Es war 1982, als ich das erste Mal im Phantasialand war. Ein Ausflug mit meinen Eltern und ihren Freunden in einem kleinen VW-Bus. Diesen Tag habe ich bis heute nicht vergessen, und werde ihn mit Sicherheit auch nicht vergessen.
Schon als damals 12-jähriger war ich fasziniert von der durchgehenden Thematisierung, von der eigenen Handschrift, die man überall im Park erkannte. Von diesem Traum, den da jemand für sich und alle Gäste hat wahr werden lassen. Es war das erste Mal, dass ich in die Phantasie von Richard Schmidt und Gottlieb Löffelhardt eingetaucht bin. Und es sollte bestimmt nicht das letzte Mal sein.
Auf dem Heimweg blätterte ich in dem Bildkatalog, den meine Eltern gekauft hatten, denn ich wollte wissen, wer hinter diesem schönen Tag steckte. Natürlich war auch ein Bild von beiden enthalten. Und so erkannte ich sie immer und immer wieder im Park. Gerade Herr Gottlieb Löffelhardt schlenderte viel und oft durch den Park, wurde gerne angesprochen und hatte immer wieder eine neue Geschichte oder Anekdote auf Lager aus seinem erfüllten Leben.
Dieses ist nun leider seit gestern zu Ende. Aber er lebt weiter in seinem Lebenswerk, welches sich nicht nur im Park manifestiert, das gleichzeitig für Spaß und Freude steht. In diesem Sinne wünsche ich allen Angehörigen und allen, die ihm nahe stehen, viel Kraft, den Verlust zu bewältigen. Aber auch den Mut, sich mit Dankbarkeit und vor allem der Freude an ihn zu erinnern, die er so vielen Menschen gegeben hat.
Schon seit dem frühen Vormittag von diesem traurigen Ereignis wissend, habe ich mir erlaubt, meine Gedanken in meinem Blog festzuhalten.
Den Angehörigen, seinen Freunden und den Wegbegleitern möchte ich mein Beileid ausdrücken und ihnen viel Kraft und Geduld für die zu bewältigende Trauer wünschen.
Ich habe den heutigen Tag mit meiner Familie im Park verbracht, als mich die Nachricht gegen Mittag aus heiterem Himmel traf.
Auch wenn ich die spontanen Schwätzchen mit diesem sympathischen Herrn vermissen werde und mir tatsächlich ein paar Tränen nicht zurückhalten konnte, so weiss ich doch, dass er in seinem Lebenswerk weiterlebt. Heute habe ich so viele Kinder lachen gehört und gesehen (nicht zuletzt mein Junior Leo hatte seine helle Freude im Park) - hier lebt er weiter!
450 Trauergäste, darunter viele Schausteller, nahmen an der Beisetzung des Phantasialandgründers teil. Der 76-Jährige starb am vergangenen Donnerstag im Kreise seiner Familie in Brühl.
Brühl - In der Kirche der Pfarrgemeinde St. Margareta in Brühl nahmen gestern Mittag etwa 450 Trauergäste Abschied von Phantasialandgründer Gottlieb Löffelhardt. Der 76-Jährige starb am vergangenen Donnerstag nach langer Krankheit im Kreise seiner Familie in Brühl.
Zahlreiche Kränze, viele mit weißen Rosen bestückt, schmückten den hellen Eichensarg in der Kirche. Daneben stand ein Bild des lächelnden Gottlieb Löffelhardt am Altar. Unter den Trauergästen waren neben zahlreichen Mitarbeitern auch Brühls Bürgermeister Michael Kreuzberg mit Gattin Ellen, der ehemalige Bürgermeister Wilhelm Schmitz, der frühere Stadtdirektor Dr. Walter Leder, der CDU-Landtagsabgeordnete Gregor Golland sowie der Schlagersänger Heino mit Ehefrau Hannelore. Die Trauerfeier hielt Pfarrer Josef Maghs vom Niederrhein, der in Schaustellerkreisen sehr bekannt und dort auch als Seelsorger tätig ist. Er hatte Gottlieb Löffelhardt in den letzten Tagen vor seinem Tod begleitet.
Bürgermeister Kreuzberg würdigte in seiner Rede die Verdienste des 76-Jährigen und erklärte, dass die Stadt Brühl Löffelhardt viel zu verdanken habe. Auch von seiner stillen Hilfsbereitschaft und zahlreichen Unterstützungen für karitative Zwecke war dabei die Rede. 1967 hatte der gebürtige Berliner gemeinsam mit dem Puppenspieler Richard Schmidt den Freizeitpark in der ehemaligen Grube Berggeist gegründet. Seitdem sind Millionen Besucher nach Brühl gereist. Sehr persönliche und bewegende Worte fand auch ein guter Freund der Familie.
Der Trauerzug wurde von vielen Fahnenträgern zahlreicher Schaustellerverbänden aus ganz Deutschland begleitet. Gottlieb Löffelhardt wurde auf dem Südfriedhof an der Bonnstraße beigesetzt.
Vor dem Hintergrund der Berichterstattung im Kölner Stadtanzeiger und im Bonner Generalanzeiger finde ich es völlig beschämend, dass das für Brühl zuständige Anzeigenblatt Brühler Schlossbote einem Menschen der Brühl weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht, der zusammen mit dem Brühler Eisenwerk sicher die höchsten Gewerbeabgaben bzw. die meisten Steuern verschiedenster Art nach Brühl gespült hat, einen Einspalter, versteckt in den Stellenanzeigen widmet. Offensichtlich ist es da wichtiger schon auf der Titelseite 3 x über div. Brühler Schützenfeste zu berichten...
Ich vermisse da seinen langjährigen Geschäftspartner und Mitbegründer des Phantasialandes. Er wird auch mit keinen Wort erwähnt,als ob es ihn nicht geben würde. Oder habe ich da was verpasst?
Ich erinnere mich immer wieder gerne daran wie wir seit meinem fünften Geburtstag mit der Familie jährlich das Phantasialand besuchten. Immer wieder neue, tolle, einzigartige Attraktionen und keine Stangenware.
Durch seine Präsenz im Park ist er mir auch aufgefallen, z.B. dass er sich nicht zu schade war verirrten Besuchern freundlich den Weg zu weisen, oder die Fahrgäste beim Lagerschaden der Colorado Adventure zu beruhigen.
Danke dafür Gottlieb Löffelhardt. Mein Beileid an die Angehörigen.
Mit einem dicken Grinsen denke ich an den April 2000 zurück, als Gottlieb Löffelhardt eine FKF Gruppe von 10 Leuten durch das Mirabilandia führte , die vielen Nerdfragen über sich ergehen lies und uns anschließend nach Parkschluss noch eine ERT auf der Achterbahnneuheit Katun spendierte. Unbezahlbar! (Die Fotos muss ich bei Gelegenheit noch einmal heraussuchen) Obwohl er mit seinem Freund und Partner Richard Schmidt das deutsche Freizeitparkgeschäft quasi „miterfunden“ hat und damit auch irgendwie eine lebende Legende darstellte wirkte er auf mich immer unheimlich geerdet und war sich auch nicht zu schade auf Fanbriefe mit persönlichen Anrufen zu reagieren.
Ich erinnere mich gerne an eine Situation, die ihn auch kennzeichnet. In den 80ern und 90ern habe ich viele Saisons im PL gearbeitet, zum Teil auch im Winter, bzw. kurz vor Saisoneröffnung. Die letzten Abende vor Saisoneröffnung waren immer lang und irgendwann abends ging ich in der Dunkelheit so verdreckt wie man eben nach Wildwasserbahn schrubben und Baureste aus dem Park schleppen aussieht in Richtung der Telefonzelle, die damals noch zwischen altem Eingang und der Schranke vom Werkschutz stand, um meinen Vater anzurufen, er möge mich abholen. Da hielt eine S-Klasse neben mir und vom Fahrersitz aus fragte mich der 'alte' Löffelhardt wohin ich nach Hause müsste. Ich entgegnete ihm ich müsse nur runter nach Walberberg, aber mir sei es zu spät zum Laufen, deswegen ließe ich mich abholen. Er öffnete von innen die Beifahrertür und bat mich in meinem, nicht standesgemäßen (verdreckten) Aufzug in seinem dicken Benz Platz zu nehmen und 5 Minuten später war ich zuhause. So war er. Sicher, ich hab ihn einige Male toben gesehen (und gehört) und er war einer von denen, dem an jeder Attraktion jeder 'kleine' Sche!ß auffiel, der nicht in Ordnung war, und der einem das auch unmittelbar klar machte. Aber man hatte Respekt vor ihm und er war auf seine Art sehr ehrlich und - wie weiter oben schon beschrieben - eben sehr geerdet und nicht abgehoben. Als Aushilfe hatte ich immer Herzklopfen, wenn er in der Nähe war, aber für das, was er schuf, habe ich ihn immer gemocht.
Wenn man von oben zuschauen kann, dann wird er es tun, ich bin sicher! Viel Spaß dabei!