Ja ja, das Deppenapostroph. Überall zu finden, so auch auf der Ausschilderung der Anfahrt zum Kletterwald, der Sommerrodelbahn, dem Minigolfplatz, usw in der Gemeinde Surwold. Wer jetzt denkt, ich reite wieder auf Landeiertum rum, der irrt. Ich glaube viel eher, irgendein verwirrter Städter, der mit Gaby's Friseursalon oder Gerd's Pommesbude zu bescheidenem Einfamilienhausreichtum kam, hat das Deppenapostroph viral in die Gemeinde eingeschleppt. Jedenfalls drängt sich der Eindruck auf, wenn man so die Haupstraße in Surwold entlang fährt, dass hier nicht nur einheimisch Geborene wohnen.
Sei es, wie es ist - von Hellendoorn aus müssen wir zwar etwa zwei Stunden lang Rillen in den Asphalt fräsen. Doch nach dem abgebrochenen Tag ist halt noch genug Tageslicht über, um dem "Naherholungsgebiet" einen Besuch abzustatten und Barbara's (hihi) Erinnerungen aufzufrischen. Was sei es toll gewesen, als Tante und Onkel den Dreierfamiliennachwuchs auf große Fahrt zur Sommerrodelbahn mitnahmen - in Erinnerungen schwelgend denke ich an meine persönlichen Erlebnisse in Grafenmühle und bin nicht schwer zu überzeugen, mir das Ganze mal anzusehen. Immerhin klingt Märchenwald, Minigolfbahn, Waldspielplatz, Sommerrodelbahn, Aussichtsturm und Kletterwald ja nun nicht völlig unspannend.
Nach erfolgreicher Abstellung des Gefährts auf einem erfreulicherweise kostenlosen, nahegelegenen Parkplatz gleich der erste Lichtblick - der Kletterwald.

Tatsächlich wirkt die Anlage sehr groß und vielfältig - als Zuschauer ist man immer mitten im Geschehen und ständig hört man aus allen Richtungen das Sirren der Seilbahnen, die als Element wirklich überreichlich vorhanden sind. Doch auch andere Herausforderungen gibt es auf dem großzügigen Areal mit seinen verschiedenen Schwierigkeitsstufen mehr als ausreichend.






Auffallend ist, das gerade (junge) Mädchen sich scheinbar sehr gerne der Challenge stellen. Ein Bild für die Götter ist es, wenn Papa dann mit Kamera bewaffnet von unten so lange Anweisungen gibt, bis der weibliche Nachwuchs ein unnachahmliches "Papaaa..." vernehmen läßt. Mir gefällt das Gesehen sehr gut - ich habe versucht mal Übersichtsbilder im Wald zu machen, was leider kläglich scheitern musste, da das alte Motto gilt: Ri-ra-runkel, im Hühnerar... im Kletterwald ist dunkel. Aber auf jedenfall erlebenswert (wenns nicht so voll ist wie am heutigen Sonntag)
Aber mal sehen, was gibt's denn sonst noch so?!


Auffallend ist der große Spielplatz mit zahlreichen Sachen, die gänzlich ohne Geldbefeuerung auskommen. Bis auf die obligatorischen Elektromobile von Ihle muss man nicht einmal das Portemonaie zücken. Was der Beweis ist: Es stinkt der beste Freizeitpark eben ab, wenn der Waldspielplatz Spaß macht.





Den Märchenwald lassen wir auf grund der Entscheidung des weiblichen Regierungsteils leider aus - und auch der Minigolfplatz mit seinen Standardbetonbahnen wird angesichts der herrschenden Verhältnisse weiträumig umschifft.

Je 15 Minuten warten auf das nächste Loch kann man machen - muss man aber nicht! Umso erfreulicher das hier


quasi Walk-on ist, trotz der sehr moderaten Preise. Exakt lauten diese auf "Personen bis 12 Jahre 1 Euro" und "Personen ab 12 Jahre 1 Euro". Die Zehnerkarte gibt es für pauschal 9 Euro, egal, wie alt man ist ;)
Die Zeit reicht gerade noch für das Ersetzen bzw das Fotografieren der Onridefotoanlage


und die, nunja, wilde Fahrt gerade so eben um das hier im Vorbeihuschen wahrzunehmen

und schon steht man auf dem Zubringer zum Lifthill. Nicht aber, weil es jetzt losgehen würde, sondern weil es schon vorbei ist und der Lift einen wieder auf Stationsniveau schleppt. Joa. Sommerrodelbahn auf dem platten Land halt. Da ist die in Duinrell quasi ne Marathonstrecke :D
Egal, schnell noch die Hintermänner abgelichtet

und dabei irgendwo am Lifthill den Träger der Fototasche verheddert, beherzt abgesprungen, über den Zaun geklettert, dem leeren Bob und der vorausfahrenden Frau hinterher gewinkt und mit dieser Perspektive des Aussichtsturm entschädigt worden

Pommes mit C-wurst für dreifuffzig eingeatmet

und den netten Herrn links im Bild bedauert, der eigentlich nichts anderes wollte, als das der Nachwuchs endlich irgendwann keinen Bock mehr hat - dieses aber vielleicht nicht so drastisch in Szene setzt wie das Ensemble terrible rechts in der Ablichtung.

So sind sie dann schnell rum, die zwei Stunden bester Unterhaltung. Bleibt das Fazit, es muss nicht immer teuer, highend oder Hochglanzprospekt sein. Es darf auch gerne einfach mal einfach sein. Einzig, dass der gezeigte Kiosk ein Schild im Fenster hat "wir bilden aus" stimmt mich nachdenklich. Angesichts einer Ausgabequote von 3 Bechern Thermoskannenkaffee und 4 Currywurst und fünfmal Pommes in 20 Minuten frage ich mich: Was soll ein junger Mensch in Surwold lernen?! Doch diese Frage muss ich ja gottseidank nicht beantworten - ich kann einfach wieder wegfahren }>