Stuttgarter Frühlingsfest

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Stuttgarter Frühlingsfest

Der Traum von reichlich Besuchern
Am Samstag beginnt das 63. Frühlingsfest - 196 Beschicker auf dem Wasen
Was macht man, wenn alles gesagt ist, die Höflichkeit aber fordert, dass man sich weiter unterhält? Genau, man redet übers Wetter. Und so plauderten Stuttgart-Marketing-Chef Klaus Lindemann und Festwirt Walter Weitmann, nachdem die Fakten zum 63. Frühlingsfest erörtert waren, noch übers Osterwetter. Gut soll's werden, weiß Lindemann, eher schlecht, vermutet Weitmann.

VON FRANK ROTHFUSS

Dies war aber auch der einzige Punkt, an dem sich die Beteiligten nicht einig waren. Ansonsten: Harmonie und Vorfreude allerorten. Veranstalter VMS, Schausteller und die Werber von Stuttgart-Marketing lobten sich und die anderen, zeigten sich überzeugt davon, dass alles für ein erfolgreiches Frühlingsfest getan wurde. Um es mit den Worten von VMS-Chef Wolfgang Thiele zu sagen: ¸¸Wir bieten Tradition und Attraktion, Nervenkitzel und Entspannung, Essen und Trinken'', kurzum, ¸¸ein Erlebnis der besonderen Art auf der größten Veranstaltung dieser Art in Süddeutschland''.

In dürren Zahlen bedeutet dies: Vom 14. April bis zum 6. Mai bauen auf dem Cannstatter Wasen 196 Beschicker ihre Geschäfte auf. 59 bieten Speis und Trank feil, 37 Fahrgeschäfte gibt es, dazu Krämermarkt und Französisches Dorf. Am 25. April und am 2. Mai finden wieder zwei Kindernachmittage statt, dabei reduzieren viele Geschäfte ihre Preise. Zudem soll am 25. April ein Feuerwerk die Besucher locken. Um 21.45 Uhr werden 20000 Mark als Raketen und Böller am Nachthimmel explodieren. Trotz Maul- und Klauenseuche soll am 5.Mai von 9 bis 14 Uhr im Reitstadion der Pferdemarkt stattfinden. Unter der Woche kann man sich von 12 bis 23 Uhr, samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 23 Uhr auf dem Frühlingsfest amüsieren.

Die Besucher werden sich dabei an eine neu gestaltete Umgebung gewöhnen müssen. Weil die VMS laut Thiele ¸¸immer mit der Zeit geht'', gibt's einen neuen Stand-Plan. ¸¸Wir haben den Platz umgestaltet, um das Französische Dorf in der Mitte gibt es einen Rundlauf, an dem alle Betriebe aufgereiht sind.'' Dass sich auf dem Rundkurs genügend Besucher tummeln, davon ist Thiele überzeugt, und er wagt auch eine Prognose: ¸¸Wir rechnen mit einer Million Besucher!''

Darauf hoffen vor allem die Festwirte. Nach der Rückkehr von Walter Weitmann aufs Frühlingsfest buhlen neben den vielen Biergärten nun fünf große Zelte um die Zecher: Hans-Peter Grandl, Göckelesmaier, Apfelbaum, des Wasenwirts Erlebniszelt und Weitmann.

Dass sie dabei auf ihre Kosten kommen, hoffen die Wirte, die Zweifel sind indes groß. Karl Maier vom Göckelesmaier hat lange überlegt, ob er wieder aufs Frühlingsfest kommen soll; Max-Rudi Weeber gab sein Bierzelt auf, investierte viel Geld in ein Erlebniszelt. Doch bevor Wirtschaftsbürgermeister Dieter Blessing am Samstag gegen 12.30 Uhr beim Göckelesmaier den Zapfhahn ins Fass rammt, ist Zuversicht angesagt. Da kritische Worte dem Geschäft schaden, wird Einheit demonstriert, tapfer gelächelt und von reichlich Kunden geträumt. Ob alle Kalkulationen aufgehen, wird sich zeigen, einfacher scheint da eine Wettervorhersage. Die Experten halten es mit Walter Weitmann: Kühl und nass soll es werden. Hoffentlich stehen am Ende nicht zu viele im Regen.

Sindelfinger Zeitung

Jens Uwe Kupka
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