Colossos-Bericht in der HAZ vom 14.4.
LETZTE BEARBEITUNG AM 14-Apr-2001 UM 09:32 Uhr ()
Warten auf "Colossos": Fans schwärmen vom Schweben
Im Heidepark fährt jetzt die weltgrößte Holzachterbahn
Soltau. Abergläubisch? "Keine Spur." Dass die größte Holzachterbahn der Welt ausgerechnet an einem Freitag, dem 13., ihren Betrieb aufnimmt, ist für Helmut Nothing überhaupt kein schlechtes Omen. Seit 20 Jahren plant er neue Fahrattraktionen im Heidepark Soltau, aber die Holzachterbahn "Colossos" sei schon etwas ganz Besonderes, sagt er und wiegt seinen Kopf bedächtig hin und her. Bis zu 120 Stundenkilometer erreichen die Wagen der 60 Meter hohen Bahn, das maximale Gefäle beträgt 61 Grad, die größte Querneigung liegt bei 67 Grad. Da lohne es sich durchaus schon einmal, einige Stunden auf die Eröffnung zu warten, sagt Nothing. Das findet auch Dennis Vedder. Vier Stunden harrt der 13-jährige aus Soltau schon in der Kälte aus. Ungeduldig ist er nicht. "Ich freu mich schon auf den Nervenkitzel", sagt er.
Für Michael Wenko aus Oldenburg ist es "Ehrensache", bei der Eröffnung von "Colossos" dabei zu sein. Der Computerspezialist fährt Achterbahn aus Leidenschaft. Ihn fasziniert die komplizierte Technik, erzählt der 31-jährige und schiebt seine Baseballkappe nach hinten. Wenko ist ein organisierter Achterbahnfan. "Freundeskreis Kirmes- und Freizeitparks" heißt sein Verein. Im Sommer sind die Achterbahnfreaks beinahe jedes Wochenende in einem anderen Park unterwegs. Sie schwärmen vom Kick, vom Geschwindigkeitsrausch, vom Gefühl des Schwebens, das sie "Airtime" nennen.
Eine Achterbahn aus Holz ist für den Betreiber des Heideparks, Hans-Jürgen Tiemann, schon immer der größte Traum gewesen. 45 Millionen Mark hat er ihn sich kosten lassen. Bis zu 1500 Personen kann "Colossos" in einer Stunde transportieren. Aus 3000 Kubikmetern Kiefernholz, 80 Tonnen Schrauben und 3800 Kubikmetern Beton haben Firmen aus der Region in nur sechs Monaten den gigantischen Baau errichtet. Dann folgt eine ausgiebige Sicherheitsprüfung. Bis Freitagmittag sitzen die Sachverständigen vom TÜV München an ihren Rechnern. Das Interesse, auch der Medien, ist so groß, dass die Gutachter mit ihrer Arbeit nicht so recht vorankommen. Die Eröffnung verschiebt sich Stunde um Stunde.
Endlich, um kurz vor 14 Uhr, ist es dann so weit. Als Erste dürfen die Handwerker fahren, die "Colossos" gebaut haben. Helmut Nothing sitzt ganz vorn, neben ihm Zimmermann Frank Patzenhauer. Begleitet vom Jubeln und Klatschen der mehreren tausend Zuschauer sausen die gelben Wagen die Steilwand hinunter. Nach 145 Sekunden sind die Teilnehmer der Jungfernfahrt wieder da. Die Haare zerzaust, auf den Gesichtern ein leicht entrücktes Lächeln: "Einfach bombastisch", japst Patzenhauer, und Nothing fehlen für einen kurzen Moment die Worte. "Irre", sagt er dann. Wenko schwärmt vom Schweben: "So etwas habe ich noch nie erlebt." Eine halbe Stunde später wird "Colossos" schließlich auch für die übrigen Besucher geöffnet. Dennis Vedder rennt ganz vorn.
(Sorry für Tippfehler, ich sitze nicht an meiner Tastatur.)
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Warten auf "Colossos": Fans schwärmen vom Schweben
Im Heidepark fährt jetzt die weltgrößte Holzachterbahn
Soltau. Abergläubisch? "Keine Spur." Dass die größte Holzachterbahn der Welt ausgerechnet an einem Freitag, dem 13., ihren Betrieb aufnimmt, ist für Helmut Nothing überhaupt kein schlechtes Omen. Seit 20 Jahren plant er neue Fahrattraktionen im Heidepark Soltau, aber die Holzachterbahn "Colossos" sei schon etwas ganz Besonderes, sagt er und wiegt seinen Kopf bedächtig hin und her. Bis zu 120 Stundenkilometer erreichen die Wagen der 60 Meter hohen Bahn, das maximale Gefäle beträgt 61 Grad, die größte Querneigung liegt bei 67 Grad. Da lohne es sich durchaus schon einmal, einige Stunden auf die Eröffnung zu warten, sagt Nothing. Das findet auch Dennis Vedder. Vier Stunden harrt der 13-jährige aus Soltau schon in der Kälte aus. Ungeduldig ist er nicht. "Ich freu mich schon auf den Nervenkitzel", sagt er.
Für Michael Wenko aus Oldenburg ist es "Ehrensache", bei der Eröffnung von "Colossos" dabei zu sein. Der Computerspezialist fährt Achterbahn aus Leidenschaft. Ihn fasziniert die komplizierte Technik, erzählt der 31-jährige und schiebt seine Baseballkappe nach hinten. Wenko ist ein organisierter Achterbahnfan. "Freundeskreis Kirmes- und Freizeitparks" heißt sein Verein. Im Sommer sind die Achterbahnfreaks beinahe jedes Wochenende in einem anderen Park unterwegs. Sie schwärmen vom Kick, vom Geschwindigkeitsrausch, vom Gefühl des Schwebens, das sie "Airtime" nennen.
Eine Achterbahn aus Holz ist für den Betreiber des Heideparks, Hans-Jürgen Tiemann, schon immer der größte Traum gewesen. 45 Millionen Mark hat er ihn sich kosten lassen. Bis zu 1500 Personen kann "Colossos" in einer Stunde transportieren. Aus 3000 Kubikmetern Kiefernholz, 80 Tonnen Schrauben und 3800 Kubikmetern Beton haben Firmen aus der Region in nur sechs Monaten den gigantischen Baau errichtet. Dann folgt eine ausgiebige Sicherheitsprüfung. Bis Freitagmittag sitzen die Sachverständigen vom TÜV München an ihren Rechnern. Das Interesse, auch der Medien, ist so groß, dass die Gutachter mit ihrer Arbeit nicht so recht vorankommen. Die Eröffnung verschiebt sich Stunde um Stunde.
Endlich, um kurz vor 14 Uhr, ist es dann so weit. Als Erste dürfen die Handwerker fahren, die "Colossos" gebaut haben. Helmut Nothing sitzt ganz vorn, neben ihm Zimmermann Frank Patzenhauer. Begleitet vom Jubeln und Klatschen der mehreren tausend Zuschauer sausen die gelben Wagen die Steilwand hinunter. Nach 145 Sekunden sind die Teilnehmer der Jungfernfahrt wieder da. Die Haare zerzaust, auf den Gesichtern ein leicht entrücktes Lächeln: "Einfach bombastisch", japst Patzenhauer, und Nothing fehlen für einen kurzen Moment die Worte. "Irre", sagt er dann. Wenko schwärmt vom Schweben: "So etwas habe ich noch nie erlebt." Eine halbe Stunde später wird "Colossos" schließlich auch für die übrigen Besucher geöffnet. Dennis Vedder rennt ganz vorn.
(Sorry für Tippfehler, ich sitze nicht an meiner Tastatur.)
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