Schöner Spot. Nur bitte mal allen Ernstes. Was soll der bitte schön, in Anbetracht der aktuellen und nicht besonders positiven Lage, bitte schön bringen???? Man wirbt hier mit einem Produkt (Ring Racer in Action), dessen Funktionsfähig auch weiterhin angezweifelt werden darf. Da können noch 1000 Spots kommen. Solange das Teil nicht läuft und die Negativpresse nicht abnimmt, sind diese Spots doch eher das unspektakulärste. Interessanter wäre es mal langsam zu erfahren, wie es denn nun weiter geht. Die Spots helfen da herzlich wenig, so schön sie auch sein mögen.
die Spots liefen doch schon vor dem zweiten Zwischenfall mit dem "Ring Racer" und in dem Spot geht es nunmal um den "neuen Nürburgring" und nicht nur um die Attraktion "Ring Racer". Für uns Achterbahnfans mag ja der "ring Racer" das einzig wichtige sein, doch tatsächlich gibt es dort noch einiges Neues mehr. Bei deinem Lieblingspark bei Köln lief ja nunmal auch nicht alles perfekt, als es um Wuze Town ging und die Berichterstattung nach aussen war, soweit ich mich zurück erinnern kann, gleich Null. Also warum jetzt hier so eine Welle machen?
Zum einem: Lieblingspark bei Köln: Zeiten ändern sich. Zum anderen: Welle machen: NEIN. Ich sehe halt einen Spot, mit einem funktionstüchtigen Ring Racer, Punkt. Besucher, die eben nicht permanent das Medium Internet nutzen und auch nicht alles täglich verfolgen, was da am Ring "abgeht" und in der Presse publiziert wird, stützen sich auf die Verlässlichkeit eines just veröffentlichen Spot und wollen demzufolge auch alles nutzen. Wenn dann die Hälfte nicht funktioniert ist das eben nicht so pralle. Also, keine Welle, sondern lediglich berechtigte Zweifel, dass der Kasten in absehbarer Zeit verlässlich läuft. Und das ist eben nicht nur der Ring Racer. Das Drehtheater ist ja wohl auch noch nicht am Start.
Wie schon geschrieben, geht es in dem Spot um den "neuen Nürburgring" und das ist einiges mehr als nur das "Ring Werk" und der "Ring Racer". Das Drehtheater kommt ihm Spot gar nicht vor und als die WBMW 1996 eröffnet wurde, kam in den Spot ein SLC vor, der zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal in Planung war. Der Ring Racer ist zumindest schonmal aufgebaut und soll in naher Zukunft in Betrieb gehen.
Privatleute und auch Privatfirmen können praktisch mit ihrem Geld machen was sie wollen. Sie haben die teuren Steuern und Abgaben zu berappen, aber ansonsten besteht keine Verpflichtung wofür das Privatgeld ausgegeben wird.
Anders ist es beim Thema Gelder aus öffentlichen Kassen. Das sind bekanntlich Steuern und Abgaben der Bürger. Deshalb sind Gelder aus öffentlichen Kassen das Geld der Bürger und der Gemeinschaft der Bürger. Mit diesem Geld kann nicht wie mit Privatgeld umgegangen werden. Mit dem „öffentlichen Geld“ der Bürger muss sorgsam verfahren werden. Alle Gremien, deren Mitglieder über die Ausgabe von öffentlichen Geldern bestimmen, müssen sich immer im Klaren sein, wofür das Geld verwendet wird. Wir haben im öffentlichen Bereich in Deutschland ein Kassentopf-Denken etabliert, das zu häufig zur Verschwendung von öffentlichen Geldern führt. Egoistisches, regionales Denken führt häufig zur Falsch-Weiterleitung von öffentlichen Geldern für nicht unbedingt notwendige Projekte. Kurios ist, dass häufig für Großprojekte großzügig viel Geld zur Verfügung gestellt wird und gleichzeitig vielen wichtigen kleineren Projekten dafür kein Geld zur Verfügung gestellt werden kann. Der Wettlauf um die öffentlich rechtlichen Geldtöpfe ist kurios. Wer am lautesten schreit, bekommt am meisten und wenn viele laut schreien, sind die knappen öffentlich rechtlichen Geldressourcen entweder schnell verbraucht oder werden aufgestockt und die Steuern und Abgaben werden ganz einfach ein weiteres Mal in astronomische Höhen getrieben. Was die Steuern auf Löhne und Gehälter im unteren Lohn- und Gehaltsniveau angeht, haben wir durch das Prinzip Netto aus Brutto eine Situation in den letzten zwanzig Jahren erreicht, die nicht mehr tragbar ist. Deshalb fordern weitsichtige Politiker, dass das weitere Ansteigen der kalten Progression gestoppt wird. Es kann doch nicht angehen, dass die Steuern und sonstigen Abgaben im unteren Lohn- und Gehaltsbereich etwa die Hälfte der gesamten Arbeitgeberaufwendungen betragen. Es muss schlussendlich wieder mehr Netto aus Brutto geben, auch wenn der Staat dadurch einige Milliarden weniger einnimmt. Dann muss der Staat eben auch weniger ausgeben.
Das Traum-Kartenhaus Nürburgring ist jüngst zusammengebrochen
Das RLP Prestigeprojekt Nürburgring zeigt, wie unbeschwert die Politik mit öffentlichen Steuergeldern um sich wirft. Das ist nicht zu verantworten. Auch nicht zu verantworten ist, dass das Projekt schlussendlich um ein Drittel mehr kostet als ursprünglich geplant. Unmöglich ist auch der Fakt, dass die Landesregierung bis vor kurzem immer noch davon träumte, dass ein Großteil der Investitionen durch private Investoren erfolgt. Dieses Traum-Kartenhaus ist jüngst eklatant, dramatisch, drastisch zusammengebrochen. In der Anfangsphase des Nürburgring-Projekts war man noch guter Hoffnung Privatinvestoren zu finden, diese Hoffnung verschwand im Laufe der folgenden Zeit. Aber in einer traumtänzerischen Art wollte man das nicht wahr haben und „veranstaltete“ Finanzierungs-Kurven, die unseriös und katastrophal waren. Da wurden staatliche Gelder aus dem Land Rheinland-Pfalz über verschiedene Länder dubios hin und her geschoben. Es wurden Berater und solche, die sich dafür hielten, mit hohen Beratungssummen honoriert.
Europa-Park-Chef Mack: Der Park am Nürburgring ist Wettbewerbsverzerrung mit Steuergeldern!
Immer und immer wieder kann festgestellt werden, dass staatliche Organe der freien Marktwirtschaft unlauteren Wettbewerb auf Kosten der Steuerzahler machen. In einem Unternehmergespräch im Handelsblatt wurde Europa-Park-Chef Roland Mack gefragt „Fordern Sie etwa Subventionen?“ Unternehmer Mack antwortete klipp und klar: „Nein, aber Chancengleichheit. Es ist eine Unverschämtheit, wenn Rheinland-Pfalz einen Park am Nürburgring finanziert. Das ist doch Wettbewerbsverzerrung mit Steuergeldern.“ Eine weitere Handelsblatt-Frage: „Sind Sie nur sauer, weil die Achterbahn dort nicht von Ihnen ist?“ „Ach was. Wir bringen ja das Kunststück fertig, dass wir unseren Kunden mit unserem eigenen Park Konkurrenz machen, normalerweise ein Tabu in der Wirtschaft. Die Parks in unserer Nähe bestellen deshalb auch eher selten bei uns. Dafür sind unsere Auftragsbücher voll mit Ordern von chinesischen Freizeitparks.“ „Fürchten Sie Konkurrenz?“, so fragt das Handelsblatt. Die Antwort von Europa-Park-Chef Mack: „Natürlich werden wir auch den Nürburgring spüren. Aber wir wissen, wie man als Eigentümer einen Park zum Erfolg führt. Ein Freizeitpark mit angestellten Managern hat es schwer.“
Die rheinland-pfälzischen Steuerzahlen subventionieren die Privatfirma Ryanair
So weit so gut, Europa-Park-Chef Mack, der sein Geschäft von der Pike auf kennt, bringt das staatliche Einmischungs-Dilemma genau auf den Punkt. Die Argumentation einiger Leute, die sagen, dass die über 300 Millionen Euro Investition am Nürburgring der Region gut tut, darf nicht dafür herhalten, dass verschwenderisch mit Staatsgeld umgegangen wird. Mit dem Nürburgring wollten sich wohl einige Herrschaften ein Dauerdenkmal setzen, sie glaubten utopischen Berechnungen und haben sich mit teilweise halbseidenen Leuten, die sich als Macher getarnt haben, zusammengetan. Die großen Hallen und Säle am Nürburgring-Objekt werden nur selten komplett ausgelastet sein und die Absicht fast das ganze Jahr einen profitablen Betrieb realisieren zu können wird als Wunschtraum in den Sternen hängenbleiben. Mack bringt es auf den Punkt. Und dies bedeutet klipp und klar, dass – wenn sich keine privaten Investoren oder private Unternehmer finden, die solch ein Projekt wie den Nürburgring mit eigenem und geliehenem Geld finanzieren – dann sollte es für das Land Rheinland-Pfalz klar sein, dass dieses Projekt nie wirtschaftlich betrieben werden kann. Das wird den rheinland-pfälzischen Steuerzahler auf Jahrzehnte viel Geld kosten. Aber es gibt noch viel mehr solcher staatlicher Landesprojekte, die sich nie rechnen werden. Diese haben glücklicherweise nicht ganz so viel gekostet wie das Nürburgring-Desaster. Aber auch der Flughafen Hahn wird nie profitabel betrieben werden können. Der ehemalige Hahn Anteilseigner Fraport (Frankfurter Flughafengesellschaft) hat sich aus guten Gründen vor einiger Zeit aus dem Gesellschafterkreis zurückgezogen. Das private Unternehmen Fraport kann es sich nicht leisten, Jahr für Jahr Verluste übernehmen zu müssen. Die hat jetzt das Land Rheinland-Pfalz komplett übernommen und somit an der Backe. Viele Millionen Euro steckt die Landesregierung jedes Jahr in das Thema RLP Flughafen Hahn. Ryanair-Chef O`Leary wird sich freuen. Wir rheinland-pfälzischen Steuerzahler subventionieren über die Landregierung die Privatfirma Ryanair. Toll! Land, Bund, Kreis und Kommunen müssen endlich einsehen, dass die Wirtschaftlichkeit auch in ihren Projekten und Maßnahmen Einzug halten muss. Die Verschwendung unserer Steuergelder muss endlich dringend und überall gestoppt werden.
Nun, so langsam wird es aber eher komisch. Das Ganze klingt bei der Eifelzeitung doch mitlerweile eher so, als ob jemand ein persönliches Problem mit dem Park hat und nicht nach "normaler Berichterstattung". Dies macht auch den eher etwas auf Bi..-Niveau geschriebenen Unfallbericht wieder eher unglaubwürdiger. Nicht, dass in diesem Artikel auch etwas Wahres steht, die Art und Weise und der Zeitpunkt finde ich aber eher komisch und so hat das Ganze eher nicht mit normaler Berichterstattung zu tun. Wo heutzutag Subventionen bezahlt werden, ob bei den Bauern, bei Opel oder mehr oder weniger auch bei den Banken, dran ändern wird sich da eh nichts und das der Euopapark diesen Park merken wird wage ich doch mal zu bezweifeln und wenn überhaupt in einem sehr geringen Prozentbereich 3-4 Prozent. Dafür ist - sieht man mal von dem Ring Racer ab, der Park für mich einfach zu unattraktiv und wäre wenn überhaupt nur eine Zwischenstation zum Europapark.
>Nun, so langsam wird es aber eher komisch. Das Ganze klingt bei der Eifelzeitung doch >mitlerweile eher so, als ob jemand ein persönliches Problem mit dem Park hat und nicht >nach "normaler Berichterstattung".
Angesichts solcher Meldungen verstehe ich sehr gut, warum in die Berichterstattung auch sowas wie "Leidenschaft" kommt - denn in RP muss man scheinbar eine gewisse Leidensfähigkeit mit einbringen:
Nürburgring erwartet mehr Verluste Höhere Folgekosten durch Umbau
Mainz. (dpa) Das neu eröffnete Freizeit- und Geschäftszentrum am Nürburgring erwartet nach einem Bericht der Tageszeitung "Trierischer Volksfreund" in den kommenden Jahren hohe Verluste. Dies lasse sich aus einem internen Geschäftsplan der Nürburgring GmbH für die Jahre 2009 bis 2020 schließen. Demnach werde in den kommenden zwölf Jahren mit Verlusten von mindestens 43 Millionen Euro gerechnet.
Laut Geschäftsplan werde mit Umsätzen von insgesamt 232 Millionen Euro kalkuliert. Durch die drastisch gestiegenen Baukosten - statt der ursprünglich geplanten 215 Millionen Euro seien es rund 300 Millionen Euro - ergäben sich hohe Folgekosten, schreibt die Zeitung.
Allein für Zinsen und Tilgung des angepeilten Kredites über 185 Millionen Euro müsse die Nürburgring GmbH, die zu 90 Prozent dem Land und zu 10 Prozent dem Kreis Ahrweiler gehört, mit Kosten von rund 133 Millionen Euro rechnen. Hinzu kämen die bislang im Geschäftsplan nicht berücksichtigten Aufwendungen für Abschreibungen (Wertverlust des Anlagevermögens), die sich auf rund 44 Millionen Euro beliefen.
Die Geschäftsführung der Nürburgring GmbH teilte mit, sie sei vom neuen Aufsichtsrat beauftragt worden, "die Businesspläne an die aktuelle Entwicklung, die sich durch Erhöhung der Baukosten, verspätete Fertigstellung von Teilbereichen und erste Erfahrungen aus dem angelaufenen Betrieb ergeben haben, anzupassen". Aufgrund einer zunächst geplanten, aber gescheiterten Privatfinanzierung war Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) Anfang Juli zurückgetreten.
Grüne befürchten Griff in Kreiskassen Austritt aus Nürburgring GmbH soll geprüft werden - "Debakel schlägt auf die Kommunalhaushalte"
Kreis Ahrweiler. (frv) "Schlägt das Finanz-Desaster der Nürburgring-GmbH jetzt auf die Kommunalhaushalte im Kreis durch?" Diese Frage richtet die Kreistagsfraktion der Grünen an Landrat Jürgen Pföhler.
Der Landkreis Ahrweiler ist mit zehn Prozent an der Nürburgring-GmbH beteiligt. Im Aufsichtsrat der Gesellschaft ist der Landkreis durch den Landrat vertreten. Hintergrund ist die Ankündigung von Ministerpräsident Kurt Beck, das Eigenkapital der Nürburgring GmbH um zehn Millionen Euro "zu stärken".
Bei einer Aufstockung des Eigenkapitals müsste der Landkreis entsprechend seines Anteils eine Million Euro zuschießen. Eine erste Rate könnte schon im Nachtragshaushalt für 2009 fällig werden, befürchten die Grünen.
"Damit wird sich das Beben am Ring über die Kreisumlage in die Haushalten der Städte und Gemeinden im gesamten Kreis fortsetzen", fürchtet Wolfgang Schlagwein, Sprecher der Grünen im Kreistag. Allein für die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler könnte dies einen Betrag von rund 250 000 Euro bedeuten, die sie aus eigenen Haushaltsmitteln für die "Abenteuerwelt Nürburgring" aufbringen muss.
Mit ihren entsprechenden Anteilen an der Kreisumlage wären auch alle anderen Gemeinden im Kreis betroffen, rechnen die Grünen vor, die angesichts der bald überall anstehenden Haushaltsberatungen frühzeitig Klarheit bekommen wollen. Daher fragen sie nun Landrat Pföhler nach dem Sachstand. "Sollte erneut eine Kapitalerhöhung auf den Kreis zukommen, wäre das die dritte innerhalb von nur vier Jahren.
Bereits 2005 musste der Kreis knapp eine halbe Million Euro zuschießen, zwei Jahre später eine weitere Million, um die finanzielle Lage der Nürburgring GmbH zu stabilisieren. "Die letzte Rate stottert der Kreis gerade mit dem Haushalt 2009 ab", so Schlagwein. Lediglich die Grünen hatten sich im Kreistag schon in den damaligen Haushaltsberatungen geweigert, weiter Geld in das "Fass ohne Boden" zu pumpen.
Vorsorglich wollen die Grünen prüfen, ob der Kreis mit einem Austritt aus der GmbH den drohenden Griff in die Kreiskasse vermeiden oder zumindest weiteren finanziellen Nachschusspflichten vorbeugen kann. "Sonst droht die Geisterfahrt der Nürburgring GmbH mit einem überforderten Aufsichtsrat die kommunalen Haushalte im Kreis mit in den Abgrund zu reißen", so die Grünen.
(beide Artikel übrigens aus dem General Anzeiger)
Dieses, Pardon, Schmierentheater um ausgebliebene Privatfinanzierung, Landesmittel und -bürgschaften, Beraterhonorare, verfehlte Businesspläne, Testfahrtenunfälle usw usw geht mittlerweile weit über "mal eben ein paar Subventionen" hinaus...
Letzte Bearbeitung am 11-Sep-09 um 11:36 Uhr () 11.09.2009 - MAINZ Von Markus Lachmann
Entwickelt sich der neue Nürburgring für den Steuerzahler zum Fass ohne Boden? Wie jetzt bekannt wurde, rechnet die Mainzer Landesregierung mit Einnahmeausfällen beim Ringwerk mit 600.000 Euro in diesem Jahr.
Das Ringwerk ist eine Mischung aus Rennsport-Museum und Freizeitpark. Dazu gehört unter anderem ein 4D-Kino, in dem man eine virtuelle Fahrt auf der Nordschleife machen kann, und der Ring Racer, die schnellste Achterbahn der Welt, die allerdings kaputt ist. Das Ringwerk war am 15. August um mehrere Wochen verspätet eröffnet worden.
Nach Angaben der Opposition im Landtag sind einige Teile des Ringwerks noch immer nicht funktionstüchtig. Wohl deshalb habe sich die landeseigene Nürburgring GmbH gezwungen gesehen, die Eintrittspreise zu halbieren.
Nur die Spitze des Eisbergs
CDU-Fraktionschef Christian Baldauf befürchtet, dass dies nur “nur die Spitze des Eisbergs" ist. So hätten sich die Baukosten für das Freizeit- und Geschäftszentrum auf mehr als 300 Millionen Euro verdoppelt. Die verunglückte Werbekampagne (“Meld´ Dich am Montag einfach krank") habe 2,75 Millionen Euro gekostet, die “Party auf Pump" zur Eröffnung des Nürburgrings im Juli mindestens 250.000 Euro. Hinzu kämen noch Honorare für den “Ring-Botschafter" Boris Becker und Ex-Rennfahrer Keke Rosberg von rund 700000 Euro was die beiden für das Geld machten, wisse man nicht, wetterte Baldauf. Dennoch halte Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) weiter seine schützende Hand über Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz.
Vor allem um Ex-Tennisstar Boris Becker schwelt der Streit: Er soll die halbe Million Euro als “Ring-Botschafter" für insgesamt acht Auftritt erhalten. Nun ärgert sich die CDU-Opposition, dass die Landesregierung nicht bereit ist, mitzuteilen, was Becker konkret für die umgerechnet 55.000 Euro pro Auftritt leiste. Baldaufs Vermutung: Es sei nur darum gegangen, über gemeinsame Fernsehbilder mit dem Ex-Tennisprofi Werbung für Kurt Beck zu machen schließlich habe dieser zum Zeitpunkt der Planungen noch bundespolitische Ambitionen gehabt. Auch FDP-Fraktionschef Herbert Mertin forderte die Landesregierung auf, öffentlich zu machen, auf welche Weise Boris Becker für den Nürburgring werbe etwa über Werbespots, eine Anzeigenkampagne oder seine bloße Anwesenheit bei Veranstaltungen. Ansonsten könne der Eindruck entstehen, “dass es der Landesregierung möglicherweise peinlich ist, wofür sie Boris Becker bezahlt", so Mertin.
Gescheiterte Privatfinanzierung
Über die gescheiterte Privatfinanzierung des Nürburgring-Ausbaus war im Juli der rheinland-pfälzische Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) gestolpert. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss soll nun die Finanzaffäre aufarbeiten. Die erste Sitzung des Untersuchungsausschusses ist für kommenden Mittwoch geplant. Dort geht es aber noch nicht um Inhalte, sondern Formalitäten etwa, welche Akten angefordert werden sollen und welche Termine angesetzt werden. Der Ausschuss wird mindestens ein Jahr tagen.
Verzögerung am Erlebnispark «Ringwerk» kostet weitere 600 000 Euro 10.09.2009 | 17:20 Uhr
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Baldauf kritisierte indessen scharf die weiteren Kostensteigerungen Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) werde seiner Verantwortung für den Erfolg des Nürburg-Projekts nicht gerecht, betonte er Dem werde im Untersuchungsausschuss nachgegangen.Wie groß die Nöte der landeseigenen Nürburgring GmbH inzwischen seien, könne man auch daran sehen, dass die Eintrittspreise für das «Ringwerk» halbiert werden mussten, sagte CDU-Politiker. Die Verzögerung bei der Inbetriebnahme des Erlebnisparks «Ringwerk» am Nürburgring zieht allein in diesem Jahr Umsatzausfälle von mindestens 600 000 Euro nach sich. Das gehe aus einer Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage der CDU-Landtagsfraktion hervor, teilte die Partei am Donnerstag in Mainz mit. Wie sich dieser Betrag aufteile und ob damit tatsächlich alle finanziellen Verluste durch die Funktionsuntüchtigkeit des «Ringwerks» erfasst seien, solle durch eine weitere Kleine Anfrage geklärt werden.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Baldauf kritisierte indessen scharf die weiteren Kostensteigerungen. Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) werde seiner Verantwortung für den Erfolg des Nürburg-Projekts nicht gerecht, betonte er. Dem werde im Untersuchungsausschuss nachgegangen.
Wie groß die Nöte der landeseigenen Nürburgring GmbH inzwischen seien, könne man auch daran sehen, dass die Eintrittspreise für das «Ringwerk» halbiert werden mussten, sagte CDU-Politiker. Zudem bekomme jeder Besucher eine bis Ende 2010 gültige Freikarte. «Anstatt Einnahmen zu generieren, muss die Nürburgring GmbH sogar noch drauflegen, um Besucher anzulocken,» erklärte Baldauf.
Bereits Ende August wurde durch eine kleine Anfrage der FDP bekannt, dass die Achterbahn «Ringracer» wegen technischer Schwierigkeiten 10,4 Millionen Euro statt 9,8 Millionen Euro kosten werde.
Nürburgring: Was Becker bekommt, bleibt offiziell geheim SPD spricht von Persönlichkeitsrechten - Weil Freizeitpark nicht fertig ist, halbiert Nürburgring Eintrittspreise
Von Jens Albes
Mainz. (dpa) In der nächsten Woche wird der Nürburgring-Untersuchungsausschuss des Landtags erstmals zusammentreten. Dann werden die gescheiterte Privatfinanzierung und die Kostenexplosion des neuen Freizeitparks in der Eifel das beherrschende Thema in der rheinland-pfälzischen Landespolitik sein.
Doch auch gestern spielte der Ring wieder eine Hauptrolle. So kritisierte die CDU weitere Kostensteigerungen beim Projekt "Nürburgring 2009".
Die Verzögerungen bei der Inbetriebnahme des sogenannten Ringwerks im neuen Freizeitpark an der Rennstrecke in der Eifel zögen allein in diesem Jahr Umsatzausfälle von mindestens 600 000 Euro nach sich, monierte der rheinland-pfälzische CDU-Fraktions- und -Landeschef Christian Baldauf gestern.
Dies gehe aus der Antwort der SPD-Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der CDU hervor. Zu befürchten sei, dass es sich hierbei "nur um die Spitze des Eisbergs" handele. Vor zwei Wochen hatte Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) davon gesprochen, dass der Freizeitpark voraussichtlich 300 Millionen Euro kosten würde. Ursprünglich kalkuliert hatte das Land mit 200 Millionen.
Die Nöte der größtenteils landeseigenen Nürburgring GmbH seien auch daran zu erkennen, dass sie inzwischen die Eintrittspreise für das bislang nur teilweise funktionsfähige Ringwerk halbiert habe, teilte Baldauf mit.
Die Karte kostet laut Nürburgring GmbH derzeit 9,75 Euro. Wie Baldauf weiter mitteilte, bekommt jeder Besucher eine bis Ende 2010 gültige Freikarte. Anstatt Einnahmen zu erzielen, müsse die Nürburgring GmbH also sogar noch drauflegen, um Besucher anzulocken.
Auch die Tennislegende Boris Becker beschäftigt weiter die Landespolitik. Die SPD wies die Kritik der CDU an dessen Verpflichtung als Nürburgring-Botschafter zurück. Die SPD-Mehrheitsfraktion bemängelte gestern Baldaufs Versuche, "rechtmäßiges und sachlich gebotenes Verhalten zu diskreditieren".
Die CDU-Opposition im Landtag hatte am Vortag der SPD-Landesregierung mit Blick auf Becker vorgeworfen, Geldverschwendung unter den Teppich kehren zu wollen. Die Regierung gebe öffentlich keine Auskunft darüber, was der Ex-Tennisstar für seine teure Verpflichtung an der Rennstrecke im Einzelnen leiste.
Medienberichten zufolge streiche Becker insgesamt eine halbe Million Euro für acht Auftritte ein - und habe bei der Eröffnung des Freizeitparks am Nürburgring im Juli noch nicht einmal den rheinland-pfälzischen Medien Interviews geben wollen. Auch die oppositionelle FDP-Fraktion äußerte Unverständnis über das öffentliche Schweigen der Regierung in dieser Angelegenheit.
Eine Antwort auf eine entsprechende Kleine Anfrage der CDU verweigerte die Regierung unter Hinweis auf Beckers Persönlichkeitsrechte und die Geschäftsgeheimnisse der Nürburgring GmbH. Sie zeigte sich aber bereit, im Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr am 29. September in vertraulicher Sitzung darüber zu berichten.
Die Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion, Barbara Schleicher-Rothmund, stellte sich gestern hinter diese Argumentation: "Dies sind die parlamentarischen Spielregeln. Der Rechtsanwalt Baldauf verkennt offenbar die Bedeutung von Persönlichkeitsrechten und Geschäftsgeheimnissen, wenn er anderes fordert."
Nach Angaben des FDP-Fraktionsvorsitzenden Herbert Mertin ist es zwar berechtigt, wenn sich die Landesregierung wegen Beckers Persönlichkeitsrechten nicht in der Öffentlichkeit zu dessen Honorar äußere. Werbung hingegen sei von Natur aus höchst öffentlich. Deshalb sei es geradezu absurd, wenn die Regierung sich weigere, in der Öffentlichkeit zu erklären, auf welche Weise der Ex-Tennisstar für den Nürburgring werbe.
Letzte Bearbeitung am 11-Sep-09 um 13:52 Uhr () Auch wenn es sich im Nachhinein blöd anhört, aber irgendwie habe ich genau so etwas erwartet. Ich bin mal sehr gespannt, wie lange sich das Ding halten wird. Meine Befürchtung ist, dass das ringwerk genauso absaufen wird, wie der Space Park in Bremen, denn meines Erachtens ist das Konzept viel zu speziell, um Massen anzuziehen und somit wirtschaftlich zu arbeiten. Es stellt sich mir da immer wieder die Frage, was da für Leute im Landtag sitzen, dass so etwas genehmigt wird. Ich habe da gerade die Simpsons-Folge mit der Monorail vor meinem geistigen Auge. Es kommt einfach jemand mit einem schicken Projekt um die Ecke, das total supi ausschaut und als Heilsbringer verkauft wird, doch im Endeffekt entwickelt es sich als totales Desaster. Solche Beispiele findet man ja leider nicht selten. Gelernt wird aus vorherigen Fehlern dennoch nicht. Schade!
Nun gut, die Frage ob sich der Park lohnt muss oder kann sich jeder selber stellen. Mir persönlich wäre es - sofern der Ring Racer denn mal fährt - einen Besuch wert, aber wie möchte man eine jetzt schon finanziell so angeschlagene Sache langfristig halten? Man weiß doch, dass mindestens alle 2 Jahre eine Attraktion neu gebaut werden muss um in Deutschland weiter Besucher anzuziehen und bei dem jetzigen fianziellen Spielraum wird so etwas auf Jahre hinaus nicht drin sein. Wie es vom Konzept her auf Jahre funktionieren soll - da bleibe ich auch mal gespannt.
Zumindest den Achterbahnfans ist es ziemlich Wurscht, wie lange da auf ist. Einmal den Racer fahren, aber mit Höchstgeschwindigkeit, dann können die von mir aus zumachen. Aber selbst daran glaube ich nicht mehr.
Allerdings habe ich trotz aller berechtigter Kritik und offenbar gut recherchierten Informationen langsam den Eindruck, daß man da einen Privatkrieg gegen den Ring abzieht, was auch nicht so ganz Sinn und Zweck der Sache sein kann...
Der Wagen an sich wird ja auch mit Wirbelstrombremsen abgebremst. Aber das Catch-Car, bzw. der Antriebszylinder halt nicht, sondern mit Druckluft.
Wirklich dumme Geschichte was da passiert ist. Hoffentlich bekommen sie das Ding in den Griff und schrotten es beim nächsten Belastungstest nicht wieder.
Mainz (dpa/lrs) Der Untersuchungsausschuss zur Nürburgring- Affäre ist am Dienstagmorgen in Mainz zu seiner dritten Sitzung zusammengekommen. Von den rheinland-pfälzischen Oppositionsparteien CDU und FDP war zuvor eine Debatte über vertraulich gestempelte Akten angekündigt worden.
Mainz. (fcg) Der Untersuchungsausschuss tritt heute zum dritten Mal nichtöffentlich zusammen. Dabei werden die Liberalen die Vorgehensweise der Landesregierung deutlich kritisieren, sagt Obmann Günter Eymael. Wenn Parlamentsanträge, Kleine Anfragen, Kopien von Plenarprotokollen oder die Beantragung von Aktuellen Stunden als vertraulich gekennzeichnet würden, widerspreche dies "eklatant dem häufig bekundeten Aufklärungswillen der Landesregierung", moniert Eymael. Während die SPD in ihrem Beweisantrag zunächst die Historie der Eifel-Rennstrecke und deren Entwicklung seit 1980 aufarbeiten will, setzt die FDP andere Schwerpunkte. So wollen die Liberalen in ihrem ersten Beweisantrag herausarbeiten, inwieweit Erfahrungen aus dem gescheiterten Projekt "Space Park" in Bremen bei dem Projekt "Nürburgring 2009" berücksichtigt wurden und in welcher Weise Beratungsunternehmen und Beschäftigte mit beiden Projekten befasst waren. Das Space Center war im Februar 2004 als erster überdachter Freizeitpark Deutschlands eröffnet worden und wurde aufgrund mangelnder Besucherzahlen bereits im September 2004 wieder geschlossen.
Nürburgring: Warnungen vor Betrüger in den Wind geschlagen
Von unserem Redakteur Frank Giarra
Mainz In der Nürburgring-Affäre lautet eine der spannendsten Fragen, wie die Landesregierung auf mutmaßliche Betrüger hereinfallen konnte. Nach TV-Informationen gab es deutliche Warnungen des Landeskriminalamtes vor einem der Finanzberater, der bereits 2005 bei einem Millionen-Projekt in Wolfsburg erfolglos geblieben war.
Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt seit Ende August gegen zwei deutsche Kaufleute und einen Schweizer Finanzvermittler. Dabei dürfte es sich um Michael Merten (51) und Norman Böhm (46) handeln, Geschäftsführer der Pinebeck SA. in Luxemburg, sowie um den Schweizer Urs Barandun (48). Der Vorwurf: Sie hätten vorgetäuscht, für das Projekt "Nürburgring 2009", das 300 Millionen Euro teure neue Freizeit- und Geschäftszentrum in der Eifel, private Investoren vermitteln zu können. In Wahrheit sei es ihnen jedoch nur darauf angekommen, insgesamt rund eine halbe Million Euro an Aufwandsentschädigungen zu bekommen.
Verträge und Spatenstiche - aber kein Geld Zur Erinnerung: Das Firmengeflecht Pinebeck/IPC mit Sitzen in Luxemburg und Usingen (Taunus) hatte der weitgehend landeseigenen Nürburgring GmbH ein laut dem ehemaligen Finanzminister Ingolf Deubel "attraktives Finanzierungsmodell" vorgestellt. Man wollte die neuen Immobilien an der Rennstrecke für 170 Millionen Euro kaufen und einen "Ertragsanteil" von 30 Millionen Euro zahlen. Es floss indes nie ein Cent, und der angebliche Investor Pierre S. Dupont V. stritt später ab, je Kontakt zum Ring gehabt zu haben. Pinebeck bekam dennoch insgesamt rund 1,2 Millionen Euro Beraterhonorar.
Vermutlich hätte es dem im Juli über die gescheiterte Ring-Privatfinanzierung gestrauchelten Deubel geholfen, wenn er auf gute Ratschläge aus dem Innenministerium gehört und Erkenntnisse des Landeskriminalamtes (LKA) ernst genommen hätte. Denn einer in dem unter Betrugsverdacht stehenden Trio, Michael Merten, war nach TV-Recherchen bereits 2005 bei einem Millionenprojekt in Wolfsburg aufgefallen. Dort versprach Merten als Geschäftsführer der Firma Ziller ASS Projekt Sarl, einer Luxemburger Gesellschaft, ebenfalls Millionen durch Investoren. In der VW-Stadt sollte für 126 Millionen Euro eine Erlebniswelt mit einer Multifunktionsarena für den heimischen Eishockey-Bundesligisten, einer Ferienwohnanlage mit 1000 Betten und einer Ski-Halle entstehen. Merten trat als Repräsentant der israelischen Investmentgesellschaft GMUL auf.
Es wurden Verträge unterzeichnet, Spatenstiche erfolgten - aber Anfang November 2005 platzte das Geschäft. Das Projekt wurde gänzlich aufgegeben. "Der Investor hat bei seinen Rendite-Erwartungen kein ausgewogenes Verhältnis zwischen Fremd- und Eigenkapital gefunden", erinnert sich Manfred Günterberg, Vertreter der Wolfsburg AG (50 Prozent VW, 50 Prozent Stadt Wolfsburg), die das Freizeitzentrum errichten wollte. Michael Merten habe noch erfolglos versucht, andere Investoren zu finden. Dann habe die Wolfsburg AG den Vertrag mit ihm gekündigt. Merten habe Beraterhonorar erhalten. "Ich kann nichts Negatives über ihn sagen, alles ist sauber gelaufen", resümiert Günterberg. Eine Stellungnahme von ihm habe auch der Landesrechnungshof Rheinland-Pfalz erhalten, sagt er.
Fakt ist: Weder am Nürburgring noch in Wolfsburg kam je Geld von Investoren an.
Ratschläge für Minister Deubel
Und dass Merten bereits im Jahr 2005 mit Versprechungen aufgetreten und letztlich erfolglos war, war den Ring-Verantwortlichen und der Landesregierung bekannt. Zudem wurde in Presseberichten über mögliche Geldwäscheversuche spekuliert, was Merten jedoch strikt zurückwies. Laut Deubels Nachfolger Carsten Kühl wurde Ende 2008 auf Deubels Bitte hin das LKA veranlasst, die Berater und deren Finanzierungsmodell zu überprüfen. Es habe "personenbezogene Maßnahmen" gegeben. Dabei werden alle öffentlich zugänglichen Quellen wie das Internet durchforstet. Das LKA stieß zwar angeblich auf nichts strafrechtlich Relevantes, aber sehr wohl auf die Wolfsburger Vorfälle.
Ein Insider berichtet dem TV, aus dem Innenministerium habe es "deutliche Warnungen und Ratschläge" an den damaligen Finanzminister gegeben, die Finger von den Finanzberatern Merten, Böhm und Barandun zu lassen. Ingolf Deubel habe jedoch den Fachmann her-ausgekehrt und sich "beratungsresistent" gezeigt. Obwohl im Herbst 2008 bereits ein erster Versuch des Immobilienverkaufs gescheitert war, unternahm Deubel noch einen zweiten. Auf das Geld wartet er im erzwungenen vorzeitigen Ruhestand wohl immer noch. Offen bleibt, warum Ministerpräsident Kurt Beck nicht früher die Reißleine zog. Auch er muss über die LKA-Recherchen informiert gewesen sein.
Extra
Gastronomen-Protest: Alteingesessene Hoteliers und Gastronomen am Ring laufen Sturm gegen staatlich subventionierte Konkurrenz. In einem Schreiben an Wirtschaftsminister Hering werfen sie der Lindner-Gruppe und dem Nürburgring unlauteren Wettbewerb, Dumpingpreise unter Selbstkosten und ruinöse Kopplungsgeschäfte mit der Nordschleifen-Nutzung vor. Der Minister müsse kartellrechtlich einschreiten, fordern sie. Die CDU will das Thema in den Wirtschaftsausschuss bringen. Die Grünen erklärten gestern: "Die am Nürburgring versenkten Steuermillionen dürfen nicht dazu führen, dass Arbeitsplätze in der Gastronomie und Hotellerie vernichtet werden." (ren)
Innenminister Karl Peter Bruch hat am Mittwoch im Landtag einen TV-Bericht bestätigt, demzufolge das Landeskriminalamt (LKA) in der Nürburgring-Affäre eingeschaltet gewesen ist. Es habe sich jedoch nichts "Belastendes" ergeben. Ministerpräsident Kurt Beck sei von ihm informiert worden.
Mainz. Nach Bruchs Angaben hat das LKA im September 2008 auf Bitte des damaligen und später über die Affäre gestrauchelten Finanzministers Ingolf Deubel das Vertragskonstrukt und die Geschäftspartner beleuchtet. Geplant war, dass diese die Immobilien im neuen Freizeit- und Geschäftszentrum am Ring für 170 Millionen Euro kaufen und einen "Ertragsanteil" von 30 Millionen Euro zahlen. Das Geschäft platzte im Juli, es floss nie ein Cent. Seit August ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die mutmaßlichen Betrüger.
Laut Bruch recherchierte das LKA im September 2008 im Internet. "Es fanden sich jedoch keine Anhaltspunkte für den Verdacht einer Straftat." Ermittlungen hätten deshalb nicht aufgenommen werden können. Gleichwohl habe er "ein schlechtes Gefühl" gehabt und darüber Deubel und Beck informiert. Im März 2009, als gerade der zweite Anlauf zur Realisierung des Finanzierungsmodells gestartet wurde, habe das LKA dann von einem "Hinweisgeber" Informationen erhalten und daraufhin erneut die Beteiligten überprüft. Die Ergebnisse seien am 26. März der Generalstaatsanwaltschaft mitgeteilt worden. Es sei jedoch "nichts Belastendes" herausgekommen. Erneut seien Beck und auch der Chef der Staatskanzlei, Martin Stadelmaier, von ihm unterrichtet worden.
Nach TV-Informationen will Bruch am 26. November in vertraulicher Sitzung des Innenausschusses deutlicher werden. Dann wird er wohl einräumen, dass die dubiosen Finanzberater das LKA hoch nervös gemacht haben und dass er Deubel eindringlich gewarnt habe, die Finger davon zu lassen.
CDU-Chef Christian Baldauf warf Beck vor, er habe noch im Juni 2009 öffentlich gesagt, er halte alles für seriös und habe keinen Anlass, daran zu zweifeln. Dabei sei er zweimal informiert worden und hätte die Reißleine ziehen müssen. Baldauf: "Sie haben das windige Geschäftsmodell laufenlassen. Das ist verantwortungslos!" Alexander Licht (CDU) kritisierte, die Regierung sei bei dem Projekt "zu keiner Zeit bereit gewesen, den Bremsweg zu berechnen". Hinweisen sei nicht nachgegangen worden, stattdessen seien 1,2 Millionen Euro Beraterhonorar geflossen.
Günter Eymael (FDP) sagte, man werde herausfinden, ob es so konkrete Verdachtsmomente gegeben habe, dass man das Geschäft schon früher hätte in Frage stellen müssen. Wichtig sei auch die Frage, wie innerhalb der Landesregierung die Hinweise gelaufen seien.
Meinung
Beck steht in der Schusslinie
Hat sich die Landesregierung am Nürburgring sorglos oder gar wissentlich von mutmaßlichen Betrügern abzocken lassen? Dieser schreckliche Verdacht keimt auf, seit bestätigt ist, dass es frühzeitig Bedenken zu den dubiosen Geschäftspartnern gab. Sollte er sich bewahrheiten und herauskommen, dass noch mehr über sie bekannt war, als bislang eingeräumt wurde, könnte es eng werden für Ministerpräsident Kurt Beck. Er steht in der Schusslinie, denn er hat einen schweren Fehler begangen, als er das windige und gescheiterte Finanzmodell nicht beizeiten stoppte. Es wird kolportiert, Beck sei im Herbst 2008 aufgrund seines Scheiterns als SPD-Bundesvorsitzender mit den Gedanken woanders gewesen und habe dem damaligen Finanzminister Ingolf Deubel blind vertraut. Der Volksmund kennt jedoch eine Devise: mitgehangen, mitgefangen.
Von unserem Redakteur Frank Giarra Der "Hinweisgeber", der im März 2009 das Landeskriminalamt (LKA) zu Recherchen über die dubiosen Finanzberater am Nürburgring veranlasste, ist ein in der Schweiz lebender deutscher Geschäftsmann. Er glaubt, tiefer gehende Nachforschungen seien "politisch nicht gewollt gewesen".
(fcg) Das Landeskriminalamt (LKS) hat auf Bitte des im Juli zurückgetretenen Ex-Finanzministers Ingolf Deubel (SPD) Ende August 2008 die Geschäftspartner beleuchtet. Im Rahmen „personenbezogener Maßnahmen“ wurden öffentlich zugängliche Quellen wie das Internet durchforstet. Das stieß das LKA offenbar auch auf Presseberichte aus Wolfsburg. Dort trat Michael Merten, Geschäftsführer der Pinebeck SA mit Sitz in Luxemburg, 2005 als Repräsentant einer israelischen Investmentgesellschaft namens GMUL auf.
Es sollte ähnlich wie am Nürburgring eine „Erlebniswelt“ entstehen. Geplant waren in Wolfsburg für 126 Millionen Euro eine Multifunktionsarena für den heimischen Eishockey-Bundesligisten, eine Ferienanlage mit 1000 Betten und eine Ski-Halle. Letztlich trat der vermeintliche Investor jedoch von seinen Absichten zurück, das Projekt wurde aufgegeben.
LKA und Innenministerium haben nach Informationen von volksfreund.de den damaligen Finanzminister Deubel eingehend vor den offenbar betrügerischen Finanzberatern gewarnt. Deubel habe sich jedoch „beratungsresistent“ gezeigt, sagt ein Insider. Das Ende vom Lied: Auch am Nürburgring kam kein Geld von vermeintlichen Investoren an, sodass nunmehr über Kredite mit Landesbürgschaft finanziert werden muss.
Finanzberater Merten und seine Pinebeck SA bekamen dennoch insgesamt 1,2 Millionen Euro Beratungshonorar. Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt. Der Vorwurf: Den Beratern sei es offensichtlich nur darum gegangen, Aufwandsentschädigungen zu kassieren.
Nürburgring-Affäre: Was wusste Deubel über Verbindung der Partner nach Mexiko?
15.11.2009 - MAINZ
Von Markus Lachmann
Der rheinland-pfälzische Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) soll im September 2008 Hinweise erhalten haben, dass eine Partner-Firma der Nürburgring GmbH in einem Zusammenhang mit kriminellen Strukturen in Mexiko stehen könnte. Dennoch hat er die umstrittene Privatfinanzierung des landeseigenen Nürburgrings weiterlaufen lassen.
Die Geschichte klingt abenteuerlich. Es geht um eine Firma mit dem Namen IPC – „International Project Cooperation“. Diese wurde am 22. Februar 2006 in Luxemburg gegründet, Verwaltungsratsmitglied war der Wiesbadener Kaufmann Michael Merten (51). IPC gibt es nicht mehr – die Nachfolgegesellschaft heißt Pinebeck. Finanzminister Deubel selbst soll Merten damals geraten haben, IPC in Pinebeck umzutaufen. Das dürfte einen Grund haben: Über IPC liefen offenbar direkte Linien zu einem mexikanischen Familienimperium, dem eine Nähe zur Drogenmafia in Mexiko nachgesagt wurde.
Im Ruch der Geldwäsche
Die Aktien der IPC hielten die irischen Gesellschaften Rosevara und Sanlux Investments. Diese sind kein unbeschriebenes Blatt: Schon im Sommer 2007 berichtete die mexikanische Zeitung „Fortuna“ über die beiden Gesellschaften als Teil eines weltweiten Firmengeflechts, das von Mexiko betrieben wurde und im Ruch der Geldwäsche stand. Besitzer von Rosevara-Sanlux soll, so die Zeitung, die mexikanische Familie Zaragoza-Fuentes gewesen sein. Und auch diese ist in Mexiko nicht unbekannt: Sie besitzt ein Imperium mit mehr als 85 Firmen. Insidern zufolge soll einer der berüchtigsten Mafiabosse Mexikos, Amado Carrillo Fuentes, mit Mitgliedern der Familie verkehrt haben. 1990 leiteten Mexiko und die USA eine Untersuchung gegen Mitglieder der Familie ein, nachdem vier Tonnen Kokain in einem Lastwagen ihrer Firma Hidrogas entdeckt wurden – aber ohne Ergebnisse.
Nach Informationen dieser Zeitung kannte Finanzminister Deubel diese Hinweise. Gegen Merten und einen weiteren Geschäftspartner ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Betrugsverdacht. Sie sollen vorgegeben haben, private Investoren für den Nürburgring-Ausbau zu haben, stattdessen sei es ihnen darum gegangen, mehrere hunderttausend Euro Provision zu kassieren. Im Juli 2009 trat Deubel zurück.
Das ring°werk ist definitiv einen Besuch wert, die Mitarbeiter stecken mit sehr viel Engagement und Herz drin und vermitteln Spass - und das ist doch das Ziel, oder?
Großes Theater am Nürburgring Untersuchungsausschuss verhandelt seit 17.11. öffentlich über politische Fehler
Von Karin Dauscher MAINZ. Es ist das beherrschende landespolitische Thema seit Jahresbeginn: Der 2007 begonnene Ausbau der Rennstrecke am Nürburgring zum Freizeit- und Geschäftszentrum, das zu einem 300-Millionen-Euro Steuergrab zu werden droht.
Die gescheiterte Privatfinanzierung kostete Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) das Amt. Erstmals in der Regierungszeit von Ministerpräsident Kurt Beck musste ein Kabinettsmitglied gehen. Dieser Schritt sollte einen Neuanfang markieren, doch was sich seither ereignet, erinnert mal an ein Drama, mal an absurdes Theater.
Um die Vergangenheit geht es im parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der ab heute ...
... die Arena ...
... für Schaukämpfe zwischen Opposition und Regierung sein wird. CDU und FDP wollen der SPD-Alleinregierung und insbesondere Beck persönlich nachweisen, die Misere an der Rennstrecke maßgeblich zu verantworten. Fehler bei der Planung und Ausführung werden gesucht, die Auswahl von Geschäftspartnern wird hinterfragt. Es geht um die Ex-Partner in der Finanzierung, um Berater, die mit dem Bremer Spacepark bereits ein Millionenprojekt aus dem Freizeitbereich in den Sand gesetzt haben. Auf Wunsch der SPD fangen die Abgeordneten bei der Vor- und Frühgeschichte an. Diese soll beweisen, dass schon die CDU zu ihren Regierungszeiten vor 1991 Probleme am Ring hatte. Und die SPD will Zeit gewinnen, bis andere Akteure ihr Stück aufführen können, und zwar ...
... im Staatstheater.
Dort basteln unter Ausschluss der Öffentlichkeit die neuen Verantwortlichen an einer Lösung der akuten Probleme am Nürburgring. Schon im September, die Bauarbeiten waren trotz Einweihung noch nicht abgeschlossen, musste Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) einräumen, dass das Geschäftsmodell des Freizeit- und Geschäftsparks überarbeitet werden müsse. Nun wartet er auf ein Gutachten des Beratungsunternehmens Ernst & Young, das die aktuelle wirtschaftliche Situation am Ring analysieren soll. Nürburgring-Aufsichtsratschef Ernst Schwanhold hatte dies für Mitte November angekündigt. Nun heißt es aus dem Ministerium, die Ergebnisse sollen zusammen mit einem überarbeiteten Geschäftsplan "noch in diesem Jahr" vorgestellt werden. Im Juli rettete das Land das Unternehmen mit einem Gesellschafterdarlehen von fünf Millionen Euro vor der drohenden Insolvenz. Eine Kreditfinanzierung des Ausbaus steht auch vier Monate nach dem Scheitern der Privatfinanzierung noch nicht. Geld besorgt sich das Unternehmen aus dem Liquiditätspool des Landes. "Mit technischer Unterstützung" des Finanzministeriums, so heißt es wiederum aus dem Wirtschaftsministerium, werden Kreditgeber gesucht für die Nürburgring GmbH, die eigentlich ...
... auf der Hauptbühne ...
... spielt, dort jedoch unter Zuschauermangel leidet. Statt der erwarteten 280.000 Besucher im Ringwerk, jenem überdachten Freizeitzentrum mit Motorsportmuseum, werden es in diesem Jahr wohl nur 100.000 sein, es drohen Einnahmeverluste in Höhe von 600.000 Euro. Die Hauptattraktion, die Achterbahn "Ring-Racer", steht noch immer still, der Boulevard, in dem sich zum Beispiel Autofirmen präsentieren, ist oft leer. Besser soll es um das Lindner-Kongress-Hotel mit Spielcasino bestellt sein und um das Eifeldorf "Grüne Hölle" mit Restaurants, Kneipen und Disco. Diese betreibt der einst private Investor Kai Richter, der mit 85 Millionen von der landeseigenen Förderbank ISB unterstützt wurde. Der Chef der Nürburgring GmbH, Walter Kafitz, steht indessen ...
... auf der Ein-Mann-Bühne ...
... und wartet dort auf seine Abberufung per goldenem Handschlag. Warum der Geschäftsführer und Ideengeber des Ausbauprojekts "Nürburgring 2009" bleiben konnte, während der Aufsichtsratsschef und Finanzminister Deubel im Juli ging, ist noch immer ein Rätsel. Kafitz Vertrag läuft noch bis März 2014. Dass Kafitz vielleicht noch auf der ...
...Polizeibühne ...
... auftreten muss, ist derzeit nicht abzusehen. Dort ermittelt die Staatsanwaltschaft Koblenz gegen frühere Geschäftspartner der Nürburgring GmbH. Die Pinebeck-Geschäftsführer Michael Merten und Norman Böhm, die rund eine Million Euro Beraterhonorar dafür erhalten haben, dass sie eine günstige Finanzierung des Ausbaus finden, stehen unter Betrugsverdacht. Sie sollen ebenso wie der verdächtige Schweizer Kaufmann Urs Barandun nur vorgetäuscht haben, dass sie die Finanzierung bewältigen könnten. Tatsächlich seien die Pinebeck-Leute auf das Beraterhonorar aus gewesen.
Von der Staatsanwaltschaft stammt die Information, Barandun sei nicht auffindbar. Dessen Anwalt Jens Beyer bestreitet dies. Dazu Horst Hund, Leitender Oberstaatsanwalt in Koblenz: "Äußerungen von Anwälten sind nicht von großem Interesse." Was Barandun unterdessen macht, sieht nach ...
... Kasperletheater ...
... aus. Er ist immer noch bemüht, den Nachweis zu erbringen, dass im Juli eine Anzahlung über 100 Millionen Euro von einem amerikanischen Investor eingegangen sei. Zur Erinnerung: Die Landesregierung hatte mitgeteilt, dass die Schecks nicht werthaltig seien und deshalb die Verträge gekündigt. Der mutmaßliche Investor Pierre S. Dupont V. habe von der Geschichte nichts gewusst. Die Sicht Baranduns: Es lag eine Namensverwechslung vor. Nur durch das übereilte Verhalten der Landesregierung sei das Geschäft und damit die Privatfinanzierung geplatzt. Sein Ziel: Den Nürburgring auf Schadenersatz zu verklagen. Baranduns Manko: Seit Juli ist es ihm nicht gelungen, seine Geschichte nachzuweisen.
Der rheinland-pfälzische CDU-Abgeordnete Michael Billen soll mit Hilfe seiner Tochter belastendes Material über die SPD-Regierung gesucht haben.
Am Donnerstag teilte Michael Billen mit, dass ihm die Sache unendlich leid tue. "Ich habe einen Fehler gemacht, der meine gesamte Familie und vor allem meine Tochter sehr belastet", schrieb der CDU-Parlamentarier aus Rheinland-Pfalz in einer Erklärung. "Das bedauere ich zutiefst."
Mit sofortiger Wirkung scheide er aus dem Untersuchungsausschuss des Landtags zur Nürburgring-Affäre aus. Ausgerechnet er, der knallharte Aufklärer, wie er sich selbst sah. Er, der sich das Ziel gesetzt hatte, die SPD-Regierung von Kurt Beck zu Fall zu bringen. Wie es nun aussieht: Um jeden Preis.
Die SPD hält dem Politiker vor, selbst kriminell geworden zu sein. Bei der Staatsanwaltschaft Mainz ist nach SZ-Informationen bereits eine Strafanzeige gegen Unbekannt eingegangen, die Billen und seine Tochter in Bedrängnis bringen dürfte.
Die 29-Jährige arbeitet als Polizistin im pfälzischen Landau. Und sie hat zugegeben, dass sie im Dienstcomputer nach belastenden Informationen gegen die SPD-Regierung gesucht hat. Mehrere Ausdrucke aus der polizeilichen Datenbank Polis nahm sie verbotenerweise mit nach Hause. Dort landeten die geheimen Daten dann bei ihrem Vater, dem CDU-Politiker. Billen will sie selbst beim Wühlen in einem Stapel auf dem Tisch entdeckt haben, ganz zufällig.
"Durchsichtig", nennt SPD-Fraktionschef Jochen Hartloff diese Aussagen. Er glaubt, Billen wolle seine Tochter nur entlasten. "Es liegt sehr nahe, dass er das selbst veranlasst hat", sagte Hartloff der SZ.
Die brisanten Informationen betreffen das umkämpfteste politische Thema in Rheinland-Pfalz: die geplatzte private Finanzierung des Nürburgring-Projekts. Seit Monaten versucht die CDU der SPD-Regierung nachzuweisen, sie habe mit windigen Geschäftsleuten, ja Kriminellen kooperiert. Im Frühjahr 2011 sind Wahlen, jeder Angriff, jeder Vorwurf soll dem gewünschten Machtwechsel dienen. Da wäre es doch sehr hilfreich, etwas über Vorstrafen der Geschäftsleute in der Hand zu haben.
Anfang der Woche landeten Informationen aus der Polizei-Datenbank dann bei der Presse. Unter anderem sei der zuständige Projektentwickler "im Polizeilichen Informationssystem registriert", schrieb der Trierische Volksfreund, und nannte sogar die Nummer des Datensatzes. Angeblich sei der Mann wegen Insolvenzverschleppung verurteilt worden. Die Zeitung liegt Billen nicht ganz fern, er ist Chef des CDU-Bezirks Trier. Dennoch beteuert er: "Ich gebe keine geheimen Unterlagen raus."
Besonders peinlich für alle Beteiligten ist, dass die Vorwürfe offenbar falsch sind: Die Zeitung musste ihren Bericht jedenfalls korrigieren und die Vorwürfe gegen den Projektentwickler zurücknehmen. Auch der SWR, der die Angaben weiterverbreitet hat, unterschrieb eine Unterlassungserklärung.
In der Strafanzeige des Projektentwicklers heißt es nun, Billen sei möglicherweise "die Verletzung datenschutzrechtlicher Vorschriften" vorzuwerfen, seiner Tochter zusätzlich die "Weitergabe von Dienstgeheimnissen". Die Kommissarin muss überdies ein Disziplinarverfahren befürchten. Sie wurde vorübergehend freigestellt.
Als Billen seine "Dummheit" eingestand, zitterte seine Stimme. Er mache sich Sorgen um die Zukunft seiner Tochter, ließ er durchhören. Für sich selbst befürchte er, dass die SPD ihn nun "als Aufklärer kaltstellen" werde. Doch das besorgte am Donnerstag schon sein CDU-Landeschef Christian Baldauf. Vor dem persönlichen Gespräch in Baldaufs Büro wollte Billen noch ungebremst weitermachen. Danach erklärte er seinen Rückzug aus dem Ausschuss.
Billen und Baldauf gelten als Widersacher. Dennoch dürfte sich der CDU-Chef nur begrenzt freuen über den Skandal des Kontrahenten. Denn jetzt ist die seit Langem zerstrittene Partei wieder einmal in der Defensive, obwohl sie doch die Regierung bloßstellen wollte. Auch Baldauf selbst hat schon schlechte Erfahrung mit schnellen Behauptungen in der Nürburgring-Affäre gemacht. Anfang des Monats musste er eine Unterlassungserklärung unterschreiben, die der SZ vorliegt. Er darf nun nicht mehr behaupten, der Projektentwickler sei Partner bei einem Bremer Projekt gewesen, das in einem dreistelligen Millionenfiasko geendet habe. Sonst wird es teuer.
Letzte Bearbeitung am 01-Dez-09 um 11:18 Uhr () Vom 5. Dezember 2009 bis zum 3. Januar 2010 findet am Ring wieder die Winter Action statt:
* Eislaufbahn auf dem überdachten ring°boulevard * Rodelbahn im Eifeldorf Grüne Hölle * Jeden Samstag Eisdisco * TV-Kinderliebling Tom Lehel (05. und 06.12.2009) * Kinderliedermacher Volker Rosin (12.12.2009) * Regionale Chöre und Bands * Quadfahren * Jeden Tag das Motorsport-Abenteuer für die ganze Familie im ring°werk * 11.12.2009: Moscow Circus on Ice - Die winterlich-märchenhafte Eisshow in der ring°arena - Tickets schon ab € 29,-
Ein Betreiberwechsel soll dem Nürburgring professionellere Managemenstrukturen und mehr wirtschaftlicher Erfolg garantieren. Die rheinland-pfälzische Landesregierung stellte am Mittwoch das neue Konzept für die Rennstrecke vor.
NÜRBURG/MAINZ - Der Nürburgring wird in Zukunft von einer privaten Betriebsgesellschaft geführt. Die Lindner Unternehmensgruppe, die bereits ein großes Hotel am Nürburgring besitzt, soll die Landestochter Nürburgring GmbH ablösen, teilten Ministerpräsident Kurt Beck und Wirtschaftsminister Hendrik Hering (beide SPD) am Mittwoch in Mainz bei der Vorstellung eines neuen Konzeptes für den Nürburgring mit. Die Nürburgring GmbH und der Privatinvestor Motorsport Ressort Nürburgring (MSR) GmbH sollen dem Konzept zufolge nur noch als reine Besitzgesellschaften, insbesondere für Grundstücke und Immobilien fungieren und sich damit aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Finanziert wird das Projekt von der Investitions- und Strukturbank (ISB). Die Gesamtverantwortung für die Betriebsgesellschaft wird Beck und Hering zufolge Jörg Lindner von der Lindner Gruppe übernehmen.
Bessere Strukturen
Mit dem neuen Konzept sollten die Managementstrukturen "erheblich verbessert und professionalisiert" und der wirtschaftliche Erfolg des Projektes Nürburgring gesichert werden, erläuterten Beck und Hering.
Der bisherige Hautgeschäftsführer Walter Kafitz war 15 Jahre lang Chef der Nürburgring GmbH. Er soll dafür verantwortlich sein, dass der Freizeitpark Nürburgring mit Kosten von voraussichtlich 300 Millionen Euro deutlich teurer als geplant geworden ist. Kafitz' Vertrag war noch im März verlängert worden. Die Nürburgring GmbH gehört zu 90 Prozent dem Land Rheinland-Pfalz. Mit zehn Prozent ist der Landkreis Ahrweiler beteiligt. (ddp)
Letzte Bearbeitung am 02-Dez-09 um 19:11 Uhr () Und während man über die Zukunft des ring°werks diskutiert, gibts schon wieder neue Hiobsbotschaften aus der Eifelzeitung:
Gut, die Eifelzeitung ist ja grundsätzlich die erste Adresse für Propaganda gegen alles was am Ring passiert, ist ja nichts neues. Dennoch, die Fälle mehren sich ja immer weiter. Und die Totgeburt war ja vielen schon hinsäglich bekannt, aber das jetzt wieder bringt das Fass echt bald zum überlaufen. Das gibt nix mehr am Ring.
So leid es mir für die Leute tut, die ich dort persönlich kenne. Aber auch ich glaube nicht mehr daran, daß das Ding in ruhiges und sicheres Fahrwasser kommen wird. Imo war das letztendlich realisierte Konzept ohnehin schon sehr "brüchig" - die Performance-Probleme machen es für das ring°werk sicher nicht einfacher...
Gut, dass niemand verletzt wurde. - Da lässt es sich leichter über diesen Absatz lachen:
"„Die Anlage stoppte nicht. Der umgekrachte Baum ragte quer liegend samt Eisenträger etwa auf Schulterhöhe bis in die zweite Zuschauerreihe hinein. Die Situation war verwirrend, berichtet der Augenzeuge. Ich war geschockt und wusste in diesem Augenblick nicht: war es nur eine gespielte Situation, oder ein unkontrollierter Zwischenfall“, so der Augenzeuge. „Jedenfalls verhakte der umgestürzte Baum in der Mechanik immer mehr, bis er zurück in die Baumreihe gezerrt worden ist“, fügte der Augenzeuge hinzu.
Das kommt wohl davon, dass die Storyline jeder zweiten Attraktion auf folgendem Motiv aufgebaut ist: Gäste gehen auf eine beschauliche Reise bis etwas völlig schief geht und die Mine explodiert, das Auto die falsche Abfahrt nimmt, der Baumstamm ins Publikum kracht, das Publikum geschrumpft wird, man in einen Sternenkrieg gerät, usw. Kommt davon.
Das Multimedia-Theater in der Nürburgring-Erlebniswelt ist ohne endgültige TÜV-Abnahme betrieben worden. Der TÜV Rheinland teilte am Freitag mit, dass bisher nur für einen Teil des Theaters "Grüne Hölle" eine endgültige Betriebsgenehmigung erteilt wurde.
Moin, wir wohnen nicht wirklich weit vom Ring weg und so ergibt es sich, dass man das ein oder andere mal dort aufkreuzt. So 'erging' es auch einem engen Bekannten von mir, der zusammen mit seiner Dienststelle die Weihnachtsfeier in der vergangenen Woche an einem ganzen Tag dort verbracht hat. Gestern erzählte er mir: "Die Achterbahn wird wohl nie in Betrieb gehen!". Auf mein ungläubiges Staunen hin und die folgende Frage wieso er sich da so sicher sei, bzw. woher er das wisse, berichtete er, Ihnen sei gesagt worden, sie stünden (der Betreiber) vor dem unvorhersehbaren Problem, dass bei längerem Betrieb von den Kompressionstanks unter der Haupttribüne dermaßene Vibrationen ausgingen, dass die Statik selbiger in Gefahr geriete. Meine Frage wann denn ein solch langer Betrieb jemals stattgefunden hätte wußte er allerdings nicht zu beantworten. Ich kann den Wert dieser Aussage, die von einem 'offiziellen' des Rings (und es war kein Toilettenpersonal, wenn ich auch keinen Namen liefern kann, weil ich ihn schlicht nicht weiß) nicht einschätzen, und bitte das dementsprechend auch nicht als Fakt anzusehen. Ich war eben nur erstaunt, dass das so munter daher geplaudert worden zu sein scheint, und fand es berichtenswert. Zumal es von jemand an mich herangetragen wurde, der mit der Freizeitparkszene eigentlich nichts zu tun hat, sprich: derjenige hat kein Interesse sich mit hanebüchenen Geschichten in den Mittelpunkt zu bringen. Grüße, Olli
Letzte Bearbeitung am 12-Dez-09 um 19:04 Uhr () Hi!
Sowas ist dort oben am Ring wirklich mit Vorsicht zu genießen - solche Gerüchte schwirren da in einer Vielzahl durch die Gegend, wie man es kaum für möglich halten würde. Hab da schon so einiges gehört, beispielsweise das die Achterbahn wieder abgebaut würde, weil da irgendwelche Schwingungsdämpfer fehlen - und sowas kommt da ausnahmslos von Leuten, die einfach nur Propaganda machen wollen.
Das soll jetzt keine Wertung über Glaubwürdigkeit usw. sein. Es ist nur eine Anmerkung meinerseits zu dem Thema. Ich wohne gerade mal 40 km vom Ring entfernt, bin im Sommer oft da und kenne viele da oben. Und man hört so unwahrscheinlich oft von irgendwelchen Dingen die angeblich mal wieder nicht funktionieren und es wird munter spekuliert obwohl man keine Ahnung hat. In einschlägigen Nürburgringforen gabs sogar die Behauptung der RingRacer hätte bei seinen Demo-Fahrten im Rahmen der Formel 1 die Strecke nicht geschafft und deswegen hätte man von der Fahrt nur den Start gezeigt usw. - wie gesagt: alles mit Vorsicht zu genießen.
Ganz anderer Punkt: Diese Drucktanks - sind die gewöhnlich direkt an der Beschleunigungsstrecke montiert? Würde mich nur mal interessieren, da die Beschleunigungsstrecke doch einige Meter von der Tribüne entfernt ist... Ganz davon abgesehen das sich imho ein Parkhaus unter der Tribüne und dem Boulevard befindet...
so langsam glaub ich auch das das nichts mehr wird mit der bahn! wenn schon im radio kommt das die da gelinkt wurden ohne ende! und da wirklich gar nix foran kommt in der eifel! schade den die schleife der bahn hat doch sehr gut ausgesehen! :(
>Deine Tastatur hat immer noch eine defekte Shift-Taste. Ich bitte Dich noch einmals >darum, von dieser gebrauch zu machen!
Hmm.. das klingt tatsächlich fast so stier wie die Vorschläge zur Tagesgestaltung des Leiters der freiwilligen Feuerwehr zu Rust.. oder wer das war. Könnte also hinkommen mit der Originalität. Zum Kaffeetrinken in den Europa-Park zu fahren ist allerdings sinnvoller als von defekten Shift-Tasten Gebrauch zu machen...
Letzte Bearbeitung am 21-Dez-09 um 15:55 Uhr () OH WAS IST JETZT NUR MEIN PC SPINNT IST WOHL MEIN LETZTER BEITRAG IM AllGEMEINEN FORUM SO MACHT DAS KEINEN SPAß
Kommentare von jemandem zu lesen, der außer dem Ausrufezeichen keine Satzzeichen zu kennen scheint, nicht bereit ist seine Texte halbwegs lesbar zu gestalten, macht ebenfalls keinen Spass. Mach's gut.