Ein weiterer Artikel, passend zum Thema, aus dem Trierischen Volksfreund
SEUCHENSCHUTZ
In den Tierparks wird gezittert
Angst vor der Maul- und Klauenseuche – Eifelzoo Lünebach schränkt den Betrieb ein
Von unserem Redaktionsmitglied
HEIKO FRITZE
BITBURG/DAUN. Seit die Maul- und Klauenseuche in Europa wütet, geht in den Wildparks der Region die Angst um. Denn sie alle könnten betroffen werden.
Eine Desinfektionsmatte am Eingang, große Warnschilder hinter der Kasse: Im Eifelzoo Lünebach herrscht Ausnahmezustand. Engländer und Franzosen haben Zutrittsverbot, die Zoo-Bahn fährt nicht mehr, Füttern und Berühren der Tiere ist verboten. Die Angst vor der Maul- und Klauenseuche geht um.
"Es ist schlimm", sagt Inhaber Hans Wallpott. "Man macht sich gewaltige Sorgen." Seit gut zwei Wochen gelten die Schutzmaßnahmen, in Absprache mit dem Kreisveterinäramt. Glücklicherweise herrsche derzeit nicht Hochsaison: Der Zoo habe nur geöffnet, weil schon in den Niederlanden Osterferien sind. Normalerweise sollte es am 13. April losgehen. "Die Besucher nehmen es hin", sagt Wallpott. "Wir haben die Krankheit ja nicht, wir wollen sie bloß nicht reinkriegen." Denn das hätte verheerende Folgen: Im Zoo, der in den vergangenen Jahren ständig gewachsen ist, leben unter anderem mehrere Hirscharten, Schafe, Ziegen, Rinderarten und Lamas.
Wegen der Seuche ruhen mittlerweile auch die Tiertransporte. Davon ist auch Wallpott betroffen: In Duisburg stehen zwei Davidshirsche, die schon vor einigen Wochen gekauft worden sind. Wallpott hat dennoch für die Einschränkungen Verständnis – für die Parkbesitzer geht es schließlich um die Existenz: "Beten wir zum lieben Gott, dass nichts passiert."
Stefan Bost, Mitpächter des Wildparks Daun, drücken die gleichen Sorgen. "Vorkehrungen sind fast nicht möglich; bei uns fahren die Besucher ja mit dem Auto in den Park und schauen von sechs Tribünen auf die Tiere. Sollen wir da überall Matten hinlegen und die Autos durch Desinfektionsbäder fahren lassen?" Würde der Wildpark von MKS befallen, wäre das doppelt tragisch: Vor einem Jahr mussten hier schon sämtliche Wildschweine wegen Schweinepest geschlachtet werden – der "Hirsch- und Saupark" musste daraufhin sogar seinen Namen ändern. Nun sind Rot- und Damhirsche, Mufflons und Ziegen bedroht. Wenigstens bis zum 25. März muss außerdem noch auf die gerade gekauften Lamas und die Nandus, eine australische Straußenart, gewartet werden, die wegen des Transportverbots vorläufig in Österreich bleiben müssen.
Ebenfalls ohne Wildschweine muss seit einem Jahr der Adler- und Wolfspark Kasselburg bei Gerolstein auskommen. Margarete Kluthausen ist seit diesem Jahr neue Pächterin; seit Mitte März ist der Park geöffnet. "Wir haben sicherheitshalber die Pferde von den Ziegen und Schafen getrennt", berichtet sie. "Jetzt warten wir darauf, ob wir irgendwelche Vorkehrungen treffen müssen. Wir können momentan nicht mehr tun als abwarten und hoffen."
Noch ist der Eifelpark Gondorf gar nicht geöffnet, doch auch hier geht schon die Angst vor MKS um. Denn für Spaziergänger stehen die Tore jetzt schon offen, berichtet Parkleiter Hans Burgstaller.
"Wir haben Schilder angebracht, und in einige Bereiche dürfen die Leute zurzeit nicht rein", sagt er. Füttern und Streicheln ist ebenfalls verboten – sicherheitshalber: "Wenn die Seuche kommt, wäre das für uns eine Katastrophe." Schließlich würden auch im Freizeitpark von MKS bedrohte Tiere gehalten: Dam-, Rot und Sikahirsche, Steinböcke, Mufflons, Wildschweine und Ziegen.
Burgstaller hat seit vergangenem Jahr ohnehin umorganisiert: "Seit der Schweinepest haben wir keine Tiere mehr zugekauft, sondern züchten selbst. Wir können uns ja nicht etwas mit reinschleppen."
Jens Uwe Kupka
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