http://www.ksta.de/html/artikel/1238966844473.shtmlNeues Konzept gefordert
Das Phantasialand plant weiter
Von Bettina Jochheim, 21.04.09, 20:27h, aktualisiert 21.04.09, 22:28h
Am Mittwoch befasst sich der Wirtschaftsausschuss des Landtags mit den Expansionsplänen des Brühler Freizeitparks. Das Land fordert vor einer möglichen Erweiterung des Freizeitparks ein Gesamtkonzept für die Anlage.
Das Phantasialand in Brühl will trotz einiger Widerstände an seinen Erweiterungsplänen festhalten, um mit neuen Attraktionen auf Dauer konkurrenzfähig zu bleiben. (Bild: Udo Beissel)Brühl - Das Genehmigungsverfahren, dass sich mit der Erweiterung des Brühler Freizeitparks „Phantasialand“ beschäftigt, geht in eine neue Runde. Wie das NRW-Wirtschaftsministerium dem Regionalrat der Bezirksregierung Köln kürzlich mitteilte, wird das gesamte Prozedere vorerst „ausgesetzt“. Das Ministerium wird am heutigen Mittwoch im zuständigen Fachausschuss über Stand und Fortgang des Verfahrens unterrichten.
Der Regionalrat der Bezirksregierung hatte sich in seiner Sitzung im September 2008 mehrheitlich für eine Ausdehnung des Freizeitparks um 16 Hektar ausgesprochen. Der Prüfung einer zusätzlichen Erweiterung um 14 Hektar - wie es sich das Phantasialand wünscht - sollte ein Konzept vorangehen, das die genauen Ziele des Parks skizziert. Dieses Konzept sollte vom Brühler Unternehmen, dem Rhein-Erft-Kreis sowie der Stadt Brühl entwickelt werden - unter Berücksichtigung der Interessen der Anwohner sowie des Naturschutzes.
In einem Schreiben des Landeswirtschaftsministeriums an den Regionalrat heißt es nun, dass der Konflikt und dessen Lösung nur dann beurteilt werden könne, wenn das Gesamtkonzept der Erweiterung vorliege. Daher „wird die Genehmigung der vorgelegten Regionalplan-Änderung bis zur Vorlage des beauftragten Zielkonzepts ausgesetzt“. Die Erweiterungspläne für den Freizeitpark waren bislang vor allem am Widerstand des Landesumweltministeriums gescheitert, die für die Expansion erforderlichen Waldflächen nahe der Autobahn dafür zu verkaufen.
Einzig die Formulierung sei neu, sagte Park-Direktor Ralf-Richard Kenter am Dienstag. „Vom Grundsatz her überrascht mich die Aussage nicht.“ Bevor die Erweiterung um 16 Hektar abschließend genehmigt werde, müsse das Konzept über die weiteren 14 Hektar eben vorgelegt werden. „Immerhin ist es damit nicht abgelehnt.“ Natürlich bedeute die Aussetzung eine weitere Verzögerung des Verfahrens, dass mit Beginn des Mediationsverfahrens im Jahre 2000 inzwischen neun Jahre andauere. „Die Zeit, die verstreicht, bis wir mit dem Bau beginnen können, verlängert sich damit. Das ist nichts, was wir uns gewünscht haben. Aber wir haben einen längeren Atem.“
Im Gegensatz zum Brühler Grünen-Fraktionsvorsitzenden Michael vom Hagen, der in der Aussetzung des Verfahrens Wahltaktik vermutet, sieht Kenter keine politischen Zusammenhänge zwischen den Wahlterminen und der erneuten Verzögerung.
Als einen Erfolg bewertet Doris Linzmeier, Sprecherin der Brühler Bürgerinitiative „50 000 Bäume“, hingegen die Formulierung des Wirtschaftsministeriums. „Je länger es dauert, desto besser ist es für uns“, sagt sie. „So können wir noch mehr Leute mobilisieren, das Thema präsent machen und das Netzwerk weiter ausbauen.“ Sie teilt den Verdacht vom Hagens, dass die Entscheidung erst nach den Landtagswahlen im kommenden Jahr getroffen werde.