmerksam, dass man sich durchaus mit den Landwirten solidarisch erklärt. "Wir wollen nicht gegen die Bauern handeln, sondern Schutzmaßnahmen unterstützen. Deshalb ist es auch sinnvoll, entsprechende Desinfektionsmatten an Jahrmarktseingängen auszulegen", sagte Eden.
Der Vizepräsident des Deutschen Schaustellerbundes, Edgar Drexel - er kam zur Abschlusskundgebung an der Nessestraße bei den Viehhallen - sprach deutliche Worte zu den Kollegen: "So etwas wie hier im Landkreis Leer gibt es in ganz Deutschland nicht. Diese Volksfestverbote dürfen wir uns nicht gefallen lassen. Wir sind alle rechtschaffene Gewerbetreibende und Steuerzahler." Er sei froh, dass sich so viele Schausteller zu der Demonstration eingefunden haben, um damit deutlich ihre Solidarität untereinander zu bekunden.
Positiv überrascht über den großen Zuspruch der Berufskollegen waren auch Langenscheidt und Eden. Sie lobten Landrat Schaeder, der sich ihren Fragen gestellt hatte. Zwar konnte er ihnen keine Zusagen machen, "aber er hat uns wenigstens angehört", sagte Langenscheidt.
Schaeder versuchte seinen Standpunkt zu verdeutlichen: "Wir müssen alles tun, damit MKS hier nicht ausbricht. Wenn es dennoch geschehen sollte, dann liegt hier alles lahm." Er habe im Einzelfall abzuwägen und bat dafür um Verständnis.


Jens Uwe Kupka
http://www.henson.com/cards/images/everyday_06s.gif

http://212.227.177.77/JUK/hp_banner.jpg
http://www.hansaparkfan.de

Reaktion auswählen