Western Country Black Valley
Artikel aus dem Schwarzwälder Bote
Das Kriegsbeil wird ausgegraben
Vöhringer Bürgerinitiative macht Front gegen geplanten Western-Park im Wald
Vöhringen. Noch bevor die Planung für den Western-Park überhaupt steht, wird in Vöhringen bereits das Kriegsbeil ausgegraben. Nach dem strittigen Thema Gewerbegebiet scheiden sich die Geister nun an einem weiteren Großprojekt: Ein Freizeitpark mit Hotelanlage könnte in einem Waldstück der Gemeinde entstehen. Dagegen kämpft in Vöhringen die Bürgerinitiative Pro Natur.
Für die Sprecherin der Bürgerinitiative, Dr. Hedwig Haas-Lupold, ist eines klar: "Kein Verkauf von wertvollem Gemeindewald für private Interessen. Und schon gar nicht für einen zweifelhaften Freizeitpark." In einer großen Anzeige von Pro Natur im Vöhringer Gemeindeblatt wird die Frage gestellt: "Wieviel Vergnügen könnte es unserer Bevölkerung bereiten, in einer westernähnlichen Stadt Cowboy oder Indianer zu sein?" "Western Country Black Valley" soll der geplante, gut 20 Hektar große Freizeitpark heißen.
Ob es bei dieser Fläche bleibt, ist jedoch umstritten. Die Naturschutzorganisationen Nabu und Bund, die inzwischen ebenfalls in die Diskussion eingegriffen haben, stellen gemeinsam fest: "Der bauseits geforderte Mindestabstand des Waldes von bebauten Flächen erfordert eine weitgehende Rodung." Die in Frage kommende Fläche habe eine Größe von mehr als 30 Fußballfeldern.
Das Hickack um das Großprojekt geht den Vöhringer Bürgern zunehmend auf die Nerven. Immerhin haben sich inzwischen über 550 Vöhringer in die Unterschriftenliste der Bürgerinitiative Pro Natur eingetragen. Hedwig Haas-Lupold versichert: "Und täglich kommen neue hinzu." Die Bürgerinitiative, das betont Haas-Lupold, richte sich nicht grundsätzlich gegen den Park, sondern gegen den Standort im Waldstück links der L409 in Richtung Beuremer Tal.
Die 550 Unterschriften, die nach Ostern ans Rathaus übergeben werden sollen, würden eigentlich reichen, um einen Bürgerentscheid über das Projekt zu beantragen. Ob der freilich zustande kommt, ist fraglich. Denn laut Bürgermeister Hans-Christian Hornberger handelt es sich beim Verkauf von Gemeindewald nicht um einen Vorgang, der entsprechend der Gemeindesatzung durch einen Bürgerentscheid bestimmt werden kann. Für einen Bürgerentscheid müsste, so Hornberger, erst die Satzung geändert werden. Und dem müsste der schwer berechenbare Gemeinderat zustimmen, der in der Freizeitpark-Frage bereits einmal eine 180-Grad Kehrtwende vollzogen hat: Erst waren die Räte grundsätzlich gegen den Park im Wald, dann hoben sie den Beschluss kurzerhand wieder auf.
Vöhringens Bürgermeister versteht die aufgeregte Diskussion um den Park ohnehin nicht. Hornberger: "Das einzige was wir derzeit wollen ist, dass weitere Informationen eingeholt werden. Ein Standort steht überhaupt noch nicht fest. Und natürlich muss auch der Waldstandort geprüft werden." Jetzt sei man in Vöhringen auf dem besten Wege, erneut ein Projekt zu Fall zu bringen, bevor die Bedingungen dafür untersucht wurden.
Und was sagt der große Investor zu den Vorgängen in Vöhringen? Nichts. Der Unternehmer Walter Seemann war gestern auf Nachfrage dieser Zeitung nicht zu sprechen.
Von Bernd Schleh (sb)
Jens Uwe Kupka
http://www.henson.com/cards/images/everyday_06s.gif
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http://www.hansaparkfan.de
Das Kriegsbeil wird ausgegraben
Vöhringer Bürgerinitiative macht Front gegen geplanten Western-Park im Wald
Vöhringen. Noch bevor die Planung für den Western-Park überhaupt steht, wird in Vöhringen bereits das Kriegsbeil ausgegraben. Nach dem strittigen Thema Gewerbegebiet scheiden sich die Geister nun an einem weiteren Großprojekt: Ein Freizeitpark mit Hotelanlage könnte in einem Waldstück der Gemeinde entstehen. Dagegen kämpft in Vöhringen die Bürgerinitiative Pro Natur.
Für die Sprecherin der Bürgerinitiative, Dr. Hedwig Haas-Lupold, ist eines klar: "Kein Verkauf von wertvollem Gemeindewald für private Interessen. Und schon gar nicht für einen zweifelhaften Freizeitpark." In einer großen Anzeige von Pro Natur im Vöhringer Gemeindeblatt wird die Frage gestellt: "Wieviel Vergnügen könnte es unserer Bevölkerung bereiten, in einer westernähnlichen Stadt Cowboy oder Indianer zu sein?" "Western Country Black Valley" soll der geplante, gut 20 Hektar große Freizeitpark heißen.
Ob es bei dieser Fläche bleibt, ist jedoch umstritten. Die Naturschutzorganisationen Nabu und Bund, die inzwischen ebenfalls in die Diskussion eingegriffen haben, stellen gemeinsam fest: "Der bauseits geforderte Mindestabstand des Waldes von bebauten Flächen erfordert eine weitgehende Rodung." Die in Frage kommende Fläche habe eine Größe von mehr als 30 Fußballfeldern.
Das Hickack um das Großprojekt geht den Vöhringer Bürgern zunehmend auf die Nerven. Immerhin haben sich inzwischen über 550 Vöhringer in die Unterschriftenliste der Bürgerinitiative Pro Natur eingetragen. Hedwig Haas-Lupold versichert: "Und täglich kommen neue hinzu." Die Bürgerinitiative, das betont Haas-Lupold, richte sich nicht grundsätzlich gegen den Park, sondern gegen den Standort im Waldstück links der L409 in Richtung Beuremer Tal.
Die 550 Unterschriften, die nach Ostern ans Rathaus übergeben werden sollen, würden eigentlich reichen, um einen Bürgerentscheid über das Projekt zu beantragen. Ob der freilich zustande kommt, ist fraglich. Denn laut Bürgermeister Hans-Christian Hornberger handelt es sich beim Verkauf von Gemeindewald nicht um einen Vorgang, der entsprechend der Gemeindesatzung durch einen Bürgerentscheid bestimmt werden kann. Für einen Bürgerentscheid müsste, so Hornberger, erst die Satzung geändert werden. Und dem müsste der schwer berechenbare Gemeinderat zustimmen, der in der Freizeitpark-Frage bereits einmal eine 180-Grad Kehrtwende vollzogen hat: Erst waren die Räte grundsätzlich gegen den Park im Wald, dann hoben sie den Beschluss kurzerhand wieder auf.
Vöhringens Bürgermeister versteht die aufgeregte Diskussion um den Park ohnehin nicht. Hornberger: "Das einzige was wir derzeit wollen ist, dass weitere Informationen eingeholt werden. Ein Standort steht überhaupt noch nicht fest. Und natürlich muss auch der Waldstandort geprüft werden." Jetzt sei man in Vöhringen auf dem besten Wege, erneut ein Projekt zu Fall zu bringen, bevor die Bedingungen dafür untersucht wurden.
Und was sagt der große Investor zu den Vorgängen in Vöhringen? Nichts. Der Unternehmer Walter Seemann war gestern auf Nachfrage dieser Zeitung nicht zu sprechen.
Von Bernd Schleh (sb)
Jens Uwe Kupka
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