Nun doch Ocean-Park in Bremerhaven ?

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Nun doch Ocean-Park in Bremerhaven ?

Klimahaus als neuer Publikumsmagnet

Petri und Zechbau steigen in Bremerhavener Ocean-Park ein / Projekt „vom Kopf auf die Füße gestellt“

Von unserem Mitarbeiter
Detlef Kolze

Die Entwicklung einer maritimen Erlebniswelt im Bremerhavener Stadtzentrum soll wieder Schwung bekommen. Gestern präsentierte Oberbürgermeister Jörg Schulz (SPD) zusammen mit Wirtschaftssenator Josef Hattig (CDU) eine Reihe von Investoren, die sich gemeinsam mit Stadt und Land am Planungsprozess beteiligen. Damit wird laut Schulz das bisher erfolglose Ocean-Park-Projekt „vom Kopf auf die Füße gestellt“.
„Wir beginnen nicht mit einer unfinanzierbaren Planung, sondern mit konkreten Investoren“, sagte der Bremerhavener Oberbürgermeister über den neuen Ansatz. Was Projektentwickler Jörg Köllmann während jahrelanger Planungsphasen unter dem Stichwort „Ocean Park“ nicht gelang, soll nun durch den „erfolgversprechenden Neubeginn“ auf dem Gelände am Alten und Neuen Hafen schnell realisiert werden. Laut Schulz wird „in bester Lage zwischen Innenstadt und Weserdeich“ ein neuartiger Besuchermagnet inmitten von Freizeiteinrichtungen, Geschäften, Marina und Wohnungen mit Blick aufs Wasser geplant.
Was früher unter dem Namen „Blauer Planet“ nach mehreren Anläufen scheiterte, erhält jetzt als Hauptattraktion von der Hamburger Firma Petri & Tiemann und der Firma Nausicaa ein völlig neues Gesicht. Carlo Petri, der auch das Bremer „Universum Science Center“ konzipiert hat, präsentierte gestern eine erste Skizze möglicher Ideen und Themen für ein „Klimahaus“, das miteiner ganz neuartigen „Mischung aus Spaß und Sinnstiftung“ Besucher nach Bremerhaven locken soll. Auf einer Fläche von rund 15000 Quadratmetern regen die Hamburger Impulsgeber an, beispielsweise Groß-lebensräume zum Durchwandern, ein spektakuläres Aquarium, begehbare Klimakammern und ein Wetterstudio zu errichten.
Unter dem Stichwort „Mediterraneum“ möchte Frank H. Albrecht (in Bremen u.a. durch das Vegesacker „Haven Höövt“ bekannt geworden) eine von italienischem Flair inspirierte Erlebnismeile mit Gastronomie, Veranstaltungen und Einzelhandel bauen. Das 50-Millionen-Mark-Projekt kann laut Albrecht nur im Rahmen des Gesamtkonzeptes mit dem „Klimahaus“ und anderen Einrichtungen funktionieren. Dazu zählen nach den gestrigen Angaben einHotel samt Veranstaltungszentrum (Firma Zechbau), ein Einkaufsbereich (Firma Dieckell), eine Marina mit Dienstleistungszentrum rund um den Wassersport (Firma Judel & Vrolijk) und „Wohnungen in maritimer Top-Lage“ (Firma Hansa-Grundbesitz).
Wirtschaftssenator Hattig versicherte, dass die öffentliche Finanzierung in einer Größenordnung von 500 Millionen Mark sichergestellt sei. „Bremerhaven und die privaten Investoren können sich auf die finanzielle Mitwirkungsbereitschaft des Landes verlassen“, sagte Hattig. Einig waren sich Hattig und Schulz darin, dass sich weitere Unternehmen in das Bremerhavener Projekt einklinken können. Der jetzt gewählte Ansatz, aus Teilprojekten ein „touristisches Gesamtangebot aus einem Guss“ zu stricken, bleibe für andere Interessenten offen.
Oberbürgermeister Schulz ließ keinen Zweifel daran, dass konkrete Investitionsentscheidungen erst am Ende des jetzt neu gestarteten Planungsprozesses getroffen werden können. „Wir haben mit Sicherheit noch eine Vielzahl schwieriger Fragen vor uns“, sagte Schulz. Insbesondere die Einbeziehung einer „Erlebniswelt Auswanderung“ und die Verknüpfung mit der Innenstadt werde noch manchen Schweiß kosten. Trotzdem zeigte Schulz sich optimistisch, dass in konstruktiver Zusammenarbeit aller gute Lösungen gefunden werden können.

Bremer Nachrichten, 10. 04. 2001

Jens Uwe Kupka
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