Vor exakt einem Jahr öffnete die Regenwaldhalle Tropical Islands, seither hat sie zweistellige Millionenverluste angehäuft und ihren ersten Chef verloren. Der neue erklärte nun, was er besser und anders machen will. Anfangs heißt das: Bauarbeiten, Schließungen - und noch größere Defizite.
Brand - Im Shuttlebus, der am Zwerg-Bahnhof von Brand wartet, läuft am Morgen das Lied "Africa" über die Lautsprecher. Das ist bloß ein Zufall des Radioprogramms - es wirkt aber wie eine forsche Versprechung, als der Bus auf die 107 Meter hohe Halle von Tropical Islands zurollt. Rundherum liegt Schnee in den Wäldern der Niederlausitz an diesem 19. Dezember. Auf den Tag genau ein Jahr ist es her, seit die 70 Millionen Euro teure, artifizielle Tropenwelt in der alten CargoLifter-Halle erstmals Besucher einließ.
Tropenwelt in Brand: "Ab 2008 wird es richtig gut"
Ole Bested Hensing trägt Office-Kleidung wie ein Banker, als er eine halbe Stunde später das Thai-Haus im "Tropendorf" betritt. In der Hand hält er aber, passend zum Setting, einen Cocktail mit buntem Papier-Sonnenschirm. Seit fast zwei Monaten ist der 41-jährige gebürtige Däne Chef bei Tropical Islands - und macht seinerseits forsche Versprechungen, gibt Ziele vor. "Wir wollen die Nummer zwei unter den Freizeitparks in Deutschland werden", sagt er vor rund zwei Dutzend Reportern, die er am Jubiläumstag eingeladen hat. Im laufenden Jahr reichte es, wie er anhand von Besuchertabellen zeigt, aber nur für Platz sieben - weit abgeschlagen hinter dem Marktführer Europa-Park.
Als der monströse Hallendom vor einem Jahr nach mehreren Umbau-Monaten aufmachte, waren die Erwartungen ebenso hoch gesteckt wie utopisch. Der malaysische Tropenplaner und erste Chef, Colin Au, träumte öffentlich von bis zu drei Millionen Besuchern und Profiten im allerersten Jahr. Au hatte, so scheint es, nicht lange genug auf die Landkarte geschaut - er glaubte wohl wirklich, dass zwei Badebereiche, Palmen und ein China-Büffett reichen würden, Millionen in die Halle irgendwo zwischen Königswusterhausen und Lübbenau zu locken.
"Das Produkt fertig stellen"
Tatsächlich kamen seit dem Premierentag 975.000 Besucher - diese Zahl gaben Hensing und sein neuer Marketing-Mann Rainer Wilkens heute bekannt. "Aber von null auf gut eine Million" - das sei doch, realistisch gesehen, ein gigantischer Erfolg, sagen sie, "die erfolgreichste Markteinführung seit Jahren." Selbst das Legoland komme ja im Jahr nur auf ein paar Hunderttausend Besucher mehr. Tropical Islands aber hat für seine Größe reichlich Geld verbrannt im ersten Geschäftsjahr - die Summe liege "zwischen zehn und 20 Millionen Euro", heißt es.
Manager Hensing (noch im abgebauten Riesenrad): Millionen aus Kuala Lumpur mitgebracht.
Hensing wischt sich mit der Hand über die Stirn. Es ist subtropisch schwül im thailändischen Holzhaus, sein Sakko aber zieht er nicht aus. 2006, erklärt er, werde für Tropical Islands ein entscheidendes Jahr - das Jahr, "in dem wir unser Produkt fertig stellen wollen". Wohl schon ab März wird die Halle nicht mehr rund um die Uhr geöffnet sein, sondern immer zwischen 22 und 5 Uhr schließen. Dann laufen, zunächst nur nachts, die ersten Umbauarbeiten an.
Wahrscheinlich im November, nach den Herbstferien, bleibt Tropical Islands dann für mehrere Wochen völlig geschlossen. In dieser Zeit will Hensing im bisher leeren Westbereich eine Wellness-Welt hochziehen. "Zehn verschiedene Saunen, ein Ruhehaus, Whirlpools" verspricht er - Angebote, die viele Gäste bisher vermisst hätten. Hensing nimmt in Kauf, dass wegen der Schließung die Besucherzahlen noch tiefer fallen - von nur noch 700.000 im Jahr 2006 ist die Rede. Dafür soll die Wellness-Zone, wenn sie denn fertig ist, extra Eintritt kosten und die Umsätze hoch treiben.
"Es hat keine fiesen Fragen gegeben"
Hensings Handschrift ist, nach nur anderthalb Monaten, schon hier und da sichtbar. Das Management ist umgekrempelt: Der Operations Manager ist neu, der Gastro-Chef ebenso, die alte Marketingleiterin ist auch nicht mehr da.
Die Optik der Halle ändert sich langsam: Das Riesenrad im Osten, erst im Frühjahr aufgestellt, ist wieder verschwunden - es erinnerte wohl zu sehr an Rummelplatz mit Bratwurst. Stattdessen gibt es hier eine Hüpfburg und eine Kinderrutsche in Schiffsform, die ausgerechnet den Namen "Titanic" trägt. Provisorisch sieht das aus - aber im Verlauf der Monate soll rundherum eine professionellere "Kinderwelt" entstehen. "Wir müssen unser Angebot für Familien mit Kindern ausbauen", sagt Hensing.
Der neue Tropen-Chef hat, kurz vor seinem Auftritt, eine Woche in Kuala Lumpur verbracht. Dort hat er dem Aufsichtsrat des malaysischen Mutterkonzerns Tanjong sein Konzept vorgestellt und erklärt, wie viel Zeit und Investitionen Tropical Islands noch braucht, um profitabel zu werden. "Die Atmosphäre der Sitzung war gut. Es hat überhaupt keine fiesen Fragen gegeben", sagt er.
Aus Asien habe er "jede Menge" Geld mitgebracht, lacht Hensing - er habe die Zusage, dass Tanjong 2006 "mindestens 15 Millionen Euro" für die malade Tochter ausgeben wird. Dazu sollen weitere 15 Millionen an Fördergeldern kommen, die das Land Brandenburg nach kontroversen Debatten bald freigeben will. Noch sei es nicht so weit, noch gebe es eine "lange Liste von Punkten", die geklärt werden müssten, räumt Hensing ein, ohne Details nennen zu wollen. "Aber ich bin sicher, dass man sich am Ende einigen wird."
"Ab 2008 wird es richtig gut"
So bekommt der neue Chef Zeit zum Experimentieren, Reformieren. Ein einfacheres Preissystem soll es ab 2006 geben, das Mehrfach-Besucher belohnt und Familien mit mehreren Kindern entlastet. "Viele werden sich über den niedrigen Preis wundern", kokettiert der Tropen-Chef, "ich selber musste eine Nacht drüber schlafen."
Die Shows sollen angepasst werden - die neue kubanische Revue, die ab Donnerstag und dann noch bis Ende Februar läuft, wird wohl das letzte Abendprogramm sein, das täglich zu sehen ist. Alles in allem könne Tropical Island 2007 erstmals zumindest operativ schwarze Zahlen schreiben, glaubt Hensing. "Und ab 2008 wird es dann richtig gut." Nachdem man, unter anderem bei Energie und Personal, Kosten gekappt habe, brauche man ohnehin nur noch 1,35 Millionen Gäste im Jahr, um Profite zu schaffen.
Als der Shuttle-Bus am Nachmittag zurück zum kleinen Bahnhof von Brand fährt, rollt er an den Autos der Tropen-Besucher vorbei. Vielleicht 300 Pkw stehen auf den Parkplätzen vor der Halle, großzügig geschätzt. Wenn Hensings Plan aufgehen soll, müssen es schon in zwölf Monaten mehr sein.
TROPEN AUCH IN MOSKAU? In Kuala Lumpur, dem Standort des Mutterkonzerns Tanjong, unterhält Tropical Islands eine weitgehend unbekannte Filiale. 13 einheimische Mitarbeiter erledigen dort unter anderem buchhalterische Aufgaben für die deutsche Tochter -und planen die internationale Expansion.
Der Tropical-Standort in Brandenburg sei zwar der erste, solle aber nicht der letzte sein, sagte Ole Bested Hensing zu SPIEGEL ONLINE. So sei eine Ausdehnung in die USA möglich. In der russischen Hauptstadt Moskau gebe es sogar schon "drei Offerten" von potentiellen Partner, die am Aufbau einer künstlichen Tropenwelt interessiert seien.
Das deutsche Tropical Islands werde aber sicherlich auch in Zukunft die größte bleiben, sagt Hensing -eine vergleichbar dimensionierte Halle sei schließlich weltweit nirgendwo zu finden.[/table]
Letzte Chance für Tropen-Hallenbad Weitere 15 Millionen Euro Fördergeld und ein modifiziertes Konzept sollen das Spaßbad Tropical Islands in der Lausitz retten von Jessica Schulte am Hülse
Der kleine Bahnhof im märkischen Brand wirkt verwaist. Eisig fegt der Wind über die Gleise. Nur ein verirrtes Reh steht im Schnee am Waldrand. Elegant springt das Tier durchs Gehölz und verschwindet hinter einer verfallenen Kaserne. Nun sind es nur noch einige hundert Meter holperige Straße bis zum größten Spaßbad Deutschlands: dem Tropical Islands in der Niederlausitz. Just bekam das Tropen-Resort vom Land Brandenburg 15 Millionen Euro Fördergeld bewilligt. Der malaysische Mutterkonzern Tanjong, der bisher nach eigenen Angaben schon 100 Millionen Euro in das Großprojekt investierte, gibt ebenfalls weitere 15 Millionen dazu. Geld, das dringend benötigt wird. Denn der Badespaß im großformatigen Ambiente der einstigen Zeppelinwerft Cargolifter funktioniert nicht wie geplant. "Statt der erwarteten 1,5 Millionen Besucher kamen 2005 lediglich 975 000 zahlende Gäste", gesteht Geschäftsführer Ole Bested Hensing. Um mehr Besucher anzulocken, hat er sein Konzept modifiziert. So plant er beispielsweise einen Wellness- und Saunabereich. Andere Besucherattraktionen wie das Thaidorf sollen authentischer gestaltet werden. Letzte Chance für das Projekt 60 Kilometer südlich Berlins? Gut möglich. Die Anlage ist so riesig, daß sich wohl niemand sonst auf ein weiteres Abenteuer einläßt. Mit ihren 107 Meter Höhe überragt die Halle die Wipfel der Bäume ringsum weit. Auf 66 000 Quadratmetern haben die Malaysier in der Ex-Zeppelin-Halle eine exotische Freizeitanlage mit Schwimmbädern, Wasserfällen, Strand und Regenwald untergebracht. Je näher man der gigantischen Halle kommt, desto deutlicher wird das Problem: verlassene Parkplätze und keine Menschenseele an der extra eingerichteten Bushaltestelle. Erst auf der Nordseite zeigt sich, daß es doch einige tropensüchtige Besucher aus dem In- und Ausland hierher verschlagen hat. Autos mit Kennzeichen aus Bochum, Hamburg, München und selbst solche aus dem fernen Lettland stehen ordentlich in mehreren Reihen hintereinander. "Lediglich 28 Prozent unserer Gäste kommen hier aus der Gegend", sagt Hensing, der seit November 2005 neuer Tropical-Islands-Chef ist. Mit anderen Worten: Immerhin rund 72 Prozent nehmen längere Fahr- und sogar Flugzeiten in Kauf, um die Spreewald-Tropen zu besuchen. Das Gefühl einer gut funktionierenden Freizeitanlage stellt sich dennoch nicht ein, müßte doch eigentlich in der kalten Jahreszeit absoluter Hochbetrieb herrschen. Schließlich lockt Tropical Islands mit 26 Grad, Karibikflair und einen Spaziergang durch den größten Tropenwald Europas. Hensing findet das nicht dramatisch. Anlaufschwierigkeiten gehörten im Gastronomiebereich nun mal dazu. Doch wenn nichts schiefgelaufen ist, warum muß dann doch umgebaut werden? Natursteinböden, neue Bepflanzung, der Ausbau des Kinderareals und eine Saunalandschaft sollen helfen, jährlich 1,4 Millionen zahlende Gäste zu verbuchen. "Wir werden nicht die ganzen 30 Millionen Euro in den Umbau und die neuen Marketingstrategien investieren", gesteht Hensing. Denn wegen einiger für den Umbau geplanter Schließungsphasen habe man bereits weitere Verluste für 2006 einkalkuliert, die durch das Geld des Mutter-Konzerns kompensiert werden sollen. Laut Presseberichten belaufen sich die allein bis 2005 entstandenen Verluste auf bis zu 20 Millionen Euro. Auch diese Einbußen müssen ausgeglichen werden. Kein Wunder, daß es von einigen Seiten Kritik für die Förderung der Anlage gab. Karl Brenke, Ostdeutschlandexperte im Deutschen Institut für Wirtschaftsförderung, warnt angesichts des Überangebots an Thermen und Spaßbädern in Brandenburg vor "fatalen politischen Signalen". Doch wird das seit Jahren schon sehenden Auges von der Politik in Kauf genommen. Immer wieder wurden neue Subventionen gebilligt. Auch diesmal wieder, obwohl die ursprüngliche Zusage der Manager, nur eigenes Geld zu verbauen, nicht eingehalten wurde.
Dabei kann sich Brandenburg keinen Millionen-Flop mehr erlauben. Immer wieder präsentierte das Land unter der Ägide Manfred Stolpes (SPD) neue, millionenschwere Investitionsruinen. Allein für den Bau der Cargolifter-Halle gab es bereits 39 Millionen Euro öffentliche Unterstützung. Doch das Projekt scheiterte, kein einziger Zeppelin verließ jemals die Werft. Für Colin Au, ehemaliger Tropical-Islands-Chef, wurde das Desaster zum guten Geschäft. Er übernahm die Halle für 17,5 Millionen Euro. Ein noch relativ kleiner Verlust im Vergleich mit anderen Millionenpleiten: Nur 30 Autominuten von Tropical Islands entfernt gibt es eine kaum genutzte Rennstrecke - den Lausitzring. 123 Millionen Euro gab das Land für je drei Pisten und Hochgeschwindigkeitskurven aus.
120 000 Menschen finden Platz auf den Tribünen. Die Planer träumten von großen Rennen wie Le Mans, Nürburgring oder Monaco. Große Träume, doch der Bedarf ist deutlich kleiner. Zumal in der entlegenen Niederlausitz. Nur zwei Rennen stehen bisher 2006 im Veranstaltungskalender. Das wohl bizarrste Beispiel für Förderpolitik in Brandenburg liefert hingegen ein Hafen ohne die erhoffte Meeres-Anbindung. 21 Millionen Euro öffentlichen Geldes flossen in den Ausbau des Schwedter Hafens. Was die polnischen Nachbarn nur wenig schert, sie verweigern beharrlich den nötigen Ostseezugang über die Oder. Daß Brandenburg von Leitartiklern schon den Titel "Land der gescheiterten Großprojekte" verpaßt bekam, ist somit wenig verwunderlich. Tropical-Islands-Chef Hensing glaubt hingegen nicht, daß sein riesiges Tropenhaus irgendwann auf dieser Liste steht.
Bereits 2008 rechnet er mit schwarzen Zahlen. Immerhin ist dem Freizeitpark der erfolgreichste Markteintritt in diesem Segment in den letzten zehn Jahren in Deutschland gelungen. "Tropical Islands belegt im Augenblick bei den deutschen Freizeitparks Platz 6 von 220 Freizeitparks", erklärt Hensing. Den Heidepark Soltau gebe es seit fast 30 Jahren, und der habe 1,4 Millionen Besucher jährlich. Da sei die Bilanz von knapp einer Million Gästen, gerade mal zwei Jahre nach der Eröffnung, doch gar nicht schlecht, findet er. Für eine Region mit einer Arbeitslosenquote von 27 Prozent ist der Tropenspaß mit 501 Festangestellten jedenfalls größter Arbeitgeber im Umkreis. "Nach den Richtlinien hätten wir bei dieser Fördersumme nur 180 Mitarbeiter garantieren müssen", so Hensing. Am Strand der Südsee-Lagune liegt derweil ein verliebtes Pärchen eng umschlungen auf einer Plastikliege. Kinder spielen vergnügt im seichten Wasser, und ein Rentner entspannt im Sand. Mit viel Phantasie kommt fast ein wenig Tropengefühl auf. Wäre da nicht das riesige Panoramafenster mit Blick nach draußen in den deutschen Winter, wo es schneit. Artikel erschienen am 15. Januar 2006
Ich antworte mal auf dich, weils hier am besten herpasst:
Fördermittel-Zusage an Tropical Islands verteidigt Regional-Vertreter ziehen positive Bilanz / Unternehmen wird Mitglied im Tourismusverband Spreewald
«Investitionen bei Tropical Islands lassen nicht nur die Kassen von Tanjong in Kuala Lumpur klingeln. Sie helfen der ganzen Region» , erklärte gestern Dahme-Spreewald-Landrat Martin Wille (SPD) auf einer Pressekonferenz in Cottbus.
Gemeinsam mit seinem Amtskollegen Dieter Friese (SPD) aus dem Spree-Neiße-Kreis sowie den Hauptgeschäftsführern der Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie der Handwerkskammer Cottbus, Joachim Linstedt und Knut Deutscher, verteidigte er die Fördermittelzusage über 15 Millionen Euro für die Freizeitanlage in der ehemaligen CargoLifter-Halle in Brand bei Lübben. Die Spitzenvertreter der Kommunalpolitik im Spreewald und der regionalen Wirtschaftsverbände wiesen damit Kritik, u. a. von der grünen Europaabgeordneten Elisabeth Schroedter, an der Bewilligung der Steuergelder zurück. In einem RUNDSCHAU-Beitrag hatte Schroedter behauptet, Brandenburg wolle mit den Fördermitteln die Lebenserwartung des Tropenparadieses nur künstlich verlängern. Landrat Wille nannte für das Engagement der Tropical-Islands-Eigentümer Tanjong und Colin Au fernab von Fördermitteln als Beispiele den Bau einer 14 Kilometer langen Abwasserdruckleitung und einer sechs Kilometer langen Trinkwasserleitung. «Das wäre eigentlich Aufgabe der öffentlichen Hand gewesen» , so Wille. Ansonsten überdimensionierte Aufbereitungsanlagen würden erst durch Tropical Islands ausgelastet. Anders als es allgemein Praxis sei, habe das Freizeitunternehmen ohne Zuschüsse inzwischen knapp 90 Millionen Euro privates Kapital investiert. Erst auf Anraten deutscher Experten sei der «berechtigte Fördermittelantrag» gestellt worden, so Wille. Als «völlig unqualifiziert» wies SPN-Landrat Friese die Kritik der Europaabgeordneten zurück. Statt die Interessen der Region in Brüssel zu vertreten, habe Elisabeth Schroeder offensichtlich „die Bodenhaftung zu Brandenburg verloren“. Aus Sicht des Tourismusverbandes, dessen Vorsitzender Friese ist, brauche der Spreewald Alleinstellungsmerkmale wie Tropical Islands und die Therme in Burg, wenn man «national und international in der Tourismusbranche bestehen» wolle. Friese teilte mit, dass das Unternehmen in Brand demnächst Mitglied im Tourismusverband Spreewald wird. IHK-Hauptgeschäftsführer Joachim Linstedt befürchtet, dass die «unverantwortlichen Diskussionen zum Scheitern des Vorhabens» führen könnten. Knut Deutscher von der Handwerkskammer unterstrich, dass ein Großinvestor wie der britisch-malayische Großkonzern Tanjong «auf die ganze Region ausstrahlt» . Nach Angaben von Linstedt unterhalte Tropical Islands bereits jetzt Geschäftsbeziehungen zu 300 Partnern in der Region.
hier ein weiterer Artikel über die Zukunft von Tropical Islands, der etwas konkreter die Neuerungen aufzeigt:
Tropical Islands mit Besucherzahl zufrieden
Höchste Wasserrutsche Europas geplant
BRAND Rund 1,1 Millionen Besucher haben bisher den Freizeitpark Tropical Islands in Brand (Dahme-Spreewald) besucht. Das sei für dieses neue Projekt ein sehr gutes Ergebnis, sagte der Geschäftsführer Ole Bested Hensing am Sonnabend. Der größte Teil der Besucher komme aus Berlin und Brandenburg sowie aus Sachsen. Die Anlage in der ehemaligen Cargolifter-Luftschiffhalle war am 19. Dezember 2004 eröffnet worden. Ursprünglich war mit 1,5 Millionen Besuchern bereits im ersten Jahr gerechnet worden.
Die Planungen für den millionenschweren Umbau des Resorts stehen laut Hensing vor dem Abschluss. So sollen im Eingangsbereich Läden entstehen, erläuterte Hensing. Im westlichen Teil der riesigen Halle, der bisher nicht bebaut war, sei ein großes Saunadorf geplant. "Dort wollen wir einen neuen Umkleidebereich mit 6000 Plätzen errichten, das sind doppelt so viele wie bisher", sagte Hensing. Die künstliche Südsee werde durch Halbinseln ergänzt. Auf der Ostseite der Halle entstehe ein Kinderspielplatz mit einer 25 Meter hohen Wasserrutsche, der höchsten in Europa.
Wann die Umbauarbeiten beginnen und ob die Anlage deshalb nur nachts oder für mehrere Wochen komplett geschlossen wird, sei noch nicht entschieden. dpa/MAZ
Die höchste Wasserrutsche der Welt ist 42 Meter hoch und steht in Lido di Jesolo (Italien), was (Stand 17:47 Uhr) "unglücklicherweise" zu Europa gehört...
BrandenburgMehr Geld vom Staat Für seinen Umbau erhält Tropical Islands 17 Millionen Euro Fördermittel - ausgezahlt ist das Geld noch nicht Jürgen Schwenkenbecher
BRAND. Der Freizeitpark Tropical Islands südlich von Berlin kann für seinen angekündigten Umbau mit mehr Fördermitteln rechnen als bisher bekannt. Wie jetzt der malaysische Mutterkonzern Tanjong in Kuala Lumpur mittelte, soll das Unternehmen für die Investitionen in und außerhalb der Halle nunmehr 17 Millionen Euro erhalten. Bisher wurde stets die Zahl von 15 Millionen Euro genannt. Auch Tanjong will 17 Millionen Euro für "die zweite Entwicklungsphase" beisteuern. Eigenen Angaben zufolge beträgt die Gesamtinvestition der Malaysier damit 92 Millionen Euro. 49 Millionen Euro sollen als "förderfähig" anerkannt worden sein.
Dass Tropical Islands nun zwei Millionen Euro Steuergelder mehr verbauen darf, liegt an den Förderrichtlinien Brandenburgs. Die sehen bei wichtigen Tourismusprojekten eine Förderung von bis zu 35 Prozent vor - von 30 Prozent gingen die malaysischen Investoren aus. Die Fördermittel, die noch nicht ausgezahlt sind, hatte Tropical Islands bereits im Oktober 2003 beantragt und im Dezember vorigen Jahres zugesagt bekommen. Lange Zeit hatte der malaysische Geschäftsmann Colin Au, der die Halle aus der Insolvenzmasse der Cargolifter AG erwarb, verkündet, keine Fördergelder beanspruchen zu wollen. Schon in den Bau der gewaltigen Halle für den Luftschiffbauer flossen 38 Millionen Euro Fördergelder.
Mit der umstrittenen Finanzspritze will Brandenburg nun wenigstens den Erfolg des Freizeitunternehmens sicherstellen. Denn das erste Geschäftsjahr der im Dezember 2004 eröffneten Tropenlandschaft verlief mit einem Umsatz von 24 Millionen Euro (statt der erhofften 70 Millionen) alles andere als erfolgreich. Aktuelle Zahlen gibt das Unternehmen nicht bekannt.
Der Umbau hat zaghaft begonnen, der Badebetrieb in der jetzt nur mäßig gefüllten Halle soll nicht gestört werden. Ursprünglich sollte die rund um die Uhr geöffnete Halle wegen des Umbaus bereits ab Mitte Mai nachts schließen. Davon ist keine Rede mehr. "Sicher ist, dass wir vom 1. November bis 26. Dezember komplett dichtmachen", sagt Ania Prillwitz, die Sprecherin von Tropical Islands. Für die Silvesterfeier (Eintritt: 99,95 Euro ) wird bereits geworben.
Danach bleibt für Tropical Islands ein Jahr Zeit, um die Verlustzone zu verlassen. Mit einer Million Besucher rechnet Tanjong ab 2008. Viel weniger (950 000) kamen auch im ersten Geschäftsjahr nicht. Doch künftig sollen die Gäste länger bleiben - und so die Kassen füllen.
Der Freizeitpark ist der größte Arbeitgeber der Region. So soll es bleiben: Mindestens 501 Beschäftigte für fünf Jahre - das ist eine der wichtigsten Auflagen, die mit dem Geld vom Staat verbunden sind. Eine andere ist die Rückzahlungsgarantie der Fördersumme, falls Tropical Islands die Luft ausgeht.
Bei Tropical Islands wird der Zuwendungsbescheid "in den nächsten Tagen" erwartet. Alle Voraussetzungen seien erfüllt, es gebe "keine strittigen Punkte", versichert Geschäftsführer Ole Bested Hensing. Bis auf einen, wie Matthias Haensch, der Sprecher der Landesinvestitionsbank, sagt: "Das Unternehmen hat sich noch nicht endgültig zu den Auflagen erklärt."
Im Jahr 2008 will das Unternehmen kostendeckend arbeiten / Dazu müssen 1,25 Millionen Besucher angelockt werden
UTE SOMMER
BRAND Der Freizeitpark Tropical Islands in Brand (Dahme-Spreewald) will 2008 erstmals eine schwarze Null schreiben. Das kündigte Geschäftsführer Ole Bested Hensing gestern an. Der malaysische Mutterkonzern Tanjong hatte erst kürzlich bei der Vorstellung seiner Bilanz "die Dringlichkeit" betont, den Tropenpark zu einem profitablen Projekt zu machen (die MAZ berichtete).
Um kostendeckend zu arbeiten, müsste die künstliche Tropenlandschaft 1,25 Millionen Besucher pro Jahr anlocken, so Hensing. Davon ist Tropical Islands noch ein Stück entfernt. Im ersten Jahr nach der Eröffnung Ende 2004 kamen rund 975 000 Gäste, in diesem Jahr werden sogar nur 600 000 erwartet. Denn ab November schließt Tropical Islands seine Pforten für knapp zwei Monate, um einige Neubauten in Angriff zu nehmen. Damit will das Unternehmen die Attraktivität des nach eigenen Angaben größten Wasserparks Europas erhöhen und zugleich Kapazitäten für mehr Besucher schaffen. Allein in dieser Woche sei man bereits "an drei Tagen komplett ausverkauft" gewesen, so Hensing.
Für rund 21 Millionen Euro sollen unter anderem vier Wasserrutschen, ein Spielbereich und auch eine Saunalandschaft im Regenwald entstehen. Die Wiedereröffnung ist für den 27. Dezember geplant. Bis dahin soll der größte Teil der Bauarbeiten abgeschlossen sein. Lediglich die Saunalandschaft werde Hensing zufolge dann wohl noch nicht komplett fertig gestellt sein. Insgesamt fünf Bauanträge müssen für die Arbeiten genehmigt werden. Sie seien bisher aber noch nicht eingereicht.
Finanziert werden die Investitionen einerseits mit rund 15 Millionen Euro, die Tropical Islands vom Mutterkonzern Tanjong erhält. Zudem hofft der Geschäftsführer auf die seiner Einschätzung nach unmittelbar bevorstehende Auszahlung von rund 17 Millionen Euro Fördergeld des Landes Brandenburg.
Rund zwei Millionen Euro will das Unternehmen in die Errichtung eines Park- und eines Campingplatzes stecken. Tropical Islands würden bisher, so Hensing, ausreichende Beherbergungskapazitäten fehlen, um die angepeilten "1,2 bis 1,5 Millionen Besucher pro Jahr in die Region zu locken". Der Campingplatz soll bereits im nächsten Jahr entstehen. Bis Ende 2009 soll eine Hotel- und Ferienhausanlage folgen, mit einer Kapazität von rund 5000 Betten. Bisher gibt es in einem nahe gelegenen Hotel und in den Zelten im Tropenpark Platz für rund 800 Gäste.
Einer Untersuchung zufolge kommen rund 40 Prozent der Besucher von Tropical Islands aus der Region Berlin und Brandenburg, 30 Prozent aus Sachsen und weitere 25 Prozent aus den anderen Bundesländern. Die restlichen fünf Prozent seien aus dem Ausland, wobei Hensing zufolge besonders viele polnische Besucher in den Tropenpark kommen. Jeder Gast bleibt im Schnitt sieben Stunden.
Die Wiedereröffnung ist für den 27. Dezember geplant.
Mich würde ja interessieren ob es einen bestimmten Hintergrund hat, dass man gerade an den eigentlich für Tropical-Islands attraktiven kalten Tagen und in der Vorweihnachtszeit schließt, statt im Sommer wo es ja so schon warm genug ist.
Finanzhilfe Vorerst keine Förderung von Tropical Islands Betreiber wollen weitere Millionen Euro öffentlicher Gelder, obwohl der Freizeitpark nach ihren Angaben "blüht und gedeiht". Rund 17 Millionen Euro Zuschüsse sind schon geflossen. Mit weiteren 2,5 Mio. Euro finanzierte der Staat einen Autobahnzubringer und eine Eisenbahnüberquerung.
Von Gudrun Mallwitz
Die malaysischen Betreiber des defizitären Freizeitparks Tropical Islands in Brand (Dahme-Spreewald) können vorerst kaum auf eine weitere öffentliche Förderung hoffen. Zumindest derzeit seien die Voraussetzungen für eine weitere Finanzhilfe nicht erfüllt, heißt es in Kreisen der Landesregierung. Eine Entscheidung werde erst in einigen Wochen fallen. Der Sprecher der Landesinvestitionsbank (ILB), Matthias Haensch, sagt: "Es liegt seit 2006 ein Förderantrag vor. Er ist aber nicht entscheidungsreif."
Entgegen der Ankündigung der Landesregierung, keine Zuschüsse für das Ende 2004 in der leer stehenden Cargolifter-Halle eröffnete Dschungel- und Badeparadies zu genehmigen, sind rund 17 Millionen Euro geflossen. Mit weiteren 2,5 Mio. Euro finanzierte der Staat einen Autobahnzubringer und eine Eisenbahnüberquerung.
Die Beihilfen für das rund 90-Millionen-Euro-Projekt sorgen für heftige Kritik. Die Bundestagsabgeordnete der Grünen, Cornelia Behm, kritisiert den erneuten Fördermittel-Antrag. Der Investor sei unter der Maßgabe angetreten, keine Förderung zu beanspruchen. Jetzt stelle er aber einen Antrag nach dem anderen. "Seinen Forderungen nachzukommen war falsch und wirft kein gutes Licht auf die Förderpolitik", sagt Behm.
"Wir haben uns ausreichend abgesichert", verteidigt der Sprecher der Landesbank die Entscheidung, zum Jahreswechsel die 17 Millionen Euro zu genehmigen. Scheitert das Unternehmen, könne die Landesinvestitionsbank das Fördergeld zurückfordern. Nach Informationen dieser Zeitung ist die Förderung durch eine Bürgschaft des malaysischen Muttergesellschaft Tanjong gesichert. Damit will das vorsichtig gewordene Land teure Fehlinvestitionen verhindern. Wie durchsickerte, fordern die Betreiber nun weitere sieben Millionen Euro. Sie sollen für die Erweiterung und Pflege des Spaßbades eingesetzt werden, das mit 26 Grad und Karibikflair europaweit Besucher anlocken möchte.
Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD, Heiko Müller, sagt: "Es ist das gute Recht des Unternehmens, einen Antrag zu stellen." Allerdings müsse dieser gut geprüft werden. Das Land dürfe nicht erneut sinnlos Geld in Projekte stecken, die sich nicht selbst tragen. "Tropical Islands blüht und gedeiht", sagt indes der Sprecher Patrick Kastner. "Wir liegen im Plan und bauen weiter aus."
Bis zum Sommer soll die neue Wellness-Saunalandschaft für Familien mit Kindern fertig sein. Zudem entstünden 650 Ferienhäuser. 2008 will Tropical Islands keine Verluste mehr machen. Besucherzahlen nennt der Unternehmenssprecher nicht. Es ist jedoch ein offenes Geheimnis, dass die erhofften Besucherzahlen von 2,5 Millionen jährlich nicht erreicht wurden. Angeblich waren es 2006 weniger als 700000 Gäste. Kastner sagt: "Wir haben den Förderantrag nicht gestellt, weil es dem Unternehmen schlecht geht." Tropical Islands nehme damit nur seine Möglichkeiten wahr - auch im Interesse der Gesellschafter.
In der Regierung wird die Chance auf eine weitere Förderung aus mehreren Gründen negativ bewertet. Beim ersten Antrag habe Tropical Islands die Bedingung erfüllt, 500 Arbeitsplätze zu schaffen. Das Unternehmen bietet eigenen Angaben zufolge 501 feste Arbeitsplätze und beschäftigt etwa 100 freie Mitarbeiter. Weitere Arbeitsplätze seien aber nicht zugesichert. Die Erfolgsaussichten auf eine erneute Finanzspritze sind auch deshalb gering, weil Tropical Islands mit zahlreichen anderen Antragstellern um den Förder-Etat konkurriert.
Übrigens soll im aktuellen Spiegel ein Bericht über Tropical Island und die finanzielle Situation sein. So berichtet jedenfalls die Lausitzer Rundschau, die sich auf den Artikel bezieht - hat den jemand und kann ihn zur Verfügung stellen?!
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ILB: Antrag noch nicht entscheidungsreif Weitere Gelder für Tropical Islands offen Potsdam/Brand. Über weitere Fördergelder für den Freizeitpark „Tropical Islands“ in Brand (Dahme-Spreewald) ist noch keine Entscheidung gefallen.
„Der Antrag ist noch nicht entscheidungsreif“, sagte ein Sprecher der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) gestern in Potsdam. „Tropical Islands“ habe den Antrag 2006 gestellt. Er werde noch mit notwendigen Unterlagen vervollständigt. Zu Höhe und Verwendung dieser Fördergelder machte „Tropical Islands“ gestern keine Angaben. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, der malaysische Mutterkonzern Tanjong habe für den Ausbau der Anlage eine Förderung in Millionenhöhe beantragt. „Tropical Islands“ hatte Ende 2006 für laufende Umbauten eine öffentliche Förderung von 17 Millionen Euro erhalten (die RUNDSCHAU berichtete). Das Geld ist nach Angaben der Landesbank durch eine Bürgschaft des Konzerns gesichert. Nach Angaben der Tropical Islands GmbH im „Spiegel“ wurden damit 501 feste Arbeitsplätze geschaffen. Nach dem Gesetz müssen es 500 Jobs sein, damit Fördermittel fließen können. Mit weiteren 2,5 Millionen Euro aus öffentlichen Kassen sind bereits der Neubau eines Autobahnzubringers und einer Eisenbahnüberquerung finanziert worden. (dpa/mb)
>Übrigens soll im aktuellen Spiegel ein Bericht über Tropical Island und die finanzielle >Situation sein. So berichtet jedenfalls die Lausitzer Rundschau, die sich auf den >Artikel bezieht - hat den jemand und kann ihn zur Verfügung stellen?!
Ist nur ne Kurze Notiz die keine weiteren Informationen enthält als dass was die Rundschau abdruckt.
Berlin. Der Freizeitpark Tropical Islands in Brand darf sich laut einem Bericht der Zeitung «Märkische Allgemeine» vorerst keine Hoffnungen auf weitere Millionen-Fördergelder vom Land machen.
Ein Antrag über 7,3 Millionen Euro sei gestern vom Förderausschuss des Landes abschlägig beschieden worden. Weil keine zusätzlichen Arbeitsplätze entstünden, seien nur etwa 300 000 Euro Förderung möglich. Im Vorfeld hatte es heftige Debatten über diesen zweiten Förderantrag des Freizeitpark-Betreibers gegeben. Die endgültige Entscheidung liegt beim Wirtschaftsministerium. Der Förderausschuss des Landes, in dem u. a. fünf Ministerien, die Kammern, die Zukunftsagentur und die Investitionsbank sitzen, bereitet die Entscheidungen der Fachministerien vor. In der Regel wird sein Votum befolgt. (dpa/jt)
Tropenpark mit Tropendorf Ferienhaussiedlung für Tropical Islands soll bald gebaut werden/Besucherzahlen bleiben geheim BRAND - Mit Verspätung geht der Tropenpark Tropical Islands an den Bau eines Feriendorfs im Umfeld. Mehrere Tausend Betten sind geplant. Ein finanzstarker Partner ist offenbar mit im Boot.
Im Sommer war von einem Baubeginn im Herbst die Rede. Dann sollten die Arbeiten für die Bungalowsiedlung mit Hotels in der Umgebung des Tropenparks Tropical Islands in Brand (Dahme Spreewald) beginnen. Dieser Termin wurde nicht eingehalten. Jetzt lägen aber die „Bebauungspläne vor, auf deren Basis dann die Bauanträge eingereicht werden“, sagt Kim Schäfer, Marketing-Manager des Tropenparks.
Mit einem Baubeginn „schnellstmöglich“ bleiben die Angaben zwar nun eher wolkig, aber zumindest ist das brandenburgische Wirtschaftsministerium schon detaillierter in das Vorhaben eingeweiht. „Die Pläne sind uns bekannt und wir begrüßen das außerordentlich“, so Sprecher Steffen Kammradt. Das Feriendorf werde endlich die vom Ministerium gewollte „internationale Ausrichtung des Tropenparks befördern“.
Nach MAZ-Information wird die Tropical-Muttergesellschaft, der malaysische Konzern Tanjong, die Investition nicht allein stemmen. Bereits fest mit im Boot ist offenbar der größte europäische Ferienhausanbieter Novasol. Das zum börsennotierten US-Konzern Wyndham Worldwide gehörende dänische Unternehmen hatte bereits im Sommer Interesse bekundet.
Novasol-Direktor Bernd Muckenschnaabel hat das nun noch einmal bestätigt. „Tropical Island ist sogar noch attraktiver geworden“, so Muckenschnabel. Wyndham mit mehr als 3,3 Milliarden Euro Jahresumsatz dürfte auch den nötigen finanziellen Hintergrund für das Projekt haben. Immerhin geht es um mehrere Hundert Ferienhäuser mit nach bisherigen Angaben rund 13000 Betten und Investitionen von 400 Millionen Euro in verschiedenen Bauabschnitten. Novasol wird das Ressort wohl auch später betreiben.
Der bislang defizitäre Tropenpark selbst schweigt sich über Umfang und finanzielles Volumen des Vorhabens aus. Das sei alles abhängig vom Genehmigungsverfahren, so Schäfer. Auch die erneute Beantragung von Fördermitteln wird nicht ausgeschlossen.
Ähnlich zugeknöpft gibt sich das Unternehmen auch zu den Besucherzahlen in der tropischen Badelandschaft, die im Sommer um eine 10000 Quadratmeter große Wellness-Landschaft erweitert worden war. Der börsennotierte Mutterkonzern Tanjong hat die Weisung herausgegeben, die Zahlen mit Rücksicht auf die eigenen Gesellschafter erst im Jahresbericht zu publizieren, der im Februar vorliegen soll.
„Wir sind aber nicht unzufrieden“, betont Schäfer. Man habe 2007 in jedem einzelnen Monat mehr Gäste als im Vorjahreszeitraum gehabt. Wegen einer zweimonatigen Umbaupause waren 2006 nur etwas mehr als 500000 Besucher gezählt worden. Beim Managerwechsel 2005 war der neue Geschäftsführer Ole Bested Hensing noch mit dem Ziel angetreten, weit mehr als eine Million Gäste in das Tropenbad zu locken. Bislang wurde der millionste Gast für 2007 indes noch nicht gefeiert. Doch das bedeute nichts, meint Schäfer: Man habe ja auch den millionsten Gast seit Eröffnung Ende 2004 nicht gefeiert. (Von Gerald Dietz)
Bisher ein Verlustgeschäft Der Tropenpark Tropical Islands war bislang für den Mutterkonzern Tanjong ein absolutes Verlustgeschäft. Im zweiten vollen Betriebsjahr 2006, das bis Januar 2007 reichte, verbuchte das Unternehmen Verluste von 12,9 Millionen Euro. Im Vorjahr musste Tanjong sogar 14,9 Millionen Euro zuschießen.
Auch die Umsätze sanken 2006 von im Vorjahr noch 21,1 auf 14,7 Millionen Euro. 142 Millionen Euro wurden bislang von Tanjong in den Tropenpark in Brand (Dahme-Spreewald) investiert.
Auf der anderen Seite hat das Unternehmen bereits zwei Mal Fördermittel der öffentlichen Hand erhalten. Insgesamt bewilligte die Investitionsbank des Landes (ILB) mehr als 17 Millionen Euro. Für das neue Feriendorf wurde laut Sprecher Matthias Haensch bislang noch kein Antrag auf Subventionen gestellt.
Die staatliche Unterstützung für das Tropenbad war bei Landespolitikern mehrfach auf Widerstand gestoßen. Eine von der ILB geforderte sogenannte Patronatserklärung von Tanjong hatte einige kritische Stimmen besänftigt. Danach muss der Konzern bei einer Pleite des Tropenparks die Fördermittel zurückzahlen. gd
Schweigsame Manager Kommentar: Andreas Streim über die Ausbaupläne des Freizeitparks Tropical Islands Würde rund um den Freizeitpark Tropical Islands tatsächlich eine Feriensiedlung mit Bungalows und Hotels entstehen, so könnte das für Brandenburg eine tolle Sache sein. Denn wenn es den Betreibern gelingt, internationale Besucher nach Brand zu locken, wäre das eine Klientel, die sonst kaum Potsdamer Schlösser oder den Spreewald als Reiseziele nennt – und die vielleicht aus dem überdachten Spaßbad doch einen Abstecher ins Märkische unternimmt.
Allerdings sind die bislang genannten Dimensionen des Projekts so gigantisch, dass sich viele Brandenburger an andere Mammut-Vorhaben der Vergangenheit erinnert fühlen – die nie Realität wurden: Stolze 13000 Betten soll die Feriensiedlung rund um die ehemalige Luftschiffwerft bieten, derzeit zählen die Statistiker in ganz Brandenburg rund 76000 Betten.
Und man muss sich auch über die Schweigsamkeit der Tropical-Islands-Betreiber wundern. Besucherzahlen werden nicht veröffentlicht, angeblich weil der malaysische Mutterkonzern ein börsennotiertes Unternehmen sei. Allerdings veröffentlichen börsennotierte Fluggesellschaften akribisch monatlich ihre Passagierzahlen. Bevor also die Frage nach weiteren staatlichen Fördergeldern gestellt werden kann, müssen noch ein paar Fragen beantwortet werden.
Besucherschwund im Tropenparadies Freizeitpark schreibt weiter rote Zahlen / Badegäste geben mehr Geld aus BRAND Das Badeparadies Tropical Islands in Brand (Dahme-Spreewald) kommt aus den roten Zahlen nicht heraus. Im zweiten vollen Betriebsjahr 2006, das bis Januar 2007 reichte, verbuchte das Unternehmen einen Verlust von 12,9 Millionen Euro, teilte der malaysische Mutterkonzern Tanjong in seinem Jahresbericht mit. Bei den Besucherzahlen verzeichnete das Unternehmen einen Einbruch um 42,9 Prozent auf 512 000. Dementsprechend schrumpfte auch der Umsatz von 21,1 auf 14,7 Millionen Euro.
Das sei aber "nicht dramatisch", sagte Tropical-Islands-Sprecher Patrick Kastner. Schwankungen in der Besucherzahl seien bei Freizeitparks in der ersten Zeit normal. Im Moment sei der Dom "richtig voll". Ursprünglich hatte Tanjong 1,5 Millionen Besucher bereits im ersten Jahr angepeilt. Inzwischen würde der Tropenpark dem Vernehmen nach schon mit einer Million zufrieden sein.
Der Vorstandschef von Tanjong, Dato’ Robert Cheim, machte für den Rückgang auch die Schließung im November und Dezember 2006 verantwortlich, als im Park unter anderem Wasserrutschen und eine Spielwelt für Kinder gebaut wurden. Der Verlust hat sich immerhin schon gegenüber dem Vorjahr verringert, als Tanjong noch 14,9 Millionen zuschießen musste.
Es sei gelungen, die Kosten zu senken und die Ausgaben der Besucher zu erhöhen, sagte Cheim. So gab der durchschnittliche Badegast 2006 gut 28 Euro aus, gegenüber 23 Euro im Jahr 2005. Positiv bemerkbar machten sich auch die Fördergelder, die teilweise als Einnahmen in der Bilanz verbucht wurden. Bisher hat das Land insgesamt 17,7 Millionen Euro bewilligt.
Für die Grünen-Bundestagsabgeordnete Cornelia Behm zeigen die Zahlen, dass die Förderung ein "Fehler" war. Der SPD-Wirtschaftsexperte Heiko Müller hingegen sieht gute Chancen für das Projekt. Das Unternehmen habe mit seinen Investitionen auf Probleme reagiert. Tanjong scheint mittlerweile dazu bereit, noch länger Verluste hinzunehmen. Man habe entsprechende Signale, sagte Kastner. as
Griff zum letzten Strohhalm? 26. Januar 2008 | von Andreas Wilhelm
Seit dem Verhallen der ersten Euphorie dümpelt das Tropical Island so vor sich hin. Der mit Fördermillionen des Landes Brandenburg unterstützte Freizeitpark hatte 2006, im zweiten Jahr seines Bestehens, einen Einbruch der Besucherzahlen um fast die Hälfte zu verkraften. Die geplante Ansiedlung von Ferienhäusern rund um den Dom schürt nun neue Hoffnung. BRAND - Alles ist geheim im Tropical Islands - so geheim, dass selbst die eigenen Leute nichts wissen. Fragt man Pressesprecher Patrick Kastner nach Neuigkeiten zu den Plänen der Ferienhaussiedlung, so verweist er auf das, was in der Presse stand.
So viel steht fest: Rund um den riesigen Kunststoff-Dom in Brand im Landkreis Dahme-Spreewald, wo ursprünglich Zeppeline gebaut werden sollten und wo der malaysische Tourismuskonzern Tanjong ab dem Jahre 2003 ein Tropenparadies untergebracht hat, sollen Ferienhäuser entstehen.
Projekt für rund 400 Millionen Euro geplant Nicht nur ein paar. Hunderte. Genaue Zahlen sind noch nicht veröffentlicht - die Angaben schwanken zwischen vierstellig und 13000. Zusammen mit dem dänischen Ferienhaus-Anbieter Novasol will Tanjong das rund 400 Millionen-Euro schwere Projekt stämmen. Beide Unternehmen machen derzeit keine genaueren Angaben. Nur so viel verrät Pressesprecher Kastner: "Die Baupläne stehen kurz vor dem Abschluss."
Zur Auslastung muss man sich selbst einen Reim machen: Geht man von einer 60-prozentigen Belegung aus, so dürfte in Brand künstlich eine Siedlung von der Größe geschaffen werden, bei der so mancher brandenburgische Ortsbürgermeister neidisch werden müsste.
Demografisch weit und breit einzigartig. Trotzdem hält in der Spreewald-Region niemand die Pläne für zu wagemutig oder gar überkandidelt. Den Investoren indes fasst man mit Samthandschuhen an. Ob die Häuser genügend ausgelastet sein werden, müsse der Ferienhaus-Anbieter beantworten, sagt Niels Ohl, Sprecher der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus. "Wir stehen den Plänen sehr positiv gegenüber", so der IHK-Sprecher. Eine bedeutende Chance sei es vor allem, weil ein weltweit agierende Ferienhaus-Vermarkter die Umgebung besser vermarkten könne.
Der Konzern verfüge praktisch schon über ein erprobtes Konzept. Völlig neue Kundenquellen ließen sich erschließen, von denen nicht nur der Malaysische Konzern und die Ferienhausfirma sondern die gesamte Region profitieren könnte, wie Ohl hofft. Der nächste Spreewaldkahn liege schließlich nur cirka eine halbe Autostunde von dem Tropendom entfernt.
Ansässige Hoteliers werden seiner Meinung nach von der Bettenflut nicht in Bedrängnis gebracht. Für Hotels und für Ferienhäuser gebe es unterschiedliche Klientel. Auch im Tourismusverband ist man guter Dinge; "Die gesamte Region wird eine erhöhte Aufmerksamkeit genießen", ist Peter Stephan, Geschäftführer des Tourismusverbandes Spreewald überzeugt. Mit dem Tropical Islands sei die Region ganzjährig buchbar. Die Spreewaldtherme in Burg, die Spreewelten in Lübbenau und die Tropenhalle in Brand würden eine Art Bäderdreieck bilden.
Neuen Impuls durch Ferienhauspläne Bislang halten sich die Impulse für die Hotellerie noch in Grenzen. Stephans Angaben zufolge ist seit Eröffnung der Tropenhalle kein neuer Beherbergungsbetrieb in der Umgebung entstanden. Wenn es so lukrativ ist, dass ein Ferienhausvermarkter 13000 Betten aufstellen will, warum sind dann aber nicht schon andere Hoteliers auf die Idee gekommen? "Man ist vorsichtig geworden", begründet der Verbands-Chef. Als seinerzeit Cargolifter "so schnell den Bach runter ging", sei das Vertrauen erstmal dahin gewesen. "Auch bei den Banken." Die Ferienhauspläne könnten einen Impuls für neues Vertrauen schaffen, denkt Stephan.
Von Misstrauen hingegen zeugt die Schweigepolitik von Tropical Islands. Besucherzahlen werden nicht veröffentlicht, obwohl bekannt ist, dass die Anlage Verluste einfährt. Innerhalb der kommenden Wochen will der Mutterkonzern Tanjong seinen Geschäftsbericht vorlegen.
Tourismus Dänen bauen Tropical-Islands-Feriendorf Die dänische Eske Group wird voraussichtlich das Feriendorf bei Tropical Islands in Brand (Dahme-Spreewald) bauen.
Das meldete die rbb-Landeswelle "Antenne Brandenburg" am Montag. Demnach könnten die Verträge noch im März unterzeichnet werden.
Die Ferienhaussiedlung soll unmittelbar neben dem Freizeitpark Tropical Islands entstehen und bis zu 14.000 Betten umfassen. Die Häuser sollen 2010 bezugsfertig sein. Die Investitionssumme beläuft sich auf zunächst 130 Millionen Euro.
FREIZEIT: Viele Kleine gehen leer aus Tropical Islands zieht immer mehr Besucher an / Nicht alle im Umland haben etwas davon Der Freizeitpark in der ehemaligen Cargolifter-Halle erfreut sich steigender Beliebtheit.
BRAND - Die Freunde des gepflegten Tropen-Badens in Brandenburg werden dem Busfahrer der Linie 1 zu Tropical Islands viel Arbeit machen. „Heute ist die Hölle los“, sagt er. In seinem Shuttle von der Größe eines Linienbusses kutschiert er die Besucher vom Bahnhof Brand (Dahme-Spreewald) zum Badeparadies und zurück.
Die nächsten Gäste stehen schon parat. „Nur immer herein“, ruft der Fahrer freundlich. Die Eintretenden revanchieren sich mit einem süddeutschen „Grüß Gott“. Nach zehn Minuten Fahrt hält der Bus vor Tropical Islands. Und ein Blick auf die lange Warteschlange vor der Riesenhalle zeigt: Heute sind viele auf die Idee gekommen, in die künstliche Tropenwelt zu fahren. Sehr viele.
Der Laden brummt bei Tropical Islands. Aber wie sieht’s bei den Nachbarn aus? Können die Betriebe im Umland vom Tropenpark in Brand profitieren? Einen Ort weiter, in Briesen, verkündet ein Schild vor der Landgaststätte „Zur grünen Linde“, dass „das Essen fertig“ sei. Doch der Andrang um die Mittagszeit hält sich in Grenzen. Wirt Hubertus Fischer hat Zeit für den Plausch mit einem Stammgast: „Und, haste Olympia geguckt?“ Ganz automatisch bekommt er seinen kleinen Schnaps hingestellt. Und das Bierchen läuft auch schon aus dem Zapfhahn.
Früher, erzählt der Wirt, habe er mehr Gäste gehabt, die von Tropical Islands rüberkamen. Aber seit Ende 2005, seitdem eine nagelneue Brücke die Besucher von Tropical Islands schnell über die Bahngleise von Brand führt und dadurch „die Leute ruck, zuck auf der Autobahn sind“, ist es ruhiger geworden, klagt Fischer. Abends kämen immerhin noch ein paar Gäste mehr. Und am Morgen sei eine Familie aus Bayern da gewesen, die sich mit einem Frühstück gestärkt hat – für ihren Tropenpark-Besuch.
Bei Tropical Islands, das seit der Eröffnung im Jahr 2004 fast 50 Millionen Miese gemacht hat, zieht der Busfahrer weiter seine Runden. Der Shuttle fährt langsam über das weitläufige Gelände des Spaßbads. In Sichtweite ist die Fläche, auf der ein Campingplatz für die Besucher entsteht. Im Spätsommer soll er eröffnet werden. 60 Zelte sowie 90 Caravans und Wohnanhänger sollen Platz haben.
Beim Bau des Campingplatzes hätte die Landschaft-, Tief- & Straßenbau GmbH (LTS) aus Halbe (Dahme-Spreewald) gern mitgemischt. Die Firma habe mitgeboten für die Aufträge, aber keinen Erfolg gehabt, sagt Geschäftsführer Andreas Wenzel. Nicht mal eine Rückmeldung habe es gegeben. Wenzel ist nicht der einzige, der vergeblich auf Antwort von Tropical Islands hoffte. Die MAZ bekam auf ihre Frage nach Aufträgen für die regionale Wirtschaft von Tropical Islands die lapidare Auskunft, dass es „derzeit keine Auskünfte“ gebe. Weil man „sehr stark in anderen Projekten eingebunden“ sei.
Wenzel von der LTS aus Halbe hat bisher schon für zehn Ausschreibungen von Tropical Islands Angebote gemacht. Nichts. Aber er will es weiter probieren. Günter Grieger, Chef der gleichnamigen Firma für Baureparaturen aller Art und Glasarbeiten in Briesen, macht sich dagegen keine Hoffnungen. Einmal habe er geholfen, Glasscheiben für den großen Nachbarn zuzuschneiden. Aber das sei die Ausnahme gewesen. „Wenn die was brauchen, dann sind das alles riesige Dimensionen“, so Grieger. „Für uns Kleine“ sieht er „überhaupt keine Chance“.
Was ein großer Investor wie Tropical Islands der Region bringe, sei nicht immer offensichtlich, meint dagegen Ulrich Arnts (parteilos), Direktor des Amtes Schenkenländchen, zu dem Brand gehört. Arnts spricht von „versteckten Gewinnen“ fürs Umland. Die Wartung der technischen Anlagen, die Reinigung, die Müllabfuhr – das seien alles Arbeiten, „die Leute von hier machen müssen“. Von den rund 500 Beschäftigten bei Tropical Islands seien gut 300 aus der Region, rechnet Arnts vor. Das sei doch „Zählbares für die Gegend“. Der Amtsdirektor warnt davor, „hier alles kaputtzureden“.
Arnts setzt große Hoffnungen in den Freizeitpark. Erst recht, wenn in Brand – wie geplant – Ferienhäuser für die Gäste entstehen. Heute sollen dazu in Berlin entsprechende Verträge zwischen Tropical Islands und dänischen Investoren unterzeichnet werden. Dann kämen Familien übers Wochenende hierher und machten Ausflüge, hofft der Amtsdirektor.
Weniger glücklich dürfte Hartmut Lausch vom Landhotel Krausnick sein. Der Tag, an dem die Ferienhaussiedlung bezugsfertig ist, ist für ihn „der Tag X“, auf den sich das Hotel schon jetzt vorbereitet. Mit mehr Komfort wie klimatisierten Hotelzimmern sollen die Gäste gehalten werden. Bisher profitiert das Landhotel von dem nur acht Kilometer entfernten Tropenpark. Seit Januar seien die rund 70 Betten des Hotels zu etwa 80 Prozent belegt, berichtet Lausch. Anderswo im Spreewald liege die durchschnittliche Auslastung nur bei 38 Prozent. Keine Flaute im Winter heißt, dass das Personal nicht entlassen werden muss. Dem Landhotel Krausnick habe Tropical Islands jedenfalls viele Gäste gebracht, darunter auch internationales Publikum wie Italiener, Polen und Tschechen.
Der Shuttle von Tropical Islands passiert gerade die Brücke, die über die Bahngleise führt. Unten, in der Nähe der Gleise, steht eine einsame „Würstelbox“. Früher mal Top-Lage: direkt am Bahnhof und an der Einfallschneise der motorisierten Tropical-Islands-Besucher. Jetzt verblasst die grüne Farbe – und die Imbissbude ist dicht. (Von Ute Sommer)
Letzte Bearbeitung am 22-Aug-08 um 10:18 Uhr () Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, das sich die (fast) Berliner immer noch gegen das Tropical Island wehren und kein bischen optimistisch in die Zukunft blicken wollen. Scheinbar ein wahres Ost Phänomen. Mich wunderts nicht mehr, das es im Berliner Umland so wenig Freizeitparks gibt. Auf diese Mentalität hat doch kein Investor bock...
Letzte Bearbeitung am 25-Aug-08 um 13:08 Uhr () Ob das wohl auch ein Grund ist, warum bzgl. Spreepark nix mehr passiert?
Naja, das Klischee vom "Ossi" ist ja, dass der an allem was rumzumeckern hat. Anscheinend stimmt das hier auch. Ich hab mich gefreut, als Tropical Islands ab Anfang letzten Jahres endlich richtig besuchbar wurde (Theming verbessert, und Rutschbahnen, wie sie in solch einen Park reingehören - fehlt nur noch die Half Pipe, von der mal die Rede war). Stattdessen haben viele andere hier in meiner Region das Ding ganz schnell pleite geredet.
Was man aber auch sehen muss: Im Osten ist nun mal die Arbeitslosigkeit prozentual gesehen höher. Und welche Hartz-IV- oder Geringverdiener-Familie kann sich einen Tag im Tropical Islands leisten? Nimmt man die übliche Familie (Vater, Mutter, 2 Kinder), dann sind das 4-mal Eintritt bis zu 25 Euro, dazu kommt noch der Rutschenturm für 3 Euro pro Person (auch wenn sich oft die Eltern zurück halten und nur die Kinder rutschen gehen, wie ich es dort beobachtete), und dann ist es auch nicht gerade sooo toll, wenn man dann seine mitgebrachte "Fettbemme" und "Bulle Selter" (Flasche Mineralwasser) auspackt. Da sind schnell mal für einen Tag 200 Euro und mehr weg. Dann kommt der Effekt zum tragen, dass dem Fuchs die Trauben zu sauer sind, die zu hoch hängen. Und die Besucher von außerhalb (also weiter entfernt als 100km) entdecken TI jetzt erst langsam.
Trotzdem: Ein Besuch lohnt sich, das Erlebnisbad in der Halle sucht seinesgleichen, besonders was das Theming angeht, und auch die Südsee-Illusion wird lediglich durch den Anblick der Hallenwand gestört.
Ich fände es schade, wenn es sich nicht etablieren würde, obwohl ich auch noch einige Verbesserungsvorschläge hätte, aber was ist auf dieser Welt schon perfekt...
Dänen investieren 650 Millionen Euro in Feriendorf / Mehr ausländische Gäste erwartet
Tropical Islands öffnet sich Europa
Die dänische Eske Group will rund um den Freizeitpark Tropical Islands in den kommenden fünf Jahren 2000 Ferienhäuser mit 12 000 bis 14 000 Betten bauen. Die ersten Häuser sollen 2010 einzugsfertig sein. 650 Millionen Euro nehmen die Dänen dafür in die Hand. Bauherr und Vermarkter sowie Vertreter von Tropical Islands und dem Tanjong-Mutterkonzern haben gestern die Verträge unterschrieben.
Der Ort der Vertragsunterzeichnung war wohl mit Bedacht gewählt. Im zweiten Geschoss des weltmännisch wirkenden Hotel Concorde nahe des Kurfürstendamms in Berlin bewegten sich Damen und Herren verschiedener Nationalitäten über das Parkett des Konferenzsaals. Wechselweise auf Deutsch und Englisch führte ein Tropical-Islands-Pressesprecher durch das Programm. Auf dem Podium zelebrierten die Hauptakteure aus Dänemark, Malaysia und Deutschland den feierlichen Akt, unterzeichneten Papiere, dankten und beschenkten einander. Langwierige Verhandlungen hätten ein glückliches Ende gefunden, sagte Tropical-Islands-Geschäftsführer Ole Bested Hensing.
Erst auf Nachfrage der Medienvertreter jedoch wurde die Dimension des Feriendorf-Projekts deutlich. Für 650 Millionen Euro entstehen in fünf Jahren und drei Bauphasen 2000 Ferienhäuser, so Anders Stoltenberg, Aufsichtsratschef der dänischen Eske Group. Zunächst würden in der ersten Bauphase 375 Häuser gebaut, die zur Sommersaison 2009 einzugsfertig sind. Natürlich werde das Unternehmen, abgestimmt mit Tropical Islands, dabei alles an Landesfördergeld beantragen, was man nur beantragen könne. Das sei die Eske Group schon ihren Aktionären schuldig. Ein enthusiastischer Bernd Muckenschnabel, Direktor des ebenfalls dänischen Ferienhaus-Vermarkters Novasol, führte aus, dass diese Häuser keine Dutzendware seien: Vom Bungalow bis zur Villa stünden die Gebäude verteilt im Wald, verfügten über 500 bis 800 Quadratmeter Grundstück und könnten vom Eigentümer individuell gestaltet werden. Die Bewohner würden in Ruhe für sich wie in einem Dorf leben können, mit dem Freizeit-Dom als belebten Dorfkern. Erwerben könnten die Häuser Privatpersonen oder Investoren. «Die Vermarktung der Betten übernehmen wir» , erklärte Muckenschnabel. Novasol sei mit 15 000 Reisbüros sowie den wichtigen Autoklubs europaweit in Kontakt. Muckenschnabel sprach von einem Trend in Deutschland, den er «Exotik der Nähe» nannte. Die Deutschen entdeckten ihr eigenes Land als Urlaubsziel, fänden dabei aber kaum Ferienhäuser. «Das ist eine Marktlücke, in die wir hineinstoßen.» Die Tropenwelt, der benachbarte Spreewald, die Nähe zu Berlin würden Tropical Islands künftig viele ausländische Gäste bescheren.
Weiteres Projekt im Seenland Dabei haben Novasol und die Esko Group noch an anderen Standorten in Brandenburg viel vor. Neun Flächen haben die beiden Partner für Ferienhauslandschaften im Blick. Im Ruppiner Land entwickeln sie mit der Stadt Zehdenick eine Ferienhauslandschaft mit 600 Häusern. Im Lausitzer Seenland ist der Bau von 750 Ferienhäusern verteilt auf zwei Flächen geplant. «Aqua Casa» nennt die Eske Group dieses Seenland-Projekt. Für das Western-Eldorado Templin in der Uckermark schließlich sollen 70 bis 90 Ferienhäuser gebaut werden. Tanjong-Vorsitzender Dato Robert Cheim räumte ein, dass die Malaysier in Tropical Islands schon «viel investiert hätten» , ohne dass die Tropenwelt bislang schwarze Zahlen schreibt. Doch seien die Zahlen schon viel besser geworden und eine Dorfsiedlung immer eingeplant gewesen. Jetzt allerdings müssten sich die Einkünfte erhöhen. Cheims Mann vor Ort, Tropical-Islands-Chef Ole Bested Hensing, ist da guter Dinge. Die 2007 gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel auf knapp 700 000 gestiegene Besucherzahl werde sich noch einmal deutlich erhöhen, wenn das Dorf in fünf Jahren komplett steht. Hensing rechnet damit, dass 70 Prozent der 14 000 Betten belegt sein werden. Damit wäre der Dom voll ausgelastet – mit 1,5 Millionen Besuchern jährlich. Hensing geht von bis zu 250 zusätzlichen Mitarbeitern aus. Beim Tourismusverband Spreewald freut man sich über den Schub für das Projekt Tropical Islands. Dies mache den Spreewald bekannter, so Geschäftsführer Peter Stephan. Tropical-Islands-Gäste seien mit dem Rad schnell im Spreewald und könnten den Fläming Skate nutzen. Tourismusverband, Tropical Islands und die Biosphärenreservatsleitung im Spreewald würden beim Marketing noch besser zusammenarbeiten. Die Zahl der Betten in der Spreewald-Region von 13 000 auf 27 000 aufzustocken, fordere allerdings die gewerbliche und öffentliche Infrastruktur. «Das» , so Stephan, «ist eine spannende Herausforderung, auf die sich jetzt alle einstellen können.» Weitere Informationen zu Tropical-Islands erhalten Sie unter: www.lr-online.de/tropicalislands
* Novasol: Das dänische Unternehmen mit Hauptsitz in Kopenhagen hat nach eigenen Angaben 500 Mitarbeiter und Service-Büros in zwölf europäischen Ländern. Novasol vermittelt jährlich 1,2 Millionen Ferienhausgäste und neun Millionen Übernachtungen. Das Unternehmen hat 25 000 private Urlaubsdomizile in 21 europäischen Ländern im Angebot. Die Eske Group hat ihren Hauptsitz im dänischen Naestved. Die Aktiengesellschaft hat ihren Ursprung in mehreren dänischen Bauunternehmen, die seit Jahren Einfamilien- und Freizeithäuser in Dänemark bauen. Sie wurde gegründet mit dem Ziel, im Ausland – zunächst in Deutschland – Grundstücke aufzukaufen und dafür Ferienhaus-Projekte zu entwickeln. Dabei, so das Unternehmen, werde eng mit Architekten, Ingenieuren und anderen Beratern zusammengearbeitet. In Brandenburg sind neun Projekte geplant.
Tropical Islands schreibt erstmals schwarze Zahlen Brand Nach Auskunft von Geschäftsführer Ole Bested Hensing wurde im vergangenen Wirtschaftsjahr im operativen Geschäft ein Gewinn in Millionenhöhe erzielt. Zum Auftakt der neuen Bühnenshow „Mythen der Südsee" sprach er von einem „Jahr der Rekorde" bei Besucherzahlen und Umsätzen.
Mit 300 000 Übernachtungen im Jahr sei Tropical Islands inzwischen der größte Beherbergungsbetrieb in Brandenburg. Die 350 Betten in den Zelten sind laut Hensing übers Jahr nahezu vollständig ausgebucht.
Absolute Gästezahlen für das vergangene Geschäftsjahr, das im Januar 2009 endete, wurden nicht genannt. Verändert hätte sich die Struktur. 48 Prozent der Besucher kämen inzwischen aus den alten Bundesländern, 13 Prozent aus dem Ausland, vor allem aus Polen. Im Januar 2009 wurden für 1,2 Millionen Euro zusätzlich 250 Liegeplätze im Südseebereich errichtet und das Kinderparadies erweitert. Im zurückliegenden Geschäftsjahr sind nach Unternehmensangaben vier Millionen Euro in den weiteren Ausbau von Tropical Islands investiert worden. (Eig.Ber./sw)
vom 23. bis 30. November kann es aufgrund von Reparaturarbeiten zu Störungen im Rutschenbetrieb kommen.
Steinsauna und Fuß-Sprudelbecken gesperrt Liebe Gäste, wegen Instandsetzungsmaßnahmen sind Steinsauna & Fuß-Sprudelbecken gesperrt von Dienstag, 17. November bis Sonntag, 22. November.