Mit Wand gegen die Erweiterung VON ULI KREIKEBAUM, 04.11.07, 21:32h
Brühl - 30 Tierarten hat Fredrik Erichsen auf die 100 Meter lange Papierwand mitten im Wald gesprayt. Hirschkäfer, Frösche, Rehe, Graureiher und Co. lugen aus einem schwarzen Rahmen. Hinter der Wand ist Vogelgesang und Froschgequake zu hören - die Tierstimmen kommen aus einem Rekorder. „Die Aktion soll daran erinnern, dass es nicht nur mit 50 000 Bäumen, sondern auch mit über 30 Tierarten vorbei ist, wenn sich das Phantasialand bis hierhin ausdehnen sollte“, sagt der Bornheimer Künstler.
Über 50 Menschen sind auf Einladung der Bürgerinitiative „50 Tausend Bäume“ an den Schnorrenberg gekommen. „Unsere Lebensqualität wäre weg, wenn der Wald gerodet würde“, sagt Anwohnerin Ute Huwald. „Der ganze Dreck, Lärm und Gestank, ich möchte nicht daran denken.“ Karin Jachmann sagt, sie hätte „nie hier gebaut, wenn ich gewusst hätte, dass der Wald vor meiner Haustür abgeholzt werden soll“.
Die Ahornblätter schimmern dottergelb, das Buchenlaub tiefrot. Jogger, Spaziergänger und Mountainbiker kreuzen die Wege entlang der alten Baumbestände. Die Papiermauer, vor der viele Schaulustige stehenbleiben und vor der Pferde scheuen, wirkt wie ein Fremdkörper. „Vielen reicht es nicht, zu hören, was passieren soll, sie müssen es sehen“, sagt Peter-Josef Müller, Ideengeber für die Aktion.
Ob die Gegner der Westausdehnung des Phantasialands mit ihren nachhaltigen und kreativen Protesten erfolgreich sein werden, bleibt fraglich. Verschiedene Gremien haben sich gegen eine Erweiterung Richtung Wohngebiet im Osten ausgesprochen. Da CDU und FDP im Regionalbeirat die Mehrheit hätten, befürchte er, dass der Wald der Erweiterung weichen müsse, sagte Horst Lambertz von den Hürther Grünen. Eine Entscheidung könnte im März 2008 getroffen werden.
Jaja, da möchte man doch fast vor des Künstlers Haus auch eine Papierwand aufstellen, da es für den Bau des Domizils ja dann auch mit Hirschkäfer & Co. vorbei war. Und ich will auch hoffen, daß die gute Frau Huwald nur mit einem Fahrrad fährt und nicht die Lebensqualität der anderen Einwohner Brühls mit Dreck, Lärm und Gestank ihres Automobils mindert.
>Die Ahornblätter schimmern dottergelb, das Buchenlaub tiefrot.
...und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar...
Sehr hypocriet nach meiner meinung.. Ein papier mit 30 tierarten und ein haufen lärm von einen tape-recorder, oder mountainbiker bringen AUCH schade an der Umwelt zu.
Wenn dass PHL ausbreited, möchted dass nog lange nicht heisen dass diese 30 tierarten alle verschwinden. Viele tierarten leben heute noch im PHL, und die, die dass nicht können, kriegen weider eine neue heimat (eine grössere heimat) in einem anderen gebiet, die durch dem PHL angepflanzt werden muss.
Überigens: nicht alle 50.000 Bäume braucht man zu entfernen. In die Efteling leben auch viele tierarten in Harmonie mit dem Park.. Wenn dass PHL genug platz hatt, kann auch dass PHL sowas erreichen.
Wenn man unter Aktuelles schaut und auf den Aufnahmen liest wie die Herrschaften PHL schreiben, haben die sich sicher wahnsinnig mühevoll beschäftigt damit ;)
>Wenn man unter Aktuelles schaut und auf den Aufnahmen liest wie die Herrschaften PHL >schreiben, haben die sich sicher wahnsinnig mühevoll beschäftigt damit ;)
Mann würde schon fast denken, es wären Holländer :+ ;)
>Auf dieser Webseite etwas von "über den Tellerrand hinausblicken" zu lesen ist für mich >die Farce schlechthin.
Och wieso? Der Tellerrand, über den die 50Tausender blicken heißt doch: "Hey, warum ist die Phantasialand-IG so sehr auf Eigeninteressen bedacht, und macht nen Riesenaufriss, wenn es um eine Osterweiterung geht, und sagt jetzt bei der Westerweiterung: Wat schiet mich der Baum - davon steht nix inne Satzung!"
:-)
Das der Tellerrand nicht Phantasialandintersse heißt, dürfte von vornherein klar sein. Hat so ein wenig was von: Klar brauchen wir mehr Gefängnisse - bei dem was da alles draussen rumläuft. Aber gefälligst nicht in meinem Vorgarten.
Eigentlich irgendwie höchst amüsant, das ganze Theater.
Brühl - Die Mitglieder der Brühler Bürgerinitiative „50 000 Bäume“ sind enttäuscht. Anfang November vergangenen Jahres wandten sie sich an die Brühler Stadtverwaltung mit der Bitte, sie möge einmal in aller Öffentlichkeit die angestrebten Pläne des Freizeitparks Phantasialand vorstellen. Insbesondere ging es in dem Bürgerantrag darum, dass die Erweiterungsabsichten noch während des laufenden Verfahrens zur Regionalplanänderung verdeutlicht werden. Eben dies möchte Bürgermeister Michael Kreuzberg aber nicht. Mit dem Hinweis, dass er nicht in die nach „Landesplanungsgesetz geregelte Kompetenz“ eingreifen wolle, könne die Verwaltung dem Wunsch der Bürgerinitiative gegenwärtig nicht nachkommen.
Das verwundert Dr. Doris Linzmeier, Sprecherin der Bürgerinitiative. Schließlich habe Kreuzberg die Interessen des Unternehmens „Phantasialand Schmidt-Löffelhardt GmbH & Co KG“ im November 2007 in den Mittelpunkt des vierten Brühler Wirtschaftstreffs gestellt und dort ganz offensichtlich keine Kompetenzüberschreitungen befürchtet.
Zurzeit wird bei der Bezirksregierung Köln geprüft, ob der Brühler Freizeitpark mit Hilfe einer Regionalplanänderung die Genehmigung bekommt, sein Gelände zu erweitern. Dazu wurden und werden die Stellungnahmen zahlreicher Institutionen, Organisationen, Städte und Kreise eingeholt. Sind die Stellungnahmen aller 49 Beteiligten - dazu zählen unter anderem die Städte Brühl, Euskirchen, der Rhein-Erft-Kreis, der Landesbetrieb Wald und Holz, die Landwirtschaftskammer NRW und das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW - ausgewertet, kann über die Regionalplanänderung entschieden werden. Erst danach liegt die Planung wieder in städtischer Hand. Denn schließlich existiert auch mit einer Zustimmung zur Regionalplanänderung noch kein Baurecht. Dazu muss die Stadt Brühl in einem weiteren Schritt den Flächennutzungsplan ändern. Dem folgt in der Regel die Aufstellung eines Bebauungsplans. Erst dann kann die Planung umgesetzt werden. „Da es sich um eine Planung von größerem Interesse handelt, werde ich die Bürgerbeteiligung dann in einem größeren Rahmen durchführen als üblich. Dies kann ich Ihnen bereits jetzt versprechen“, sagt Kreuzberg der Bürgerinitiative schriftlich zu.
Doch nicht allein am Verhalten der Stadtverwaltung übt die Badorfer Initiative Kritik. Dem Freizeitpark werfen die Bürger „mangelnde Transparenz“ vor. Das Unternehmen begründe seine Expansionsabsichten mit der Notwendigkeit der Standortsicherung. Gleichwohl veröffentliche es seine Bilanzen nicht. Wie der Bund der Steuerzahler bestätigt, sind Kapitalgesellschaften - also GmbH und AG - dazu verpflichtet, ihre Bilanzen zu veröffentlichen, auf Druck der Europäischen Union geschehe dies seit dem 1. Januar 2007 elektronisch, und zwar unter www.unternehmensregister.de Unter dieser Internet-Adresse werden elf Unternehmen aufgeführt, die entweder den Namen „Phantasialand“, „Löffelhardt“ oder beide tragen. Obwohl viele mit dem Zusatz GmbH versehen sind, ist nur der Jahresabschluss 2006 für die „Phantasialand Verwaltungsgesellschaft mbH Brühl“ zu finden.
„Wir sind eine natürliche Personengesellschaft mit einem zweiten Vollhafter und damit nicht zur Veröffentlichung verpflichtet“, erläutert Birgit Reckersdrees, Marketing-Direktorin des Phantasialands, gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Juristisch sei dies korrekt, wirtschaftlich allerdings sehr ungewöhnlich, sagt Eberhard Kanski, Leiter der Haushaltsabteilung beim Bund der Steuerzahler. Schließlich gründe man eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), um das Privatvermögen zu schützen.
Brühl - Die Bezirksregierung hat im Rahmen des Verfahrens um die Erweiterungspläne des Phantasialandes einen Ausgleichsvorschlag gemacht. Bei einem Erörterungstermin mit den Verfahrensbeteiligten schlug das Regierungspräsidium vor, von einer Erweiterung um 30 Hektar in den Naturpark Rheinland abzusehen. Stattdessen seien 16 Hektar in den Wald hinein angemessen.
Damit bevorzugt die Bezirksregierung die ursprüngliche Planung, die eine Beschränkung auf 16 Hektar Waldgebiet vorsah. Aus Gründen des Naturschutzes und aufgrund der Risiken für eine Reihe von Arten sei eine Erweiterung in den 60 bis 70 Jahre alten Mischwald hinein in dieser Größenordnung nicht vertretbar, hieß es zur Begründung. An dem Erörterungstermin konnten die am Verfahren beteiligten Institutionen, Organisationen, Städte und Kreise ihre Anregungen und Bedenken vortragen, darunter unter anderem die Naturschutzverbände und der Landesbetrieb Wald und Holz.
Keine Gegenliebe
Der Ausgleichsvorschlag des Regierungspräsidiums stieß jedoch bei den anderen Verfahrensbeteiligten nicht auf Gegenliebe. Während etwa die Naturschutzverbände auch eine reduzierte Erweiterung um 16 Hektar in den Wald herein für nicht vertretbar hielten, beharrte die Stadt Brühl auf einer Erweiterungsfläche von 30 Hektar. Nur damit könne das Phantasialand seinen Standort dauerhaft sichern und sich als Ziel für Kurzurlauber weiter etablieren. Die Entscheidung über die Regionalplanänderung - und damit die Erweiterung des Geländes - fällt der Regionalrat am 13. Juni. Anschließend muss das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium die Änderung im Einvernehmen genehmigen. Erst danach liegt die Planung wieder in städtischer Hand. Um Baurecht zu schaffen, muss dann in einem weiteren Schritt der Flächennutzungsplan geändert werden.
Bürger wollen klagen VON ALEXANDRA RINGENDAHL, 27.02.08, 19:15h
Artikel mailen Druckfassung Brühl - Die Bürgerinitiative „50 000 Bäume“ will gegen eine Erweiterung des Phantasialandes in Richtung Westen klagen. Wenn es zu einer entsprechenden Änderung des Bebauungsplanes kommen sollte, werde der Naturschutzbund Nabu Rhein-Erft die Klage als Verband im Auftrag der Initiative führen, sagte die Vorsitzende Gisela Wartenberg auf der Mitgliederversammlung von „50 000 Bäume“. Die Kosten für eine solche Klage in erster Instanz bezifferte Wartenberg auf 10 000 bis 15 000 Euro. Dieses Geld will die Bürgerinitiative durch Spenden, die unter anderem während der Unterschriftensammlungen akquiriert werden sollen, zusammenbringen. „Wir müssen jetzt konkret werden und den Politikern und dem Phantasialand zeigen, dass wir keine zahnlosen Tiger sind“, sagte Wartenberg. Eine solche Klage müsse bereits jetzt vorbereitet werden, da nach den politischen Entscheidungen wenig Zeit bleibe.
Einer Erweiterung des Freizeitparks würden 30 000 Bäume zum Opfer fallen. Dies will die Initiative verhindern. Die Vorsitzende Dr. Doris Linzmeier kündigte zudem weitere Großaktionen an. So wird es vor der Ratssitzung am 9. Juni eine Großkundgebung vor dem Rathaus gegen die Erweiterung geben. Im Mai sollen alle 30 000 Bäume zum Zeichen der Trauer und zur Veranschaulichung für die Spaziergänger mit weißen Bändern markiert werden. Der Vorsitzende des Landschaftsbeirates des Kreises, Dieter Rupp, wies darauf hin, dass Wald in Deutschland nach dem Bundeswaldgesetz nur dann geopfert werden dürfe, wenn ein überwiegendes öffentliches Interesse vorliege. Werde dieses wie im Fall Phantasialand wirtschaftlich begründet, sei eine Fällung nur zulässig, wenn sie alternativlos sei. „Dies ist bei dem Freizeitpark definitiv nicht der Fall“, sagte Rupp und verwies auf ein vom Landschaftsbeirat verabschiedetes Gutachten mit Alternativvorschlägen. Dieses sei durch den Kreistagsbeschluss, die 30 Hektar ins Verfahren zu nehmen, „unter Umgehung aller Kreistagsausschüsse“ unterminiert worden.
Vertreter der Globalisierungsgegner „Attac“ wiesen auf die „fragwürdige Güte“ der geplanten Arbeitsplätze hin, mit denen das Unternehmen argumentiere. „Es handelt sich zum großen Teil um prekäre Arbeitsplätze im Niedriglohnbereich“, sagte Frank Milde von Attac. Diese sozialen Bedenken müssten stärker öffentlich betont werden.
Natur schön und gut, kann ich auch ansatzweise nachvollziehen, aber was mischt sich Attac jetzt da ein?
Wollen wir hoffen, dass die "weißen Bänder" aus ökologisch angebautem, von der Sonne gebleichten Hanf oder ähnlichem Material bestehen. Und natürlich nicht aus dem Ausland oder womöglich inländischem Niedriglohnbereich kommen.....
Weisse bände?? Dass isst doch die reinste Umweltverschmutzung??!!
Also.. jetzt sind es plötzlich nur noch 30.000 bäume... wo sind die andere 20.000 denn jetzt hin??..
Entschuldige, aber so etwass kann doch niemand seriös nehmen! Aber ich glaube nicht dass es einfach wird dei 10.000 bis 15.000 Euro an spenden hinein zu hohlen.. ist doch ziemlich viel Geld.
Ich schätze schon, dass das Geld für die Klage zusammenkommt. Und wenn Frau Linzemeier es selber spendet. Das Geld könnte quasi von ihrer eigenen Firma kommen. Dann kann sie sich selber eine Spendenquittung ausstellen und es auch noch steuerlich absetzen }> .
Mann, was soll den der ganze Affentanz? Was hat der Park den für Alternativen? Entweder es sind die Anwohner im Weg, oder die Autobahn oder eben der Wald! Soll der ganze Park etwa umziehen? Können die von dieser blöden Bürgerinitiative ja gerne bezahlen! So ein Saublöder Haufen! Und was sich da nun auch Attac einmischt, verstehe ich bei weitem nicht! Was hat das Phantaland mit Globalisierung zu tun?