Das Phantasialand und seine Anwohner

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Das Phantasialand und seine Anwohner

Frischer Artikel aus der Kölnischen Rundschau

Das Phantasialand und seine Anwohner
Keine Rede von Ausbreitung

Von Manfred Theisen

Brühl. Robert Löffelhardt ist Unternehmer. Und er hat ein Ziel: Seinem Phantasialand den Weg in die Zukunft zu ebnen. Er investiert jährlich 25 Millionen Mark in Erhalt und Erweiterung des Angebotes. Doch um ihn herum beobachten einige Anwohner - zusammengeschlossen in zwei Interessengemeinschaften - jede seiner Aktionen kritisch. Ständig muss er sich deren Vorwürfen aussetzen, denn sie befürchten eine Ausbreitung des Parks, Baulärm und mehr.

Löffelhardt stellt klar: "Seit 19 Jahren ist das Phantasialand nun nicht mehr gewachsenen und hat lediglich die zur Verfügung stehende Fläche zunehmend dichter bebaut."

Dabei möchte der Chef des Freizeitparks keine Front gegen die Anwohner machen, sondern vielmehr mit ihnen an einem Strang ziehen - auch im Interesse Brühls. "Denn ich beschäftige hier 270 fest Angestellte. Daneben gibt es 800 befristete Verträge." Unterm Strich betrage die Bruttolohnsumme für 2000 rund 32 Millionen Mark. Zudem binde man noch 3000 zusätzliche Arbeitsplätze in der Region. "Es geht hier nicht um eine Pommesbude, sondern um einen der größten Steuerzahler und Arbeitgeber vor Ort", sagt Löffelhardt.

"Und in dem neuen Hotel werden wieder 100 Leute eine Arbeit finden. Zudem wird das künftige Vier-Sterne-Haus mit seinen Suiten und den Schwimmbädern ganz neue Maßstäbe in Brühl setzen."

Hinzu komme, dass das Phantasialand in diesem Jahr Waren und Dienstleistungen für rund 13 Millionen Mark kauft. Löffelhardt rechnet: "Jährlich fließen damit rund 70 Millionen Mark aus dem Phantasialand direkt oder indirekt in die Wirtschaft ab."

Während Bürgermeister Michael Kreuzberg um jeden Arbeitsplatz in Brühl kämpft, wird dem Giganten unter den Steuerzahlern der Schlossstadt das Leben schwer gemacht. So jedenfalls sieht es Löffelhardt: "Verglichen mit den anderen Freizeitparks in Deutschland sind wir dabei mit 28 Hektar der kleinste von der Fläche her, jedoch der zweitgrößte, was die Besucherzahlen angeht - nämlich 2,3 Millionen jährlich." So kommen auf jeden Quadratmeter im Phantasialand 8,21 Besucher - im vergleichbaren Heidepark sind es nur 3,08.

Und weiter: "An anderen Orten Deutschlands hat man erkannt, wie wichtig der Tourismus in der Region ist." Er verweist auf den Europa-Park. Dort soll eine Fläche von 70 Hektar für eine neue Autobahnausfahrt aus dem regionalen Grünzug herausgenommen werden, um sie als "regional bedeutsamen Schwerpunkt für Tourismus" auszuweisen. Allein die 70 Hektar für die Autobahnausfahrt wären dreimal so groß wie das Phantasialand.

Löffelhardt versteht nicht, warum vor diesem Hintergrund um jede bauliche Veränderung soviel Wirbel gemacht wird. Er will ein gesundes Unternehmen führen und mit der Umgebung in Einklang leben.


JUK
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#2

RE: Das Phantasialand und seine Anwohner

Antwort auf JUK, Beitrag #1

Als 'Kontrast' hier ein Editorial der aktuellen Ausgabe des Brühler Markt Magazins:[hr][h4]Beim Wort genommen[/h4]Hieß es noch vor einem Monat, daß "erheblicher Beratungsbedarf" bestehe, so ging plötzlich doch alles ganz schnell. In wirklich sehr seltener Einmütigkeit, nämlich fast einstimmig (bei nur einer "grünen" Gegenstimme) stimmte der Planungsausschuss des Brühler Rates dem Hotelprojekt des Phantasialandes zu.
Dem 300-Betten-Neubau an der Kuhgasse steht also nichts mehr im Wege.
Klar, dass die Anwohner seit dem "Magic Castle"-Klotz von Stadt und Phantasialand "über den Tisch gezogen fühlen" auf die Barrikaden gehen und sich ob der Eile nur noch wundern können. Und jeder Bürger, der weiß, welch "kompliziertes" und oft langwieriges Verfahren er zum Beispiel mit dem Bauantrag für den Neubau einer garage oder eines Gartenhäuschens in Gang setzt, kann dies leicht nachvollziehen.
In der Tat: Bei allem Verständnis für das Phantasialand als Brühler "Aushängeschlid" und die wirtschaftliche Notwendigkeit eines solchen Hotelprojektes, welches in allen vergleichbaren Parks übrigens vor Jahren realisiert wurde, dürfen die berechtigten Interessen der Anlieger bezüglich zusätzlicher Immissionen und problematischer Entwässerungssituation nicht einfach vom Tisch gewischt werden.
Bürgermeister Kreuzberg wird beim Wort genommen werden: "Die Bürger können davon ausgehen, dass ich und meine Verwaltung uns an die Absprachen halten."

Versprochen ist Versprochen.

Albert Damaschke[hr]

Die Patzer in dem Text (Magic Castle z.B.) wurden 1:1 übernommen. Beachtet bitte dass dies eine Meinung des Chefredakteurs ist (Editorial) und nicht wie die anderen Artikel des kostenlosen Magazins zu behandeln sind.

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