Connyland - Teil 7234.... ;-)
29. März 2001
Keine heile Welt im Conny Land
Geflecht von Vorwürfen und Anschuldigungen
kru. St. Gallen, 28. März
Der Thurgauer Freizeitpark Conny Land bemüht sich, wieder Normalität einkehren zu lassen. Der Seniorchef Conny Gasser informierte am Mittwoch über die Eröffnung des Parks am nächsten Samstag. Weiterhin in Haft bleiben Gassers Sohn Röby und zwei weitere Personen.
Streit um die Delphine
Dutzende von Journalisten und mehrere Kamerateams bemühten sich am Mittwoch in die Provinz. Lipperswil: knapp hundert Einwohner, eine Strasse, am einen Ende das Haus von Ex- Boxer Stefan Angehrn, am andern die Villa von Röby Gasser, klinisch weiss, mit künstlichen Palmen. Eingebettet darin der neue Golfplatz und der Freizeitpark mit Delphinarium. Keine heile Welt. Seit Jahren bekämpft Noëlle Delaquis von der Arbeitsgruppe zum Schutz der Meeressäuger (ASMS) das einzige Delphinarium der Schweiz. Jüngste Aktivitäten sind eine satirisch aufgemachte Postkarte mit dem Vorwurf, das ConnyLand nehme den Tod von Delphinen in Kauf, sowie eine Anzeige vom letzten Dezember wegenmutmasslicher Verstösse gegen das Tierschutzgesetz. Das Bezirksamt Steckborn holte Gutachten ein und nahm letzte Woche den JuniorchefRöby Gasser sowie zwei Personen aus dem Umfeld des Vergnügungsparks in Haft. Die eine Person ist wieder auf freiem Fuss.
Die Fronten sind verhärtet, die Argumente bekannt. Anlässlich einer Begehung am 8. Januar wiederholte das Thurgauer Landwirtschaftsamt, die Delphinhaltung entspreche den Tierschutzbestimmungen oder übertreffe sie gar. Bisherseien nie grössere Verletzungen beobachtet worden, bloss kleinere Kratzer, die sich die Tiere selbst zugefügt hätten. Vor zwei Jahren hätten internationale Fachleute das Delphinarium geprüft und drei kleinere Mängel festgestellt - die inzwischen behoben seien. Conny Gasser erhielt lediglich die Rüge, die Meldepflicht missachtet zu haben, als er letztes Jahr das Programm «Delphin Explorer» eingeführt hat. Im Grundsatz sei dagegen aber nichts einzuwenden. Oder wie es Conny Gasser selbst formuliert: «Ich sehe einem Delphin in die Augen und weiss, ob es ihm gut geht oder nicht.»
Laut der ASMS geht es den Delphinen schlecht. Aufgeschreckt durch eine Unterwasserdisco könnten sie aus dem Becken springen. EinDelphintrainer habe die Tiere mit Füssen getreten. Meinung steht gegen Meinung, Gutachten gegen Gutachten. Die Untersuchungen dauern an. Dennoch darf der Freizeitpark samt Delphinarium am Samstag eröffnet werden.
Der Juniorchef in Haft
Schwerwiegender sind die Vorwürfe an Röby Gasser wegen Kokainkonsums, vor allem aber wegen sexuellen Missbrauchs eines 13-jährigen Mädchens. Der Juniorchef soll sich vor vier Jahren zweimal an der Tochter einer ehemaligen Angestellten vergangen haben. Deren Lebensgefährte und Belastungszeuge gegen Röby Gasser ist am Montag ebenfalls verhaftet worden - er wurde auf der Autobahn bei Frauenfeld angehalten. Einerseits hat die Direktion des Conny Land gegen ihnStrafanzeige wegen Erpressung und falscher Beschuldigung eingereicht, anderseits besteht seitSonntag ein internationaler Haftbefehl. Über dessen Inhalt schweigt sich die Thurgauer Kantonspolizei aus. Der Sprecher Rolf Müller bestätigte lediglich, dass die diversen Vorwürfe untersucht und die drei Inhaftierten vorerst in Haft bleiben werden.
Die Medienschaffenden zogen enttäuscht und ohne neue Erkenntnisse ab aus der Thurgauer Dorfidylle. Auch Conny Gasser konnte und wollte ihnen keine Einblicke in das Geflecht von Anschuldigungen, Drohungen und mutmasslichen Schweigegeldzahlungen geben. Er will seinen Vergnügungspark aus den Vorwürfen an die Privatperson Röby Gasser heraushalten, stellt sich aber hinter seinen Sohn. Und plötzlich steht da am Parkeingang Stefan Angehrn, der Ex-Boxer und gute Nachbar vom andern Ende der Dorfstrasse. Bestürzend sei das alles, sagt er. «#####, dass so etwas passieren konnte.»
Copyright © Neue Zürcher Zeitung AG
Jens Uwe Kupka
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http://www.hansaparkfan.de
Keine heile Welt im Conny Land
Geflecht von Vorwürfen und Anschuldigungen
kru. St. Gallen, 28. März
Der Thurgauer Freizeitpark Conny Land bemüht sich, wieder Normalität einkehren zu lassen. Der Seniorchef Conny Gasser informierte am Mittwoch über die Eröffnung des Parks am nächsten Samstag. Weiterhin in Haft bleiben Gassers Sohn Röby und zwei weitere Personen.
Streit um die Delphine
Dutzende von Journalisten und mehrere Kamerateams bemühten sich am Mittwoch in die Provinz. Lipperswil: knapp hundert Einwohner, eine Strasse, am einen Ende das Haus von Ex- Boxer Stefan Angehrn, am andern die Villa von Röby Gasser, klinisch weiss, mit künstlichen Palmen. Eingebettet darin der neue Golfplatz und der Freizeitpark mit Delphinarium. Keine heile Welt. Seit Jahren bekämpft Noëlle Delaquis von der Arbeitsgruppe zum Schutz der Meeressäuger (ASMS) das einzige Delphinarium der Schweiz. Jüngste Aktivitäten sind eine satirisch aufgemachte Postkarte mit dem Vorwurf, das ConnyLand nehme den Tod von Delphinen in Kauf, sowie eine Anzeige vom letzten Dezember wegenmutmasslicher Verstösse gegen das Tierschutzgesetz. Das Bezirksamt Steckborn holte Gutachten ein und nahm letzte Woche den JuniorchefRöby Gasser sowie zwei Personen aus dem Umfeld des Vergnügungsparks in Haft. Die eine Person ist wieder auf freiem Fuss.
Die Fronten sind verhärtet, die Argumente bekannt. Anlässlich einer Begehung am 8. Januar wiederholte das Thurgauer Landwirtschaftsamt, die Delphinhaltung entspreche den Tierschutzbestimmungen oder übertreffe sie gar. Bisherseien nie grössere Verletzungen beobachtet worden, bloss kleinere Kratzer, die sich die Tiere selbst zugefügt hätten. Vor zwei Jahren hätten internationale Fachleute das Delphinarium geprüft und drei kleinere Mängel festgestellt - die inzwischen behoben seien. Conny Gasser erhielt lediglich die Rüge, die Meldepflicht missachtet zu haben, als er letztes Jahr das Programm «Delphin Explorer» eingeführt hat. Im Grundsatz sei dagegen aber nichts einzuwenden. Oder wie es Conny Gasser selbst formuliert: «Ich sehe einem Delphin in die Augen und weiss, ob es ihm gut geht oder nicht.»
Laut der ASMS geht es den Delphinen schlecht. Aufgeschreckt durch eine Unterwasserdisco könnten sie aus dem Becken springen. EinDelphintrainer habe die Tiere mit Füssen getreten. Meinung steht gegen Meinung, Gutachten gegen Gutachten. Die Untersuchungen dauern an. Dennoch darf der Freizeitpark samt Delphinarium am Samstag eröffnet werden.
Der Juniorchef in Haft
Schwerwiegender sind die Vorwürfe an Röby Gasser wegen Kokainkonsums, vor allem aber wegen sexuellen Missbrauchs eines 13-jährigen Mädchens. Der Juniorchef soll sich vor vier Jahren zweimal an der Tochter einer ehemaligen Angestellten vergangen haben. Deren Lebensgefährte und Belastungszeuge gegen Röby Gasser ist am Montag ebenfalls verhaftet worden - er wurde auf der Autobahn bei Frauenfeld angehalten. Einerseits hat die Direktion des Conny Land gegen ihnStrafanzeige wegen Erpressung und falscher Beschuldigung eingereicht, anderseits besteht seitSonntag ein internationaler Haftbefehl. Über dessen Inhalt schweigt sich die Thurgauer Kantonspolizei aus. Der Sprecher Rolf Müller bestätigte lediglich, dass die diversen Vorwürfe untersucht und die drei Inhaftierten vorerst in Haft bleiben werden.
Die Medienschaffenden zogen enttäuscht und ohne neue Erkenntnisse ab aus der Thurgauer Dorfidylle. Auch Conny Gasser konnte und wollte ihnen keine Einblicke in das Geflecht von Anschuldigungen, Drohungen und mutmasslichen Schweigegeldzahlungen geben. Er will seinen Vergnügungspark aus den Vorwürfen an die Privatperson Röby Gasser heraushalten, stellt sich aber hinter seinen Sohn. Und plötzlich steht da am Parkeingang Stefan Angehrn, der Ex-Boxer und gute Nachbar vom andern Ende der Dorfstrasse. Bestürzend sei das alles, sagt er. «#####, dass so etwas passieren konnte.»
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