Hallo, vom 16.08. - 07.09. unternahmen Turgut und ich eine Rundreise durch Costa Rica. Statt Freizeitparks besuchten wir dieses Jahr einmal überwiegend Nationalparks. In diesem Thread möchte ich von unseren einzelnen Stationen berichten :)
Nach einer Übernachtung in San Jose wurden wir per Bus und Boot zu unserer ersten Station, nahe der kleinen Stadt Tortuguero, gebracht. Zur Bergüßung standen Einheimische mit diesem riesen Käfer:
Rund um Tortuguero und den gleichnamigen Nationalpark ist alles nur per Boot zu erreichen.
Nach einer eineinhalbstündigen Bootsfahrt, haben wir unsere Lodges erreicht.
Ein ganz komisches Gefühl, so mitten im Dschungel zu übernachten. Dies sind Bilder aus unserer direkten Umgebung:
Auf unserem Hotelgelände hatte man die Möglichkeit eine Canopy- Tour mitzumachen. Dies ist ein Hochseilgarten, der mitten durch den Dschungel führt.
Unsere erste geführte Tour ging durch eine vom Nachbarhotel angelegte, sehr matschige Strecke.
Am nächsten Tag, gings mit dem Boot durch den Nationalpark.
Die einheimischen Bootsfahrer haben echt super Augen und Ohren. Sie sehen während des Fahrens von weitem gut getarnte Leguane im Gebüsch und hören die leisesten Tiergeräusche trotz des lauten Motors.
Unsere letzte Tour in Tortuguero ging an den Strand, zu einem kleinen Schildkrötenmuseum und zur Stadt.
An diese Stelle legt eine der Meeresschildkröten nachts ihre Eier ab. Für 30 Dollar konnte man eine Nachttour buchen, bei der man die Schildkröten dabei beobachtet. Im Nachhinein ärgere ich mich ein bisschen, dass wir dieses Angebot nicht genutzt haben..
Dies ist der einzige Strand, den wir auf der Karibikseite gesehen haben.
Direkt dahinter kommt man in die Stadt:
Diese lebt vom Tourismus. Neben trink- und essfertigen Kokosnüssen konnte man sich jede Menge selbstangefertigten Schmuck und sonsitge Souvenirs kaufen.
Die bunten Dekodinge wirkten zur Umbegung schon sehr komisch. Trotzdem hatte diese Stadt das gewisse Etwas, mit super freundlichen Einwohnern.
Nachdem wir wieder per Boot ans Festland gebracht wurden, konnten wir nun für die weitere Tour unseren Mietwagen abholen.
Ausgerechnet dann fing es in Strömen zu regnen an und wurde schlagartig dunkel.
Wir haben den Weg trotzdem ganz gut gefunden, Schlaglöcher und tiefe Pfützen umfahren, sodass wir sicher bei unserer nächsten Lodge angekommen sind und von dicken Kröten und vielen Fröschen empfangen wurden.
Am nächsten Morgen ließ der Regen zum Glück nach
und wir frühstückten sehr lecker im Freien, neben Kolibris und vielen anderen Vögeln, die mit Bananen und anderem Obst gefüttert wurden.
Danach gings dann gut gestärkt in den Arneal Volcano Natinalpark
Je weiter wir wanderten, desto dunkler wurde es. Außerdem vernahmen wir immer mehr Geräusche, wie vieles Laute gezirpe, ständiges Geraschel im Gebüsch und ab und zu Vogelgezwitscher und Affengebrüll oder was auch immer das alles war ;) Auf jeden Fall wurde es immer unheimlicher. Irgendwann war direkt hinter mir ein sehr lautes Geraschel und ich rechnete echt schon mit allem Möglichen. Dann stand aber nur dieses Wildschwein hinter mir, welches die Einwohner, denen wir anschließend das Foto zeigten sehr faszinierte, da man die dort wohl nur sehr selten sieht.
Dieser Baumstamm im Hintergrund ist der untere Teil von "El Ceibo", einem 40 Meter hohem und 100 Jahre altem Baum.
Ein tolles Erlebnis vor einem noch aktiven Vulkan zu stehen. Leider konnte man durch die Bewölkung nicht alles sehn, aber dafür konnte man knallende Geräusche hören.
Direkt hinter unserer Lodge war ein kleiner Rundweg. Dort gabs einen Schmetterlingshaus und mehrere Terrarien mit Schlangen und Fröschen.
Dies waren die ersten Schlangen die wir in Costa Rica gesehen haben, zum Glück hinter einer Glaswand ;) Die eine war total aggressiv wenn man näher ans Terrarium rangegangen ist, so einer wollte ich im Dschungel nicht über den Weg laufen. Der letzte Frosch ist leider nicht richtig zu erkennen, jedoch der einzige dieser Art, den wir in Costa Rica gesehen haben.
Abends gings dann zum Erholen in die Eco Termales Hot Springs Arenal, heiße Quellen bis zu 105 Grad Fahrenheit.
Über holprige, steinige Straßen führte es uns nun zu diesem familiären Hotel in Santa Elena, bei Monteverde.
Da wir ausnahmsweise mal nicht im, oder am Rande eines Dschungels wohnten, blieb uns nur der Nebelwald in Monteverde, in dem wir eine Führung mit einem Ranger hatten.
Schon vorm Eingang gabs viele Insekten zu sehen
Unser Ranger war total nett, ging auf Fragen ein und erklärte uns alles ganz genau. Mit diesem Fernglas konnten wir auch entfernte Tiere sehen.
Durch den Nebel war es hier um einiges kälter als morgens in Santa Elena.
Dies ist ein Lebender Ast, den erkannte man erst auf den 2. Blick. Sieht am Hinterteil wie ein abgebrochener Ast aus und scheint fest mit dem Baum verbunden zu sein.
Dieses runde Fellstück ist ein Faultier. Tagsüber sind sie nicht so gut zu sehen, da sie da meist schlafen.
Und dies ist ein Stachelschwein, welches man nur durch das Fernglas sehen konnte.
Am Ende hat uns der Ranger noch diese Vogelspinne(größte Art die es in Costa Rica gibt) aus ihrem Haus gelockt. War wirklich eine interessante Wanderung. Auch hier haben wirs bereut keine Nachttour gebucht zu haben..
Ist ja wirklich super interessant deine Tour aber bei dem Insektenzeug und Schlangen, Spinnen usw. wäre es definitiv dann wohl eher nichts für mich, aber auch wirklich gar nicht etwas für mich.
Danke und ich hoffe auf weitere Bilder, da ich dort wohl nie sein werden.
In Rincon de la Vieja, einer abgelegenen kleinen Stadt in der Nähe von Liberia, hatten wir wieder ein sehr gemütliches, kleines Hotel. Die Besitzerin ist eine Deutsche mit Papagei (der einen morgens um 5 Uhr mit lautem "Paaaapaaa" Geschrei weckt) Katzen und Hunden. Hier nutzten wir den ersten Tag zum Erholen: Schwimmen im Pool, Tiere streicheln, in der Hängematte liegen, komische Fanta trinken.. ;-)
Hier konnten wir nicht nur draußen Tiere sehen, sondern auch in unserem Zimmer:
Am nächsten Tag besuchten wir den Nationalpark in Rincon de la Vieja. Auch hier ist ein aktiver Vulkan. Da etwa 2 Wochen vorm Tag unseres Besuches ein 19jähriger spurlos darin verschwunden ist, wimmelte es schon am Eingang von Polizisten. Es wird vermutet, dass er die Wege verlassen hat, was in jedem Nationalpark streng verboten ist. Der Nationalpark hat mehrere Wanderwege zur Auswahl. Da die Strecke zum Vulkan wegen der starken Bewölkung nur halb passierbar war, enstschieden wir uns für den kleinsten, aber laut unserer Hotelbesitzerin schönsten Weg, auf dem man mehrere heiße Quellen und blubbernde Schlammlöcher (mit starkem Schwefelgeruch) sehen konnte.
Vielen Dank für die tollen Bilder von einem, so wie es aussieht, wirklich tollen Urlaub. Ich glaube, ich muss da auch mal hin.
Wahnsinn, wie viele Tiere man einfach so, ohne viel Bemühungen, sehen kann. Aber ich glaube, Nina hätte etwas gegen die ganzen "kleinen" Krabbeltiere. :-)
Ja, der Urlaub war toll aber auch anstrengend. Vor allem jeden 2. Tag wieder alles zu packen, dazu die hohe Luftfeuchtigkeit und die Nässe, die dann irgendwann auch mal im Koffer war.. An die vielen Krabbeltiere musste ich mich auch erst einmal gewöhnen. Tagsüber wars echt super, aber nachts kamen die dann alle raus und veranstalteten ein richtiges Konzert ;) Im Bett darf man dann nicht drüber nachdenken, was jetzt alles im Zimmer/ in der Hütte rumlaufen könnte. Wir sind 15 Stunden geflogen, mit einer Zwischenlandung in der Dom. Rep. Der Rückflug war etwas stressig, da davor selbst die Koffer durchsucht wurden um entzündliche Gegenstände (wie mein Deo) auszusortieren.
Letzte Bearbeitung am 10-Sep-09 um 22:26 Uhr () Hey Kai,
>Wahnsinn, wie viele Tiere man einfach so, ohne viel Bemühungen, sehen kann. Aber ich >glaube, Nina hätte etwas gegen die ganzen "kleinen" Krabbeltiere. :-) >
Nunja, so einfach sieht man sie auch nicht, das sieht auf den Fotos nur so aus. Ich habe mehrere private Nachtwanderungen mit Taschenlampe unternommen, kenne auch die Habitate, bin da also nicht ganz unbedarft.
Dennoch muss man viel Glück mitbringen, da gewisse Wetterbedingunegn nicht immer vorherrschen.
Man muss sich insbesondere nach den Regenperioden orientieren und sich meist nach Regengüssen ca. 1 Std. später nachts nach draußen begeben. Dennoch gibt es bestimmte Tiere, die wirklich extrem spezielle Habitate bevorzugen - und im Dschungel übersieht man sehr schnell Insekten. Wenn man bei einer anstrengenden Tour mit Erwartungshaltungen herangeht, dann wird man meist enttäuscht. Ich hatte Nächte, in denen ich wie ein Wahnsinniger gesucht habe und neben einigen Echsen und Fröschen nichts gefunden habe, während es Nächte gab, in denen ich bereits nach 10 Minuten ca. 7 interessante Spezies beobachten konnte.
Hier noch ein paar Bilder meinerseits. Kann sein, dass sie stellenweise schon gepostet worden sind.
Bzgl. Insekten- bzw. Gifttierphobie: Sollte man nicht haben, sonst machts keinen Spaß. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass es auch mal vorkommen kann, nachts auf dem Weg einer Viper zu begegnen. Unweit unserer letzten Station findet man auch den "Buschmeister", der wohl zu den aggressivsten und giftigsten Schlangen der Welt gehört. Man sieht sie aber selten, da sie sehr scheu lebt.
Costa Rica besitzt auch die allseits gefürchtete Phoneutria fera, besser bekannt unter "Bananenspinne", mit der man nicht scherzen sollte (Bild unten, die weiße Spinne auf dem Blatt). Da ich einige Halter in Deutschland kenne, weiß ich um die Gefahren und Giftigkeit dieser Spezies schon bescheid - und mir war auch mulmig als wir einer begegnet sind. Das gehört aber dazu - und die Faszination siegt meistens.
Zu Costa Rica sei noch etwas angemerkt: Nicht die Ausgaben unterschätzen. Das Land ist oft noch teurer als Deutschland und gilt als das reichste Land Lateinamerikas. Mir war das zwar vorher bewusst, aber am Ende staunt man doch nicht schlecht, was man ausgegeben hat.
Noch eine wichtige Info, evtl. für Jens Höffken und Alex Buers: Absolut Backpacker-taugliches Land und viel ungefährlicher als immer proklamiert - dadurch kann man massiv Geld sparen, sollte aber auch bedenken, dass die Lebensmittel- bzw. Restaurantpreise heftig sind. Deswegen für Abenteuerurlauber: Selbst kochen. Mir tat das schon etwas weh, für eine normale Pizza $16 zu zahlen, nur um ein Beispiel zu nennen. Die Nationalparks kosten selbstverständlich alle Eintritt, das geht bei $10 los.
Erholt gings nun durch viele Palmplantagen zu einem gemütlichen Hotel nach Manuel Antonio.
Eine Fledermaus an der Decke im Hotel.
Abends hat es in Strömen geregnet. Sowas habe ich noch nie erlebt. Trotz Schirm war ich durchnässt und das Wasser lief nach kurzer Zeit in Strömen die Treppe hinunter. Nachdem wir die Fotos gemacht haben, haben wir in unsere Badesachen angezogen und sind lachend durch den Regen gelaufen. Wir konntens irgendwie nicht glauben, dass es wirklich so stark regnete. Das war ein tolles Erlebnis und mit mein Highlight der Tour.
Am nächsten Tag besuchten wir den laut Reiseführer schönsten Nationalpark Costa Rica´s.
Das war unser Ranger, der uns mehr oder weniger aufgedrängt wurde.
Hier sahen wir zu meiner großen Freude ein Faultier, diesmal sogar richtig gut. Außerdem konnten wir sehen, wie es seinen Arm bewegt! :D
Unsere erste Schlange! Diese war direkt am Wegesrand. Ohne den Ranger hätten wir sie jedoch nicht gesehen.
Ein sehr schöner Nationalpark, aber leider sehr touristisch. Außerdem waren überall Baustellen, da Toilettenhäuschen gebaut werden. Was diese in einem Nationalpark zu suchen haben fragen wir uns bis heute.
Am nächsten Morgen gings per Boot etwa 45min lang zu einer Insel. Die anderen Hotelgäste fuhren zum Tauchen hin, wir zum Wandern und Schnorcheln.
Mir wurde auf der Fahrt schon total schlecht, da die Wellen recht hoch waren. Als das Boot dann anhielt und die Taucher ihre Aurüstung anzogen, wars jedoch noch schlimmer. Da wurde dann auch Turgut schlecht ;) Der Mann vom Hotel meinte dann, beim Schnorcheln würde es schon besser werden, aber selbst da wars dann noch schlimm. Deshalb brachen wir es vorzeitig ab und ruhten uns an Land erst einmal aus.
Als es uns dann besser ging, wanderten wir auf der Insel.
Die zweite Schlange ganz in echt ;-)
Die Echsen hier liefen aufrecht. Das sah lustig aus und erinnerte mich total an Raptoren.
An unserem letzten Abend in Drake Bay hatten wir eine Nachttour gebucht. Es führten uns eine Frau, die in der Gegend nur "Insektenfrau" genannt wird, zusammen mit ihrem Mann, der sich sehr mit Schlangen und Fröschen auskennt.
Unglaublich: schon von weitem sah die Insektenfrau die Tür der Falltürspinne und klappte sie mit einem Stäbchen auf.
Hier holt uns der Mann gerade einen Frosch vom Baum, den er ganz oben auf einem Blatt sitzend entdeckt hatte.
Hier zeigt uns die Frau gerade wie die Spinne bei einer Berührung reagiert, da geht selbst Turgut ein Stückchen zurück.
Unsere 3. und letzte Schlange, die wir in Costa Rica gesehen haben. Ebenso wie die letzte Station, weshalb mein Bericht nun auch vorbei ist. Vielen Dank für die netten Kommentare!
Die Bilder machen Lust auf Weihnachten, wobei ich definitiv auch sagen muss, dass sie mir Respekt einflösen... Schlangen *args*... Aber in mexiko habe ich sie überlebt, dann wird es hier auch klappen. Könntet ihr was beispielsweise zum Schuhwerk im Dschungel sagen? Reichen Turnschuhe oder sollten es wirklich feste Wanderschuhe sein?
Gerne würde ich auch Hotelnamen und Bewertungen lesen! Natürlich wenn es zu speziell wird gerne auch als PN.
In den Tropen ist es, IMHO und aus eigener Erfahrung, ratsam Wanderungen mit halbhohen Schuhen/Stiefeln bis über die Knöchel zu tätigen. Dies bietet einen gewissen Schutz vor "Bissen" und "Stichen".
im Dschungel oder generell auf Wanderungen sind Wanderschuhe, zumindest für mich, ein Muss. Ich benutze auch nur hohe Wanderschuhe. Ist aber nicht so, dass da alles nach dir beißt. Problem sind nur Nachtwanderungen. Wo fährst du denn genau hin? Wenn es die Karibikküste ist, wirst du vermutlich viele Insekten bzw. Getier sehen, da dort Regenzeit ist, umgekehrt auf der Pazifikseite.
Gruß, Turgut
[h6]I wish the milkman would deliver my milk in the morning.[/h6]