Wie bereits erwähnt, wollte ich ab einem bestimmten Zeitpunkt einfach nur noch vorwärts kommen. Dies hatte zur Folge, dass nur noch wenige Fotos entstanden sind. Ich hatte auch irgendwann das Gefühl genug Wasserfälle, Berge, Flüsse, Seen, Fjorde und Schneefelder fotografiert zu haben. Daher fasse ich mal wieder eine paar Tage in einem Beilag zusammen.
Tag 15 # Mo 14.07.2008 # Lom -- Hjerkinn
Tageskilometer: 154,98 km
Gesamt Kilometer: 2013,57 kmVon Lom ging es weiter auf der 15 Richtung Otta. Eigentlich wollte ich dann irgendwann von der 15 links Richtung Sel abbiegen. Leichter gesagt als getan. Die Strecke war bereits vorher mit 16 % Steigung auf 2 km ausgeschildert. Ich hab’s dann die ersten 200 m ausprobiert, nachdem dann aber die Straße nicht mehr als asphaltiert durch ging, habe ich umgedreht und bin das erste mal einen Umweg gefahren um eine Steigung zu vermeiden. Das war einfach zu viel für mich und mein Gepäck. Also ging es weiter auf der 15 bis Otta. Ab Otta bin ich der E6 Richtung Norden gefolgt. Diese habe ich dann auch für die nächsten Tage nicht mehr richtig verlassen. So ungefähr war ich 1900 km auf bzw. entlang der E6 unterwegs. Teilweise nur entlang, da ich die E6 teilweise nicht befahren durfte.
Fotos gibt es von diesem Tag gar keins, da ich irgendwie keine Lust hatte und die Landschaft auch nicht mehr so interessant fand. In Hjerkinn hab ich dann einen Campingplatz gefunden.
Tag 16 # Di 15.07.2008 # Hjerkinn -- Lundamo
Tageskilometer: 142,72 km
Gesamt Kilometer: 2156,29 kmEs ging den ganzen Tag weiter Richtung Norden auf der E6. An diesem Tag habe ich sogar mal wieder etwas eher mit dem Rad fahren aufgehört, da ich einfach nicht noch nach Trondheim rein fahren wollte. So habe ich in Lundamo ca. 30 km vor Trondheim einen Campingplatz gefunden.
Das Wetter an diesem Tag war auch nicht so besonders, so ging es morgens bei Nieselregen und 10°C los. Über den Tag konnte sich die Sonne auch nur wenig durch die Wolkendecke kämpfen.
Bilder sind an diesem Tag mal wieder keine entstanden.
Dafür habe ich an diesem Tag mal in meinem Tagebuch beschrieben wie so ein Tagesablauf bei mir ausgesehen hat.
Also, ich bin morgens in der Regel um 6 Uhr aufgestanden, manchmal habe ich dann den Wecker noch eine halbe oder ganze Stunde weiter gestellt, halt so wie ich Lust hatte. Dann ging es zum waschen usw. und nachher gab’s immer ein kleines Frühstück. Nach dem Frühstück wurde gespült um dann alle Sachen im Zelt zu packen. Wenn alles gepackt war, wurde das Zelt zu guter letzt zusammen gepackt und die Sachen wurden aufs Rad gepackt. Für alles habe ich morgens ungefähr immer 1,5 - 2 h benötigt. Sodass ich gegen 8 Uhr immer los kam. Dann wurde bis 18 - 19 Uhr den ganzen Tag Rad gefahren. Zwischendurch habe ich meist eine längere Pause gemacht, in der ich einkaufen war, was gegessen habe und schon mal Postkarten geschrieben habe. Ansonsten habe ich keine größeren Pausen mehr eingelegt.
Gegen Abend habe ich dann immer versucht einen Campingplatz zu finden. Die Skandinavienexperten werden sich wahrscheinlich fragen, warum ich mir immer einen Campingplatz gesucht habe, da in Norwegen das wild Campen ja dank des Jedermannsrecht erlaubt ist. Ich war abends aber froh, wenn ich eine warme Dusche und einigermaßen Sanitäre Einrichtungen bekommen habe, daher bin ich fast immer auf Campingplätzen gelandet.
Nachdem ich mich abends auf dem jeweiligen Campingplatz angemeldet hatte, wurde das Zelt aufgebaut und die Klamotten kamen ins Zelt. Dann kam meist zu erst eine warme Dusche an die Reihe. Anschließend wurde auf meinem Campingkocher eine Mahlzeit zubereitet, die dann auch schon mal etwas größer sein durfte (2-3 Portionen) und von mir ohne Probleme verputzt wurde. Nach dem spülen wurde dann meist noch ein wenig die am nächsten Tag kommende Route studiert und im Tagebuch geschrieben. Dabei gab’s meist irgendwelche Süßigkeiten, ich glaube so viel Schokolade wie auf dieser Tour habe ich noch nie gegessen. Aber die Marabou Schokolade (in Norwegen heißt die Freia) ist einfach köstlich, ich muss mal dringend wieder zum IKEA um ein wenig Schokolade zu kaufen.:9
Na ja, zwischen 21 und 22 Uhr habe ich mich dann immer in meinem Schlafsack verkrochen, damit das ganze Spielchen dann am nächsten Tag wieder von vorne beginne konnte.
Tag 17 # Mi 16.07.2008 # Lundamo -- Levanger
Tageskilometer: 132,67 km
Gesamt Kilometer: 2288,96 kmDas war irgendwie ein ätzender Tag. Gegen 4 Uhr morgens hatte ich ein letztes Mal auf meinen Wecker geschaut und dann noch einmal die Augen zu gemacht. Irgendwann werde ich wieder wach und denke, dass der Wecker auch mal so langsam klingeln könnte. Ich schaue drauf und nichts ist. Also bin ich ungewollt eine Stunde zu spät aufgestanden. Die Ersatzbatterien in den Wecker getan, was aber zu keinem Erfolg geführt hat. Ich denke nur, vielleicht sind die Ersatzbatterien auch lehr und nehme mir vor über den Tag neue zu kaufen. Dann geht’s entlang der E6 auf schlechten norwegischen Radwegen weiter nach Trondheim. Die gesamte Strecke um Trondheim hat sich sehr hingezogen, was mich ein wenig angenervt hat. Ich durfte nicht auf der E6 fahren und musste so etliche Umwege in Kauf nehmen. Na ja, mit Trondheim ist aber ein großes Zwischenziel erreicht und es geht weiter Richtung Norden. Mit der Hoffnung, dass ich am nächsten Tag die E6 wieder mehr befahren darf, lasse ich mich auf einem Campingplatz in Levanger für die Nacht nieder.
Der Wecker ist übrigens an diesem Tag durch einen neuen ersetzt worden. Neu Batterien haben auch nichts mehr genützt.
Heute sind sogar mal wieder ein paar Bilder entstanden.

mein einziges Foto aus Trondheim.

am Trondheimsfjorden entlang Richtung Norden.

bei diesem Foto weiß ich nicht mehr genau wo es entstanden ist. Ich denke, dass es auch der Tronheimsfjorden ist.
Tag 18 # Do 17.07.2008 # Levanger -- Harren
Tageskilometer: 160,89 km
Gesamt Kilometer: 2449,85 kmAn diesem Tag bin ich ganz gut vorwärts gekommen, so dass ich bereits vor 18 Uhr auf einem Campingplatz halt gemacht habe. Ich wollte nicht viel mehr wie 160 km fahren. Am Anfang des Tages musste ich mal wieder einige Umwege in kauf nehmen, da ich die E6 mal wieder nicht befahren durfte. Teilweise ging es dabei auf der alten E6 Entlang.

Blick von der alten E6 auf die neue und auf den Beitstadfjorden kurz vor Steinkjer.
Ab Steinkjer bin ich dann mal absichtlich nicht auf der E6 gefahren, sondern auf der 736 die nach einiger Zeit auch wieder auf die E6 führt.
Das Wetter an diesem Tag war auch nicht so gut, ich habe immer wieder ein paar Tropfen abbekommen.
Tag 19 # Fr 18.07.2008 # Harren -- Mosjöen
Tageskilometer: 187,08 km
Gesamt Kilometer: 2636,93 kmDieser Tag könnte unter folgendem Motto stehen, die Norweger sind bescheuert und Regen, Regen, Regen.
So hat es die letzte Nacht fast die ganze Zeit geregnet und ich bin über den Tag auch noch einmal richtig nass geworden. Das härteste war aber ein Norweger, ich kämpfe mich gerade bei Regen einen kleinen Hügel hinauf und was hat er gemacht? Er hatte mich wohl vorher überholt und hat oben auf dem Hügel unter seinem Regenschirm gewartet, um von mir ein Foto zu machen. Ich fands irgendwie lustig. Das war übrigens nicht das einzige Mal das ich fotografiert wurde. Viele Touristen haben aus dem Auto oder Bus heraus mich photographiert oder haben teilweise auf mich gewartet und dann ein Foto gemacht, dass war irgendwie etwas komisch aber ich habe mich schnell daran gewöhnt und fand es irgendwie lustig. Ich als ein Highlight in anderen Reisenberichten :). Aber dieser Norweger war irgendwie am besten. Schade nur, dass ich wahrscheinlich nie eines der Bilder von mir zu sehen bekomme.
An diesem Tag habe ich außerdem Süd-Norwegen verlassen und bin in Nord-Norwegen durch diese Tor gelangt.

Am Abend habe ich dann in der Mitte von Norwegen, in Mosjöen etwas durchgeweicht einen Platz auf einem Campingplatz gefunden.