Fahrwerk Holzachterbahnen

#1

Fahrwerk Holzachterbahnen

Hallo zusammen,

ich hoffe ihr lacht mich jetzt nicht aus, aber ich kenne mich mit Coastern nicht so gut aus. Deswegen folgende Frage:

Wie werden die Wagen auf Holzachterbahnen auf der Schiene gehalten? Ich komme auf diese Frage durch ein Bild von der Colossos-Strecke. Die bei Stahl-Coastern verwendeten Rädern unterhalb der Schiene sind da doch nicht möglich, oder? Die seitlichen Führungsräder laufen vermutlich an den Innenkanten der Stahlschiene, richtig?

Vielen Dank für eure Antworten.

Grüße, Micha.

Diskussionsübersicht

  1. #1 Fahrwerk Holzachterbahnen PhantaFreak
    1. #2 RE: Fahrwerk Holzachterbahnen tricktrack
      1. #4 RE: Fahrwerk Holzachterbahnen ETGott
        1. #5 RE: Fahrwerk Holzachterbahnen Axel
          1. #6 RE: Fahrwerk Holzachterbahnen ETGott
            1. #7 RE: Fahrwerk Holzachterbahnen Axel
              1. #8 RE: Fahrwerk Holzachterbahnen ETGott
                1. #9 RE: Fahrwerk Holzachterbahnen Axel
    2. #11 RE: Fahrwerk Holzachterbahnen ALeXX
#2

RE: Fahrwerk Holzachterbahnen

Antwort auf PhantaFreak, Beitrag #1

Richtig!
Die unteren Räder, die sogenannten "up-stop wheels", kann man nur sehen, wenn der Zug nicht auf der Schiene steht. Die Räder greifen in den unteren Hohlraum der Laufschiene. Die Anordnung mußt Du Dir wie bei einem Vekoma/Arrow Zug vorstellen. Im Gegensatz zu ziemlich allen anderen Herstellern, die die seitlichen Führungsräder außen angebracht haben.
Ich habe so meine eigene Theorie, warum diese Konstellation (Führungsräder außen) bei Stahlcoastern sinnvoller ist. Da ich aber kein Physiker, und schon gar kein Maschbaugott bin, möchte ich die Frage an Gott weiterleiten. Gott, bitte kommen ;) (ausnahmsweise)
#3

RE: Fahrwerk Holzachterbahnen

Antwort auf tricktrack, Beitrag #2

Ich versuche mal, das ganze hier als ASCII-Grafik darzustellen

Querschnitt durch eine Woodie-Schiene:

[pre]
Lauffläche der Schiene
------------------
| | <- Hier liegen die Sidefriction Wheels an
| -------
| | ^
| | |
| | und hier die Upstopper
| |

[/pre]

Keep on coasting :-biggrin
-Cornholio-
#4

RE: Fahrwerk Holzachterbahnen

Antwort auf tricktrack, Beitrag #2

LETZTE BEARBEITUNG AM 22-Mar-01 UM 20:17 Uhr ()

Hey TrickTrack
was heißt hier ausnahmweise???
Nenene.
Nagut du hast es so gewollt.

Das Profil eines Stahlcoasters, dessen Führungsräder aussen zitzen hat eine höhere Stbilität. Es ist verwindungssteifer. Es gibt weniger Hebel im Statischen Gleichgebicht der Schiene. Alle hebel werden dynamisch belastet und verformt. Das sieht man zwar nicht, da es im Micrometer Bereich liegt, findet aber statt.

Zuerst muss man wissen, das eine Kraft immer eien Gegenkraft erfordert. So entsteht die Zentrifugalkraft nur als reziprok Vektor der Zentripetalkraft. Wenn ich also mit meiner Hand auf einen Tisch drücke, drückt der Tisch mit der gleiche Kraft entgegen. Macht er das nicht, ist der Tisch zu schwach und er bricht zusammen, gab es in diesem Fall kein Statisches Gleichgewicht. Diesenfall behandelt das 3. Newtensche Axiom.

Überträgt ein Körper auf einen anderen Körper eine Kraft F1, so wirkt dieser mit gleicher Kraft F2 auf gleicher Wirklinie zurück.
ODER:
Jede Kraft tritt stets mit einer gleich großen gegensinnigen Kraft auf, die auf den Körper einwirkt. Beide Kräfte haben eine gemeinsamme Wirklinie.

Die Schine (um wieder zum Thema zukommen) muss also im statischen Gleichgewicht sein. Also muss die Summe aller Kräfte eines Zuges (Eigengewicht mal die Beschleunigung) auch von der Schiene erwiedert werden. Nun ist ja sicher jedem bekannt, das ein Hebel, je länger er ist, auch ein größeres Moment auf den Drehpunkt bringt. Die Energieübertragung wird also auf das anliegende Werkstück verstärkt. Je mehr Hebel ich in einem System habe umso größer sind die Kräfte. Beim frei machen der einfachen Standartschine gibt es nur einen Hebel. Er hält die Komplette Kraft des Zuges und überträgt sie auf das Haupttragrohr. Beim Vekoma/Arrow/D.H.Morgan System wird die Kinematische Energie erst über zwei Hebel auf Senkrechte Stiele übertragen. Die übergeben diese Energie dann über wagerechte Stiele an das Tragrohr. Hier werden also 3 Stäbe beansprucht. Dazu kommen noch die Schweißnähte die bei jeder Verbindung vorhanden sind. Das ganze System ist dazu noch sehr teuer in der Herstellung. Ein sehr großer Arbeitsaufwand, dazu noch ein größerer Materialverbrauch. Und es sieht auch noch Scheiße aus. Dazu ist er sehr Volumen unfreundlich. Sollten sich die zwei wagerechten Stäbe mal nach innen verbiegen, würde dazu noch der Zug hängen bleiben. Es gibt bei diesem System wohl keinen Vorteil. Ich kann zumindest keinen entdecken.

PS: Ein sehr interessantes Thema. Werde morgen auf der Arbeit das nochmal zusammen fassen und dann mein Posting am Mittag komplementieren.Da gibt es noch soviel in Sachen Festigkeitslehre über verschiedene Biege- und Belastungsarten.
Gruß
Marc Elektrotechnik und Maschinenbau Gott Kirchhofs

-Stengel rules-
#5

RE: Fahrwerk Holzachterbahnen

Antwort auf ETGott, Beitrag #4


>das Haupttragrohr. Beim Vekoma/Arrow/D.H.Morgan System
>wird die Kinematische Energie
>erst über zwei Hebel auf
>Senkrechte Stiele übertragen. Die übergeben
>diese Energie dann über wagerechte
>Stiele an das Tragrohr. Hier
>werden also 3 Stäbe beansprucht.

Hallo,
wenn Du schon dabei bist, dann versuch mal anhand der Schienenform zu erklären, wieso die o.gen. Coaster vom Fahrgefühl her anders sind als ein B&M, der ja eine komplett andere Schiene hat. (Ich weiß, es ist nicht nur die Schiene, aber ich schreibe ihr einen wichtigen Teil zu!) Und dann noch, wieso bei den neuen Intamin-Gigacoastern wieder ein völlig neues Schienendesign benutzt wird und inwieweit sich das auf die Fahreigenschaften auswirkt.

Die obigen Firmen haben mehr schlechte Coaster als alles andere gebaut. Mein Favorit im Schrott-produzieren ist eindeutig Arrow.(Ich meine die großen Arrowcoaster wie Viper oder Anaconda oder----Himmel hilf!!----Desperado, nicht die Minetrains oder Gemini-ähnliche) Da sind die Ingenieure nichtmal in der Lage Kurven so zu gestalten, daß keine laterealen Fliehkräfte, oder zumindest nur solche die auszuhalten sind, auftreten. Man sieht dieses Manko schon, wenn man sich mal das Schienenlayout bei den Steilkurven ansieht. Auch Vekoma hat das nie geschafft. Irgendwie haben sie aber einen Weg gefunden, das ganze auszugleichen...und bei Superman @ SFH ist ihnen das komischerweise ganz gut gelungen. Und Morgan hat, Gott sei Dank, bei seinen Mega-Coastern kaum Kurven, sonst wären die Bahnen ebenfalls eine Katastrophe.
Alleine schon eine B&M Bahn anzusehen, wie der Zug (z.B. bei Batman Knight Flight) langsam aus dem Bahnhof fährt, eine leicht geneigte 180°Kurve macht ist Ästhetik in Vollendung. Und so wie es aussieht fährt es sich auch. Auch hat B&M z.B. bei den Corkscrew immer eine rechten Corkscrew mit einer Links-Kurve eingeleitet. Arrow und Vekoma nehmen eine Rechtskurve vor einem Rechts-Corkscrew....einfach ätzend zu fahren. (Vergleiche lassen sich gut ziehen z.B. wenn man sich Vortex @ PKI aus der Vogelperspektive ansieht...daneben mal den B&M Standard Inverter Batman...oder, um beim SitDown zu bleiben, Medusa.)

Ich vermute, daß diese kompakten B&M-Schiene(im Gegensatz zu den wabbeligen Arrow/Vekomaschienen), zusammen mit gut durchdachten, wenig Bewegung in sich zulassenden Wagen, und dem nahezu perfekten Layout was die lateralen Kräfte angeht, dazu führen, daß ein B&M so gut ist wie er ist.

Aber wieso sind andere Coasterbauer nicht in der Lage mal darüber nachzudenken...aber ich schweife ab....erzähl uns noch etwas mehr über die Schienen.....:)

Gruß
Axel

Life's not worth a damn til you can say
I am what I am.
#6

RE: Fahrwerk Holzachterbahnen

Antwort auf Axel, Beitrag #5

Hi Axel mache ich gerne.

Alle genannten schlechten Coaster, habe ja schon mal die Schienenform gemeinsam. Dazu kommt aber ncoh, das alle gutem Firmen die oben nicht genannt sind, ihreDynamik sowie Statik (außer B&M)vom Ingenieur Büro Stengel bekommen. Das ist das ganze Geheimniss. Ich weiß ja nicht in wie weit du über den Stand von Stengel aufgeklärt bist, aber ich versuche es mal zu erklären. Stengel selber hat jetzt rund 35 Jahre Erfahrung. Bei den meisten anderen Herstller kamen im laufe der Zeit Besitzerwechsel(Vekoma) und auch das Personal wechselte. Beim Stengel hingegen konstruiert der Werner immer noch selber (zumindest dieses Jahr noch)sowie auch sein Team, welches zum größten Teil schon von Anfang an dabei ist. Dazu kommt das Stengel ja mit Schwarzkopf zusammen damals den ersten, na sagen wir mal Neuzeit Looping entwickelte. Wobei das ja nur eine Kunstflug Kopie ist. Danach kam dann die Heart-Line. Ihr ist es ja erst zu verdanken das die Querbeschleunigungen milder wurden. Die Heart-Line wurde auch vom Stengel Team hergeleitet. In den Anfängen wurden komplexe Mathematische Formel schon mit Computer Programmen wie Basic oder Fortran berechnet. Daran hielt man fest. So das mit der Einführung der modernen CAD und CAM Programme dazu kamm, das in dieses Gebiet viel Geld und Zeit investiert wurde. Im laufe der Jahre entstanden so sehr viele CAD Programme, mit den Stengel in der Lage ist, in recht kurzer Zeit sehr komplexe Trck Layout's zu berechen und das mit immer derselben Prezision. Denn der Computer arbeitet immer gleich. Dazu kommen noch Details. Vekoma berechnet die Beschleunigungen nur alle 10 mm und konstruieren daraus die Schwerpunktlinie. Stengel berechnet die Beschleunigungen aber nach jedem 1 mm. Dadurch sind bessere Ergebnisse zu erzielen. Das Stengel heute der Marktführer ist liegt daran, das er für Intamin arbeitet. Die Gründer von Premier Rides, waren früher bei Intamin angestellt. Nach der Gründung der Firma, konsultierten sie natürlich Stengel und beauftragten ihn mit den Berechnungen. Das gleiche gilt auch für B&M. Nur das Walter Bolliger damals bei Giovanola arbeitete. Givanola ist aber Zulieferer für Intamin. Und somit wurde Stengel auch von B&M beauftragt. Heute kann man sagen das Stengel die Macht ist. Er arbeitet mit rund 40 Herstellern von Achterbahnen zusammen. Das dadurch entwickelte Know How ist wohl für alle anderen Firmen unerreichbar weit weg. Das Ingenieeur Büro Stengel wird wohl noch für die nächsten paar Jahrzehnte der Marktführer bleiben.

B&M Coaster fahren sich unter anderem deshalb so ruhig, da sie eien sehr breiten Radstand haben und der Schwerpunkt recht tief liegt. Bei einer Differenz von einem mm an einem Fahrrohr verändert sich der Querneigungswinkel, bei 1400 mm nicht so stark wie bei 1200mm. Das hat den Vorteil, das halt kleine Fertigunsfehler bei B&M Bahnen nicht so ins Gewichtfallen. Die Schwerpunktlinie verändert den Winkel (zur Lotrechten)deshalb auchr geringer. Daduch wird der Kopf nicht so stark hin und her geschleudert. Das Kastenträgerprofil ist steifer als ein Rohr für die Führung. Es erlaubt größere Stützweiten und verhindert ein Schwingen der Schiene, welche auf den Zug übertragen werden und zu starkem Rütteln führen. Aber auch lagen und Dämpfer spielen eine großre Rolle.

Ich denke du meinst, das man bei Intamin mal 3 und mal 4 Gurtträger benutzt. Das hängt immer von der Belastung ab. Wenn sich aber schon mal der ein oder andere Stab (Streben im Sahlbau und Tragwerken als Fachbezeichnung) schon mal ein anderes Muster aufweist,liegt daran das die Belastungen schon mal anderes Auftreten. Oder man nach einer Zeit gemärkt hat, das das vorherige System so noch verwindungs steifer ist(liegt am Ende ja eh alles bei Stengel).Man merkt es beimfahren aber nicht.

Gruß
Marc Elektrotechnik und Maschinenbau Gott Kirchhofs


PS: Zu oben, die Dynamik kommt auch bei B&M Bahnen von Stengel nur die Statik nicht, also Stützen und co.
-Stengel rules-
#7

RE: Fahrwerk Holzachterbahnen

Antwort auf ETGott, Beitrag #6


>alle gutem Firmen die oben
>nicht genannt sind, ihreDynamik sowie
>Statik (außer B&M)vom Ingenieur Büro
>Stengel bekommen. Das ist das
>ganze Geheimniss.

Hallo,
suuuper.....danke für die Ausführung!! Dennoch kommen nun ein paar weiterführende Fragen:
Dynamik/Statik: Unter der Dynamik bei Achterbahnen verstehe ich die auftretenden Kräfte, dabei u.a. die Kräfte, die auf den Fahrgast einwirken, also laterale, vertikale (G-Kräfte) etc. Nehmen wir also an, ein Zug rast mit 55 km/h in eine 120° Kurve mit einem Radius von 40 Metern.....dann berechnet Ingenieur X ab wann und wie stark die Querneigung der Schiene zu sein hat, damit der Fahrgast immer lotrecht in den Sitz gedrückt wird. Richtig? Dazu gehören natürlich auch Berechnungen nach dem Motto: Wie hoch darf der zweite Hügel werden, wenn die erste Abfahrt 45 Meter hoch ist, daß die Züge, beladen oder unbeladen, diesen auch noch erklimmen können. Richtig?
Die Statik hat im weitesten Sinne mit dem Fahrgast nix zu tun, sondern bezieht sich auf die eigentliche Achterbahnkonstruktion. Beispiel: Was müssen die Stützen aushalten, was die Schiene etc.(Wie lange braucht das Ding zu versinken bei 75 Metern Morast unter den Betonpfeilern :) )Richtig? (Haste ja unten erklärt...vergiß die Frage)

Zum Verständnis der nachfolgenden Fragen: Ich habe nie genau verstanden, was denn Stengel nun macht...oder B&M oder Arrow etc. Beispiel: ICH plane, RCT-Like, eine Achterbahn zu bauen. Dabei habe ich dann ein ganz bestimmtes Layout im Kopf, je nach Platz, erwartetes Zielpublikum etc. Und nun? Gehe ich zu dem Zeitpunkt schon zu Stengel und sage:"Ich möchten Achterbahn dahin bauen, brauche 1 Looping, eine Kobraroll, zwei Inline-Twists. Und nach Möglichkeit zwei Helices. Nu mach mal Werner......???????"
Oder denke ich mir das komplette Layout aus und sage: " Die Achterbahn soll 75 Meter ca. als Anfangsdrop haben. Dann folgen eine 270° Helix, der zweite Hügel mit viel Airtime, gefolgt von einem Doppellooping...uswuswusw. Und nun berechne mir das bitte damit ich weiß, was für Stahl ich brauche."??????
Wie ist da der Ablauf, was genau macht das Ingenieurbüro Stengel und was macht der eigentliche Coasterbuilder wie B&M?? In dem Zusammenhang: Wer hat denn die B&M typische Kobraroll bzw den Batwing erfunden?? Ist das eine Kreation von B&M oder von Stengel?? Nimm doch evtl. mal als Beispiel Kumba @ BGT und erklär mir mal, wie der Planungs- und Bauablauf dieser Achterbahn erfolgt ist. (Ob nun mit oder ohne Stengel)

Und haben die Amis recht, wenn sie sagen, daß SOB so schlecht ist, weil Stengel die Berechnungen gemacht hat? Oder ist das ein Problem bzw. Fehler von RCCA? Wenn ja, welcher?

>Stengel heute der Marktführer ist
>liegt daran, das er für
>Intamin arbeitet. Die Gründer von

Den obigen Satz verstehe ich nicht...soviel hat Intamin doch noch nicht zustande gebracht???? (Laut RCDB 55 Coaster)

>Heute kann man sagen das
>Stengel die Macht ist. Er
>arbeitet mit rund 40 Herstellern
>von Achterbahnen zusammen. Das dadurch

Nenne die 40... :) Wieso Macht?? Welche Macht??? So schwierig können doch solche Berechnungen nicht sein, daß die nicht jeder halbwegs intelligente Ingenieur machen kann der schonmal auf einer Achterbahn gesessen hat und weiß, worauf es ankommt (Arrow zeigt natürlich, daß es doch nicht so einfach ist)
Hat Stengel auch die Intamin-Gigacoaster berechnet? Wieso kommt da plötzlich (bei den Supermännern) soviel Airtime zusammen, während bei MF davon nix zu spüren ist?? APROPOS MF.....Bei den Fernsehberichten hatte ich das Gefühl, daß Intamin bei diesem Coaster gar nichts gemacht hat was das Streckenlayout angeht. Was ist denn dann daran überhaupt noch von Intamin? Züge? Bremsen? Liftsystem? Kein Mensch sagt, daß es ein "Stengel-Coaster" ist.

Nun, nachdem einige von Stengel "bearbeitete" Coaster ebenfalls zu den schrottreifen gehören (um mal SOB zu nennen, oder auch WWW mit den alten Wagen) halte ich den Herren nicht für den Gott der Götter. Es sei denn, Du sagst mit jetzt, daß ich dem armen Kerl unrecht tue und er nichts mit den Fahreigenschaften der "Schrottreifen" zu tun hat.

Gruß
Axel

PS: Sollten mir hier doch noch meine grundlegenden Fragen beantwortet werden??

Life's not worth a damn 'til you can say
I am what I am.


#8

RE: Fahrwerk Holzachterbahnen

Antwort auf Axel, Beitrag #7

Ok Axel der erste Teil war schon richtig.
Zum zweiten kommt jetzt noch was.
Ich fange mal mit den kurzen Punkten an. Stengel hat beim SOB nur den Looping berechnet. Der war soger am anfang aus Holz. Das wollte man vom park aus aber nicht realisieren (war er nicht so begeistert, allein der Arbeitszeit wegen), da man mit der Holztechnik nicht vertraut war und deshalb am Ende doch den Looping aus Stahl gebaut hat.
Wie du bei WWW schon bemärkt hast lag es an den Wagen. Da kann der Werner dann aber wirklich nix für.
No Body is perfekt. Das giilt auch für Stengel. Immerhin ist er schon 64. Das tut aber nix zu sache. In der Regel macht er eh nur das Layout. Die Berechnungen machen dann seine Leute. Ein schlimmes Beispiel ist ja LW in WBMW.
Das mit dem kann doch jeder kannst du dir ja selbst beantworten. Ich sage nur Vekoma ,Arrow, D.H.Morgan. Alles klar. Kann wohl doch nicht jeder. Und sage das nie mehr. Eignetlich kann das jeder mal versuchen. Aber perfekt wird es wohl nie. Dazu gehört einfach die Erfahrung. Das gewisse und geschikte Händchen. Z.B. wie weit kann ich gehen. Wie fahren sich die Kurven ab besten. Welche Inversionen folge kommt bei den Leuten gut an u.s.w..
Das mit dem MF ist so ne Sache. Hier fehlen halt die Erfahrungen. Man ist da vorsichtig ran gegangen. Hat lieber mit beschleunigungen gespart. War ja auch nicht wichtig. War ja bis zum Steel Dragon 2000 die höchste Achterbahn. Die ist aber durch und durch Intamin. Bremsen, Antriebe, Schienen, Träger.Insgesammt 18000 Einzelteile. Das es ein Stengel Coaster ist wird fast nie erwähnt. Ist aber für Insider meist mit dem Hersteller verbunden schon klar. Und den "normalen" Besucher ist es egal. Dazu kommt ja das Stengel ein wichtiges Mitglied im Normen Ausschuß ist. Also die DIN 4112 und ISO TC 152.

Zu den 40 Firmen kommen hier mal ein paar wichtige.
Schwarzkopf Anton Industriestr.2 Münsterhausen 86505
Zierer GMBH Moosgasse 4 Offenbach 94560
Mack GMBH & CO 79183 Waldkirch
Weber (Fliegender Teppich) ich spare mir ab hier mal die Adressen.
BHS
Maurer Söhne
Vekoma B.V,
Bolliger Mabilard
Giovanola
Intamin
Zamperla
Barbieri
3B-Bertazzon
S&MC (High Roller LasVegas)
Premier Rides
R.C.C.A.
und noch viele mehr.

Mit Intamin meine, das er dadurch die verbindungen zu den anderen Herstellern wie B&M und Giovanola bekommen hat.

Die entstehung einer Achterbahn.
Erstmal denken sich die Manager eines Parks sich, Hmmm wir können unds ja mal wieder einen neuen Coaster kaufen. Jetzt kommt schon die entscheidene Frage. Entweder sie wissen was sie für einen wollen Das heißt also z.B. ein Stand Up von B&M oder ein Inverter vom Intamin. Dann wenden sich sich direkt an die jeweilige Firma. Die handelt dann was mit dem Park aus. Erstmal der Preis und wie denn die Anlage aussehen soll. Wenn das ungefähr geklärt ist meldet sich die Firma dann bei Stengel. Der macht sich dann die Gedanken über ein genaues Layout. Dafür fliegt er vieleicht nochmal in den Park um sich das Bauland mal anzugucken. Wärend dieser Planungsphase steht er im ständigen Kontackt mit dem Park und dem Hersteller.Danach kommt dann von ihm ein Kostenvoranschlag nur über seine Kosten an den Hersteller denn er ist der Auftraggeber für Stengel und nicht der Park(es gibt auch Ausnahmen). Steht dann das Layout fest, fangen seine Leute an den Track zu konstruieren und zu berechen. In der Zeit kümmert sich Stengel aber schon um neue Projekte. Ist die Dynamik dann fertig, wandert das Layout dann in die Statik(ausser B&M die machen die Statik ja selber). Dort werden alle Stützen, Träger, Flansche und Fundamente berechnet. Nach dem berechnungs Prozess nimmt der Werner das dann noch mal ab. Jetzt werden die Daten übers Net an den Hersteller gesendet. Der bespricht sich dann nochmal mit dem Park und beginnt die Fertigung. Zur Dynamik gehören auch die einteilungen der Bremsen und Antriebe.Ist der Coaster dann fertig gestellt wandert er bei Stengel ins Archiv und wird da vergessen.

Ich hoffe das wars. Du kannst ja nochmal genauere Fragen zu dem ein oder anderen Punkt stellen, falls du noch mehr wissen willst oder etwas nich verstanden hast.

Gruß
Marc Elektrotechnik und Maschinenbau Gott Kirchhofs

-Stengel rules-
#9

RE: Fahrwerk Holzachterbahnen

Antwort auf ETGott, Beitrag #8

Hallo,
das klingt alles schonmal sehr logisch und verständlich.

Wenn nun neue Fahrfiguren erfunden werden, wird dann ein Vorschlag von den Firmen gemacht, oder sagt Herr Stengel:"Ich habe da was, das könnten wir ja mal ausprobieren?"
(Ist die Kobraroll und der Batwing nun von B&M kreirt oder von Stengel? Der Immelmann?? )

Auch die "overbanked turns", hat Stengel das vorgeschlagen oder Intamin??
Ich verstehe das Problem bei MF nicht. Intamin hatte doch schon die Gigacoaster Superman-The Ride (SFGAdv, SFDL, SFNE), die paar Meter mehr an Höhe machen den Kohl doch auch nicht fett. (Das war jetzt kein politisches Statement)

Hat es was damit zu tun, daß B&M die Statik selber macht, daß es deswegen noch keinen B&M in Deutschland gibt? (Spanien, Italien, England, Japan, USA......nur das großkotzige Deutschland kann damit nicht aufwarten?? Seltsam......)

LW = schlimmes Beispiel?? Wofür denn? So dermaßen schlimm ist sie auch nicht....finde ich.

Oh Gott---Premier Rides???? Die sind doch für die Disaster "Outer Limits" und "Joker's Jinx" verantwortlich?? Besser diese Firma schließt ganz schnell die Tore für Großprojekte. Schaut man sich das Layout von Joker's Jinx mal an, dann meint man, da kann nicht viel schlimmes dran sein. Hin und her, etwas rauf und runter, sieht irre gut und sehr gemütlich aus....sitzt man jedoch drin, will man spätestens nach dem Abschuß wieder raus.......entsetzlich!!

Was hat eigentlich Giovanola VOR Goliath gemacht?? Die fangen doch jetzt erst richtig an....

Und diese Wilde Maus von Mack im WBMW (ist doch Mack, oder?)ist schlichtweg eine Katastrophe...war sie zumindest letztes Jahr. Mal schaun, ob sie die im EP besser hinbekommen haben.

Vielen Dank erstmal für Deine ausführlichen Erläuterungen.

Gruß
Axel

Life's not worth a damn 'til you can say
I am what I am
#10

RE: Fahrwerk Holzachterbahnen

Antwort auf Axel, Beitrag #9

Morgen Axel!

Also das mit den Fahrfiguren kann sich jeder ausdenken. Mal sind es Parkmanager oder Techniker diedie Ideen haben mal Stengel mal ein Hersteller. Die Cobraroll ist eigentlich Arro/Vekoma nur unter anderem Namen. Wie die eigentliche Form aussieht hängt dann von Geschwindigkeit und so etwas ab. Der Immelman hat sich Stengel von den Kunstfliegern abgeguckt.
Das overbanked turning entsteht automatisch. Der Computer errechnet ja die Querneigung. Er berechnet die Hypotenuse als Vektor der gesammt Beschleunigung. Also Horizontale und Vertikal Beschleunigungergeben dann die Summe. Wenn der Zug nun aus der Wanne in eine Kurve aufsteigt entstehen da nun mal Kräfte die nur so abgefangen werden können. Es ist also ne technische Notwendigkeit.

Bei MF hat man halt sehr sanfte Kuppen und Wannen benutzt da bei den Geschwindigkeiten und Höhendifferenzen der ein oder andere Meter zu starken G wechseln und Belastungen geführt hätte.

Die deutschen haben vieleicht keine Lust das Geld um Fenster raus zu werfen. Für das Geld was ein B&M kostet kann man ja schon 1,5 Intamin Bahnen kaufen. Das Thema wurde schon mal angesprochen. Der "normale" Parkbesucher merkt ja nix. Er kennt ja die Unterschiede zwischen den Herstellern nicht.

Zu LW. Hast du da schon mal ausser im Looping g-Force gemerkt???

Premier ist doch der beste LIM Coaster Hersteller wo gibt.

Giovanola war Zulieferer von anderen Herstellern. Sie haben aber noch nie mit B&M zusammen gearbeitet, was vieler vermuten da beide ja im gleichen Dorf liegen.

Naja Mack Maus hin oder her ich will jetzt nicht sagen ob die von Mack besser oder schlechter als die von Maurer ist. Aber im Layout haz sich nichts getann. Also liegt es wenn dann an er Fertigung.

Gruß
Marc Elektrotechnik und Maschinenbau Gott Kirchhofs

-Stengel rules-
#11

RE: Fahrwerk Holzachterbahnen

Antwort auf PhantaFreak, Beitrag #1

Das Bild ist einfach Perfekt zum erklären :-)



http://212.227.177.77/dcforum/User_files/3aba490053967021.jpg


Das Bild ist von www.Coastersandmore.de ... ich hoffe ich bekomme nun net von dem Admin der coastersandmore homepage ein auf die Kappe *g*

AleXander
#12

RE: Fahrwerk Holzachterbahnen

Antwort auf ALeXX, Beitrag #11

Im Prinzip das, was ich mit meiner Klötzchengrafik rüberbringen wollte... leider habe ich a) nicht an die Seite gedacht und b) kein Händchen zum selbst zeichnen... Aber im Prinzip stimmte es ;-)

Keep on coasting :-biggrin
-Cornholio-

Reaktion auswählen