Tierseuche macht auch vor Volksfesten nicht Halt
Artikel aus der Emder Zeitung
Tierseuche macht auch vor Volksfesten nicht Halt
Erhöhte Vorsicht bei Jahrmärkten wegen Ansteckungsgefahr.
Die Maßnahmen gegen einen Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Deutschland machen auch vor Frühlings- und Volksfesten in der Region nicht Halt. Der Ostermarkt in Norddeich (14. bis 16. April) wird zwar stattfinden, an spezielle Vorkehrungen werde jedoch gedacht, sagte Remmer Hedemann von der Norder Stadtverwaltung der Emder Zeitung gestern. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk sind darauf vorbereitet, Desinfektions-Maßnahmen durchführen zu können: "Wenn was ist, stehen wir Gewehr bei Fuß." Auf dem Moormerländer Frühlingsmarkt hatte man am Wochenende das Marktgelände abgesperrt und an den Zugängen Desinfektionsmatten ausgelegt.
An ein generelles Marktverbot denke man derzeit nicht, sagte der Auricher Kreistierarzt Dr. Lübbert Lübbers. Die Situation könne sich aber "von Tag zu Tag ändern", wenn die Seuche über die deutsch-niederländische Grenze vordringt: "Dann müssen wir radikal umsteuern."
In Ditzum hat man diesen Schritt schon getan. Dort wird der Ostermarkt nicht stattfinden. Dies hat die Gemeinde Jemgum so beschlossen. Zuvor war auch der Johanni-Markt in Weener ausgefallen. Durch die Nähe zur niederländischen Grenze befürchtete man ein Einschleppen der Tierseuche. Auch in Lingen ist ein Jahrmarkt aus diesen Gründen abgesagt worden. Die Niederländer haben gestern ihren zwölften MKS-Fall gemeldet.
"Wir hoffen, dass der Spuk bis zum Emder Matjesfest vorbei ist", sagte der Fachbereichsleiter für öffentliche Sicherheit in Emden, Wolfgang Münch. Bisher gelten Beschränkungen und Sicherheitsvorschriften aus den Krisenzentren für den Monat April. Das Matjesfest beginnt am 24. Mai. Münch: "Wenn die Situation sich dann noch nicht gebessert hat, müssen wir kurzfristig entscheiden."
Das beste Mittel gegen eine Seuchenausbreitung seien Vorsichtsmaßnahmen. "Hier ist immer noch erhöhte Wachsamkeit gefragt", sagte der Emder Amtstierarzt Dr. Jürgen Kleiminger. Die Stadt Emden hat angeordnet, dass Rinder und Schweine bis auf weiteres im Stall bleiben. Kleiminger: "Die Ansteckungsgefahr ist noch zu groß." Gerade Rinder, aber auch Schafe, benötigen nur wenige Erreger, um zu erkranken. Schweine dagegen sind zwar sehr gute Überträger von MKS, benötigen aber eine Vielzahl von Infektionseinheiten, bis die Seuche ausbricht.
Kleiminger rät allen Landwirten, weiter ihre Tiere abzuschirmen. Auch bei den Mahnfeuern, die am Sonnabend entzündet wurden, sei höchste Vorsicht angebracht gewesen. Dies sei in und um Emden befolgt worden. Am Donnerstag sollen die Feuer bundesweit wiederholt werden. Kleiminger: "Ich warne alle davor, die daraus einen Volksauflauf machen wollen." Die Landwirte entzünden Feuer, um damit auf ihre Situation aufmerksam zu machen und einzufordern, dass die Behörden es zulassen, die Tierbestände gegen MKS zu impfen.
Derweil hoffen Tierärzte und Landwirte auf warmes Wetter. Sobald das Thermometer auf 22 Grad steigt, ist die Gefahr von MKS gebannt. Dann überlebt das Virus höchstens drei Tage.
Tierpark bleibt geöffnet
Trotz MKS weiter geöffnet bleibt der Tier- und Freizeitpark in Jaderberg. Allerdings wurden auch dort eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Desinfektionsmatten wurden ausgelegt, Hunde dürfen nicht mehr hinein. Auch Picknickkörbe müssen im Auto bleiben. Ausnahme: konservierte Säuglings- und Kleintiernahrung.
Geschlossen wurde das Streichelgehege. Auch einige andere Tiere dürfen nicht mehr berührt werden. Das betrifft Kamele, Kängurus und Zwergflusspferde.
Jens Uwe Kupka
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Tierseuche macht auch vor Volksfesten nicht Halt
Erhöhte Vorsicht bei Jahrmärkten wegen Ansteckungsgefahr.
Die Maßnahmen gegen einen Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Deutschland machen auch vor Frühlings- und Volksfesten in der Region nicht Halt. Der Ostermarkt in Norddeich (14. bis 16. April) wird zwar stattfinden, an spezielle Vorkehrungen werde jedoch gedacht, sagte Remmer Hedemann von der Norder Stadtverwaltung der Emder Zeitung gestern. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk sind darauf vorbereitet, Desinfektions-Maßnahmen durchführen zu können: "Wenn was ist, stehen wir Gewehr bei Fuß." Auf dem Moormerländer Frühlingsmarkt hatte man am Wochenende das Marktgelände abgesperrt und an den Zugängen Desinfektionsmatten ausgelegt.
An ein generelles Marktverbot denke man derzeit nicht, sagte der Auricher Kreistierarzt Dr. Lübbert Lübbers. Die Situation könne sich aber "von Tag zu Tag ändern", wenn die Seuche über die deutsch-niederländische Grenze vordringt: "Dann müssen wir radikal umsteuern."
In Ditzum hat man diesen Schritt schon getan. Dort wird der Ostermarkt nicht stattfinden. Dies hat die Gemeinde Jemgum so beschlossen. Zuvor war auch der Johanni-Markt in Weener ausgefallen. Durch die Nähe zur niederländischen Grenze befürchtete man ein Einschleppen der Tierseuche. Auch in Lingen ist ein Jahrmarkt aus diesen Gründen abgesagt worden. Die Niederländer haben gestern ihren zwölften MKS-Fall gemeldet.
"Wir hoffen, dass der Spuk bis zum Emder Matjesfest vorbei ist", sagte der Fachbereichsleiter für öffentliche Sicherheit in Emden, Wolfgang Münch. Bisher gelten Beschränkungen und Sicherheitsvorschriften aus den Krisenzentren für den Monat April. Das Matjesfest beginnt am 24. Mai. Münch: "Wenn die Situation sich dann noch nicht gebessert hat, müssen wir kurzfristig entscheiden."
Das beste Mittel gegen eine Seuchenausbreitung seien Vorsichtsmaßnahmen. "Hier ist immer noch erhöhte Wachsamkeit gefragt", sagte der Emder Amtstierarzt Dr. Jürgen Kleiminger. Die Stadt Emden hat angeordnet, dass Rinder und Schweine bis auf weiteres im Stall bleiben. Kleiminger: "Die Ansteckungsgefahr ist noch zu groß." Gerade Rinder, aber auch Schafe, benötigen nur wenige Erreger, um zu erkranken. Schweine dagegen sind zwar sehr gute Überträger von MKS, benötigen aber eine Vielzahl von Infektionseinheiten, bis die Seuche ausbricht.
Kleiminger rät allen Landwirten, weiter ihre Tiere abzuschirmen. Auch bei den Mahnfeuern, die am Sonnabend entzündet wurden, sei höchste Vorsicht angebracht gewesen. Dies sei in und um Emden befolgt worden. Am Donnerstag sollen die Feuer bundesweit wiederholt werden. Kleiminger: "Ich warne alle davor, die daraus einen Volksauflauf machen wollen." Die Landwirte entzünden Feuer, um damit auf ihre Situation aufmerksam zu machen und einzufordern, dass die Behörden es zulassen, die Tierbestände gegen MKS zu impfen.
Derweil hoffen Tierärzte und Landwirte auf warmes Wetter. Sobald das Thermometer auf 22 Grad steigt, ist die Gefahr von MKS gebannt. Dann überlebt das Virus höchstens drei Tage.
Tierpark bleibt geöffnet
Trotz MKS weiter geöffnet bleibt der Tier- und Freizeitpark in Jaderberg. Allerdings wurden auch dort eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Desinfektionsmatten wurden ausgelegt, Hunde dürfen nicht mehr hinein. Auch Picknickkörbe müssen im Auto bleiben. Ausnahme: konservierte Säuglings- und Kleintiernahrung.
Geschlossen wurde das Streichelgehege. Auch einige andere Tiere dürfen nicht mehr berührt werden. Das betrifft Kamele, Kängurus und Zwergflusspferde.
Jens Uwe Kupka
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