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28. März 2001
Mär, Illusion und viel Zuckerwatte
Am Sonntag eröffnet das Phantasialand in Brühl seine Pforten für die erwartungsvollen Besucher. 20 MINUTEN Köln wagte einen ersten Blick »hinter die Kulissen« und erlebte eine wahrhaft reale Welt der Fantasie.
http://212.227.177.77/dcforum/User_files/3ac313e07b4c8be9.jpg Brühl. »Es ist ein hartes Geschäft, aber ein dankbares«, meint Marketingleiterin Birgit Harpke. Ihre Kollegen Susen Kramer und Markus Hennes teilen ihre uneingeschränkte Euphorie vor dem großen Tag: »Dann nämlich, wenn gegen neun Uhr die ersten Besucher den Park betreten und mit Zuckerwatte an unseren Bürofenstern vorbeiflanieren, erlebt unsere Arbeit ihren ersten Höhepunkt.«
Eine Menge zu tun« gab es in den Monaten seit der saisonalen Schließung am 31. Oktober. Das Zauberwort heißt Perfektion. »Der Besucher soll seine Umwelt vergessen können.« Birgit Harpke lächelt. »Wir selbst sind süchtig nach dieser neuen Atmosphäre.« Die Flaniermeile zwischen dem Neptunbrunnen am Haupteingang und dem legendären Nachbau des Brandenburger Tors erlebte eine umfangreiche Renaissance. Den meisten Dächern verpasste man aufwendige Kupferverzierungen und Kuppelelemente; an den Stil der Epoche angepasste Neubauten, unzählige Malerarbeiten und aufwendige Blumenarrangements runden das Bild ab.
Bereits im September begannen die Aushebungen für die neue Erlebnis-Attraktion »Wuze Town« (sprich: Wuuhs Taun), eine wahre Hommage an Fantasie und Fahrgeschäft. Mit unheimlicher Detailverliebtheit zauberten die unzähligen Kreativen des Phantasialand Stabes eine beeindruckende Verknüpfung aus Mär und Illusion. »Da hat uns auch ein Harry Potter den Weg gewiesen.« Leider erst im Sommer zu bestaunen. »So was kostet eben viel Zeit.«
Im »Temple of the Night Hawk« (ehemals Space Center) setzt sich der mystische Ideenreichtum fort: Auf dem Rücken eines Falken jagt man ab kommendem Sonntag durch die rabenschwarze Nacht.
Und auch sonst hat sich vieles geändert. Das Phantasialand kooperiert mit verschiedenen TV-Formaten. »Am 11. Mai startet die »Aktion Phantasia« in Zusammenarbeit mit dem Musiksender Viva zugunsten behinderter Menschen.« Susen Kramer zeigt sich zufrieden. »Wir konnten auch Stefan Raab für einen Attraktionen-Test im April gewinnen.« Der »Besucherfluss« wurde entschieden verbessert; die Abschlussparade erstrahlt im neuen Glanz und »an vielen Orten werden die Gäste von Musik berieselt.« Auch reicht der Sicherheitsstandard des TÜV nicht aus. »Wir sind päpstlicher, als der TÜV je sein würde.« So wird schon gegen sechs Uhr morgens jedes Fahrgeschäft auf seine uneingeschränkte Tauglichkeit geprüft.
Die Zahlen sprechen für sich. Etwa zweieinhalb Millionen Menschen werden erwartet. »83 Prozent unserer Gäste sind Wiederholungsbesucher.« Birgit Harpke erklärt selbstbewusst: »Im Vergleich zu internationalen Mitbewerbern in Deutschland sehe ich uns als Fünf-Gänge-Menü, während dort Fast Food angeboten wird.«
Sidney Pfannstiel
Jens Uwe Kupka
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