Ein Tag auf der westlichsten Insel Frankreichs.
Früh morgens fuhr eine Fähre aus dem Hafen von Brest.

Die Fahrt dauert gut 2.5 Std. und kostet für Erwachsene 30 Euro hin und zurück.

Mütterchen und ihre neue Digicam...

Den größten Teil der Fahrt habe ich unter Deck geschlafen. Es war schon ziemlich beeindruckend, wie schnell ich einschlief, sobald ich etwas Ruhe bekam und dazu ein monotones Geräusch oder eine monotone Bewegung (Boote, Züge, Fähre, Futuroscope Kinos). Keine Zugfahrt bei der mich das Rattern des Zuges (oder das Only Revolutions Buch) nicht eingeschläfert hätte.
Nach dem Nickerchen im Hafen der Insel:

Wenn die Fähre anlegt, öffnen am Anleger drei Kioske der Fahrradvermieter der Insel, und ein Shuttlebus kommt auch um die Touristen in das Städtchen Lampaul ca. 4km inseleinwärts zu bringen.
Um diesmal in Ruhe die Insel erkunden zu können ohne eine Lauforgie wie am Tag zuvor zu starten, habe ich also ein Fahrrad gemietet für 14 Euro für meine 5-6 Stunden Aufenthalt dort.
Aber das war herrlich - was für ein sonniger Tag, es war richtig heiß, dazu ein angenehmer frischer Wind vom Meer, und mit dem Fahrrad über die Insel fegen.

Die Kirchtürme in der Bretagne haben oft etwas von einer verfallenden Inka-Stätte.

Dieser Frau mit Hund bin ich an dem Tag mehrfach über den Weg gefahren - und ungelogen, der Hund hat an dem Tag sicher keine 10 Meter zu Fuss zurückgelegt!

Aus dem Städtchen wieder raus und weiter bis an die Küste geradelt.

Ein Fotos während der Fahrt hinüber zum Phare - dem Leuchtturm.


An diesem Teil der Küste bäumten sich diese großen Fels"skulpturen" auf, auf einen der Felsen bin ich dann zum Frühstück mit meinem Baguette raufgeklettert. :)

Hier hatten schon andere ihre Räder geparkt...



Was kann ich noch viel dazu schreiben ... es gibt dort so viel zu entdecken, am liebsten möchte man doch ein Foto von jedem Felsen dort machen.


Felsen so weit das Auge reicht.

Ein altes Gemäuer...

Mit dem T-Shirt kam ich bei den Franzosen übrigens wahnsinnig gut an.^^


Und weiter zum Leuchtturm.

Um den Turm aus dieser Perspektive ganz ins Bild zu bekommen, habe ich mich auf den Boden geworfen und aus dem Liegen fotografiert.
Dann höre ich plötzlich hinter mir "Um Gottes Willen, ich dachte der Junge sei umgekippt." Eine deutsche Touristengruppe. "Ich dachte schon ich müsste jetzt erste Hilfe leisten". Ich habe dazu einfach mal nichts gesagt und weiter geknipst. Später habe ich passend gelesen: "Es gehört zu den schönsten Privilegien des Reisens, sich seinen Landsleuten gegenüber nicht erkennen geben zu müssen."

Hinter dem Leuchtturm...




Der Turm scheint hier fast aus dem Felsen zu wachsen. Über eine Brücke gelangt man dorthin. Ist ein ziemlicher Eyecatcher.

Der Möwe wirds auch gefallen.

Aber näher darf man nicht dran.

Ahh... eins noch.

Jetzt zum eigentlichen Highlight der Insel: Der süße Goldie am Meer!

Nun denn, von der Seite der Insel bin ich dann noch zur gegenüberliegenden gefahren, auf dem Weg durch Lampaul habe ich etwas Obst gekauft und hier oberhalb des Strands als provisorisches Mittagessen gegessen.


Und dann rein ins Wasser... ein bisschen zumindest.


Ein Blick zurück auf Lampaul.


Ich bin noch bis zu den Klippen an dieser Seite der Insel geradelt und habe dort für eine Weile einfach im Gras gelegen. Ein älterer Franzose hatte irgendwas zu motzen, aber ich habe meine Trumpfkarte gegen ihn ausgespielt ("do you speak english?") und später wurde ich von drei Frauen im Garten eines Hauses im Grünen angehalten und gebeten ihren Rasenmäher zum Laufen zu bringen ("Ziehen Sie einfach an der Schnur" - "Und dann fliegt er in die Luft?"). Und schließlich bin ich zurück zur Fähre geradelt.



Gegen 20 Uhr war ich wieder in Brest, zu spät um noch den letzten Zug nach Quimper zu erwischen. Es hat mich schon die Tage zuvor sehr auf die Palme gebracht, wie unglaublich schlecht die Verbindungen ausgebaut sind. Wenn der letzte Zug Brest um 18.30 Uhr verlässt, ist das schon ein ziemliches Armutszeugnis.
Die Fahrt zum Pointe du Raz fiel somit raus, auch zeitlich. Das ist sicher schade, aber es waren jetzt auch genug Felsen und Klippen. Zeit, wieder in die Zivilisation zu kommen.
Die Jungedherberge war für diese Nacht schon ausgebucht, also musste ich eine Nacht im Hotel in der Innenstadt übernachten. Das Zimmer wirkt auf den ersten Blick ganz ordentlich. Das WC war auf dem Gang, die Dusche angeblich auch, genau genommen habe ich aber im ganzen Hotel keine Dusche gefunden.

Ungeduscht (und dementsprechend zerknittert) ging es am nächsten Morgen weiter nach Concarneau.
Zum Schluss noch mein "Herr der Ringe" Lieblingsmotiv von der Insel:
