Mediengespräch mit Vizebürgermeisterin Grete Laska 12. Juni 2006
Leitlinien der Masterplanung für ein Fundament des neuen Praters
Nach der Beauftragung der Masterplanung im Juni 2003 und der Präsentation der Kernaspekte im April 2004 ist nun ein weiterer Meilenstein der Masterplanung für den Wurstelprater erreicht: Mit den Leitlinien, die nun für die stadt wien marketing und prater service gmbh vorliegen, und den Erfahrungen und Fachkenntnissen, die während der gemeinsamen Umsetzungsphase gemacht und erworben wurden, ist der zukünftige Weg sichergestellt.
Ein entscheidender Schritt war auch die Institutionalisierung der Zusammenarbeit mit dem Praterverband, die eine gemeinsame Vorgangsweise zwischen Stadt Wien und den UnternehmerInnen gewährleistet.
Die Zielsetzung ist klar: Der Wurstelprater als Wiener Institution soll unverwechselbar für die Zukunft erhalten werden. Hohe Besucherzufriedenheit der in- und ausländischen Gäste steht im Vordergrund.
Die Masterplanung geht weit über eine Masterplanung im architektonischen Sinn hinaus und besteht aus drei Teilen: aus einer Sammlung von Daten, Fakten und Analysen, aus einem Plan, der die zukünftigen Entwicklungen im Prater räumlich darstellt sowie aus einer Liste mit rund 200 Projekten, die tlw. bereits umgesetzt wurden, die sich tlw. in Umsetzung befinden oder die zukünftig umgesetzt werden (könnten). Im Zuge der Planungen wurden internationale Erfahrungen auf die spezifische Wiener Situation umgelegt.
Daten, Fakten, Analysen
Dieser Teil der Gesamtplanung ist für zukünftige Entscheidungen besonders wichtig: Daten und Fakten über den Prater wurden gesammelt sowie detaillierte Analysen zu Aspekten wie Gastronomie, Angebot der Fahrgeschäfte und anderen Attraktionen (z.B. Veranstaltungen), Besucherkapazitäten, Umsatz, Marktdurchdringung, Besucherführung, sanitäre Einrichtungen, Information, Marketing, Sponsoring und Werbung, sowie über Gestaltungselemente wie Grün, Wasser.... u.v.m. erstellt.
Diese beruhen auf Untersuchungen zum Prater (Meinungsbefragungen, Zählungen, Experteninterviews), auf Vergleichen zu anderen internationalen Vergnügungsparks sowie auf Einschätzungen der ExpertInnen von Imaginvest.
Die Analysen enthalten Beschreibungen des Ist-Zustandes im Prater, mögliche Zukunfts-Szenarien sowie Empfehlungen der ExpertInnen zu Vertragsgestaltungen, Verwaltung u.ä..
Plan
Der Plan stellt eine mögliche zukünftige Entwicklung des Praters räumlich dar. In vielen Bereichen sind die Vorstellungen der PraterunternehmerInnen in die Zeichnung eingeflossen. Emmanuel Mongon hat zu Beginn seiner Tätigkeit mit allen PraterunternehmerInnen einzeln Gespräche geführt, in Arbeitskreisen wurden Lösungsansätze für größere Gebiete diskutiert. Erkennbar sind die Besucherführung entlang der 8er-Schleife, sowie Attraktionen, die jeweils an markanten Punkten der Sichtachsen als Eyecatcher dienen und zum Weitergehen anregen. Im Gegensatz zu heute sind mehr Wasserflächen im Prater eingezeichnet. Wasser ist ein wesentliches Gestaltungselement, das auch im Prater für mehr Flair sorgen soll. Wasserfahrten gelten als Familienfahrgeschäfte, die von Jung und Alt in Anspruch genommen werden.
Der Plan zeigt auch die Platzierung von Garagen am Rand des Geländes, die den BewohnerInnen des Stuwerviertels Lärmschutz bieten, sowie die Neugestaltung der Zugangsbereiche vom Praterstern, der Messe Wien und vom Grünen Prater her. Der Plan stellt eine Festschreibung zum gegenwärtigen Stand dar, ist aber ein sich flexibel veränderbares Instrument. Der Plan ist als Empfehlung einer optimalen Lösung aus Sicht des Experten zu verstehen, der die Flexibilität für künftige Entscheidungen auf Basis einzelner BetreiberInnen oder Betreibergruppen zulässt. Die Grundsätze, die sich aus der Analyse ergeben haben (Anlagenmix, Angebotsvielfalt, Thematisierung, Besucherströme etc.), müssen jedenfalls eingehalten werden.
200 Projekte
Teil der Masterplanung war auch eine Liste von rund 200 Projekten. Die Realisierung einiger dieser Projekte wurde während der letzten 3 Jahre von Emmanuel. Mongon und seinem Team begleitet. Es gibt zu jeder Parzelle, zu jedem Betreiber und zu jedem Projekt im Prater eine Projektnummer, unter der sämtliche Informationen enthalten bzw. eine Beschreibung der Zielvorgabe für das jeweilige Projekt zu finden ist.
Die Umsetzung vieler Projekte im Auftragszeitraum unter Anleitung Emmanuel Mongons und seiner internationalen ExpertInnen hat die stadt wien marketing und prater service gmbh gelehrt, welche Anforderungen an den Betrieb von Vergnügungsparks gestellt werden, in welcher Form Firmen dazu bewegt werden können, in derartige Anlagen zu investieren und unschätzbare Kontakte innerhalb der Branche gewonnen. Das Interesse an der Entwicklung des Gebietes von Außen beweist, welche wirtschaftlichen Möglichkeiten damit eröffnet wurden.
Mit dem nun vorliegenden Instrument ist die seitens der Stadt Wien mit der Verwaltung und Weiterentwicklung des Praters beauftragte stadt wien marketing und prater service gmbh gerüstet, Entscheidungen betreffend seine Weiterentwicklung aufgrund fachlicher Kriterien selbst zu treffen. Vizebürgermeisterin Grete Laska: „Damit soll es gelingen, den Prater in den nächsten Jahren zu erneuern und aus ihm eine der Wiener Freizeitdestinationen zu machen.“ Die nächsten Meilensteine sind nun die Umsetzungen bis bzw. nach der Fußball-EM 2008. „Danach geht die Entwicklung kontinuierlich weiter“ so Vizebürgermeisterin Grete Laska. „Die Stadt Wien hat mit den Entscheidungen der letzten Jahre die Perspektive des Gesamtgebietes für die Zukunft festgelegt. Mit der Arbeit Mongons und den festgelegten Leitlinien werden wir das Ziel erreichen: Der Prater wird wieder eine der Wiener Freizeitdestinationen – unverwechselbar, wientypisch, historisch wertvoll und konkurrenzfähig! Im Gegensatz zu fast allen europäischen Vergnügungsparks liegt der Prater im Herzen der Stadt – jetzt gilt es, die Herzen der BesucherInnen zu erober
Beilage: Inhalte der Masterplanung:
• Umweltbeständigkeit:
- Einbeziehung der Umgebung
• Marketingbeständigkeit:
- Untersuchung der Kundenmärkte und verschiedener Zielgruppen
- aktives Management auf internationaler Ebene (Verwaltung)
- Koordination der Marketingmittel und Infosysteme
- Pressestrategien
• BesucherInnenerlebnisbeständigkeit:
- Zufriedenheitsgrad
- Komfort für Familien, Kinder und Senioren
- Sauberkeit (Abfallverwaltung, Gestaltung der Anlage)
- Sicherheit
• Dienstleistungsqualität:
- Empfang
- Toiletten
- Schattenbereiche, Ruhezonen, usw.
- Lenkung der Besucherströme (FußgängerInnen, Fahrzeuge, Lieferverkehr)
• Thematisierungsplan:
- Atmosphäre
- Erscheinungsbild, Kulissen, einzelne thematische Bereiche und Attraktionen
- Gastronomie
- Veranstaltungen und Kultur
• Operationelle Beständigkeit:
- Erhöhung der Verweildauer
- Dimensionierung
- ganzjährige Bespielbarkeit
- technische Wartung
- Weiterbildung (Qualität des Personals)
• Wirtschaftliche Beständigkeit:
- Parkplätze
- ppp (public private partnership)-Modelle
- Strategien für Neuinvestitionen
- Aufbau der Verwaltungsstrukturen
Quelle:
http://wienereistraum.at/presse/prater05.cmiSiehe auch unter:
http://www.wien.gv.at/spezial/prater/







