Linie 705
Defizit von 300 000 Mark
Bus zum Phantasialand
Von Norbert Kurth
Erftkreis - Spätestens am 1. April soll sie eigentlich wieder fahren, die Linie 705 von Brühl-Mitte zum Phantasialand. Dann nämlich öffnet der Vergnügungspark planmäßig seine Pforten und ein Teil der Besucher wird wieder mittels Kombiticket per Bahn nach Brühl kommen und das letzte Stück mit der 705 fahren wollen.
Ob das allerdings auch in der kommenden Saison funktioniert, ist mehr als fraglich. Denn auch wenn der Bus an schönen Tagen schon mal rappelvoll ist - Geld verdienen lässt sich damit nicht. Im Gegenteil: Die 705 fährt kräftige Verluste ein. Im vorigen Jahr waren es knapp 300.000 Mark. Dass sich weder der Erftkreis noch die Stadt Brühl um den Betrieb der Buslinie reißen, liegt auf der Hand. Müssen bald nun hoffnungsfrohe Fahrgäste nach dem Motto "April, April" zu Fuß zum Vergnügungspark gehen?
Für den Erftkreis ist die Sache jedenfalls klar. Nach den Buchstaben des Regionalisierungsgesetzes sei Brühl für den Betrieb der Buslinie zuständig, sagt Kreis-Dezernent Hans Hermann Tirre. Diese Auffassung vertrete auch der Regierungspräsident. Demnach müsse die Stadt auch für das zu erwartende Defizit gerade stehen.
Im vorigen Jahr hat der Kreis noch ausgeholfen. In diesem Jahr sei das nicht mehr drin. Denn: Der Kreistag hat die Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft (REVG) zum Sparen aufgefordert. Der Aufsichtsrat der REVG hat daraufhin beschlossen, die 705 abzuschaffen, wie es Geschäftsführer Joachim Gottschalk formulierte. Zumindest dieses Ziel ist erreicht, die Konzession für die Linie ist erloschen. Und niemand ist in Sicht, der die Linie betreiben will. Jedenfalls nicht ohne Finanzhilfe von Stadt oder Kreis.
In Brühl herrscht eine andere Rechtsauffassung. Dezernentin Dr. Elisabeth Hackstein glaubt nicht, dass die Stadt in jedem Fall zahlen muss. Auch bezweifelt sie, dass Brühl "per se" zuständig sei. Der Bus zum Phantasialand sei nämlich eine Sonderfahrt. Fazit: "Es sind noch viele Fragen offen." Aber die Zeit drängt, der 1. April ist nicht mehr weit. Für den Verkehrsverbund Rhein Sieg (VRS) ist es gar keine Frage, dass die Linie wieder fahren muss.
Für Geschäftsführer Walter Reinartz ist das eine "Frage des Images". Ein Magnet wie das Phantasialand müsse mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sein - nicht nur wegen der Einnahmen aus der Kombination von Fahrschein und Eintrittskarte.
Die Sache entbehrt nicht einer gewissen Dramatik: "Beinahe täglich führen wir Gespräche", sagt Dezernent Tirre und gibt zu verstehen, dass der Erftkreis sich trotz der eindeutigen Rechtslage in einer "gewissen Verantwortung" für die Buslinie sieht. Auch Hackstein glaubt an eine Lösung, zumal Phantasialand-Chef Robert Löffelhardt an einer "konstruktiven Lösung" mitarbeite. VRS-Geschäftsführer Reinartz drängt auf eine schnelle Entscheidung. Die Ausschreibung für die Buslinie ist fertig - "und kann sofort raus."
Jens Uwe Kupka
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Erftkreis - Spätestens am 1. April soll sie eigentlich wieder fahren, die Linie 705 von Brühl-Mitte zum Phantasialand. Dann nämlich öffnet der Vergnügungspark planmäßig seine Pforten und ein Teil der Besucher wird wieder mittels Kombiticket per Bahn nach Brühl kommen und das letzte Stück mit der 705 fahren wollen.
Ob das allerdings auch in der kommenden Saison funktioniert, ist mehr als fraglich. Denn auch wenn der Bus an schönen Tagen schon mal rappelvoll ist - Geld verdienen lässt sich damit nicht. Im Gegenteil: Die 705 fährt kräftige Verluste ein. Im vorigen Jahr waren es knapp 300.000 Mark. Dass sich weder der Erftkreis noch die Stadt Brühl um den Betrieb der Buslinie reißen, liegt auf der Hand. Müssen bald nun hoffnungsfrohe Fahrgäste nach dem Motto "April, April" zu Fuß zum Vergnügungspark gehen?
Für den Erftkreis ist die Sache jedenfalls klar. Nach den Buchstaben des Regionalisierungsgesetzes sei Brühl für den Betrieb der Buslinie zuständig, sagt Kreis-Dezernent Hans Hermann Tirre. Diese Auffassung vertrete auch der Regierungspräsident. Demnach müsse die Stadt auch für das zu erwartende Defizit gerade stehen.
Im vorigen Jahr hat der Kreis noch ausgeholfen. In diesem Jahr sei das nicht mehr drin. Denn: Der Kreistag hat die Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft (REVG) zum Sparen aufgefordert. Der Aufsichtsrat der REVG hat daraufhin beschlossen, die 705 abzuschaffen, wie es Geschäftsführer Joachim Gottschalk formulierte. Zumindest dieses Ziel ist erreicht, die Konzession für die Linie ist erloschen. Und niemand ist in Sicht, der die Linie betreiben will. Jedenfalls nicht ohne Finanzhilfe von Stadt oder Kreis.
In Brühl herrscht eine andere Rechtsauffassung. Dezernentin Dr. Elisabeth Hackstein glaubt nicht, dass die Stadt in jedem Fall zahlen muss. Auch bezweifelt sie, dass Brühl "per se" zuständig sei. Der Bus zum Phantasialand sei nämlich eine Sonderfahrt. Fazit: "Es sind noch viele Fragen offen." Aber die Zeit drängt, der 1. April ist nicht mehr weit. Für den Verkehrsverbund Rhein Sieg (VRS) ist es gar keine Frage, dass die Linie wieder fahren muss.
Für Geschäftsführer Walter Reinartz ist das eine "Frage des Images". Ein Magnet wie das Phantasialand müsse mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sein - nicht nur wegen der Einnahmen aus der Kombination von Fahrschein und Eintrittskarte.
Die Sache entbehrt nicht einer gewissen Dramatik: "Beinahe täglich führen wir Gespräche", sagt Dezernent Tirre und gibt zu verstehen, dass der Erftkreis sich trotz der eindeutigen Rechtslage in einer "gewissen Verantwortung" für die Buslinie sieht. Auch Hackstein glaubt an eine Lösung, zumal Phantasialand-Chef Robert Löffelhardt an einer "konstruktiven Lösung" mitarbeite. VRS-Geschäftsführer Reinartz drängt auf eine schnelle Entscheidung. Die Ausschreibung für die Buslinie ist fertig - "und kann sofort raus."
Jens Uwe Kupka
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